Schank & Tafel: Das Vestibül erfindet sich neu

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v.l.n.r.: Veronika Doppler & Christoph Schuch | © &Social

Das Wiener Traditionsrestaurant Vestibül feiert sein 25-jähriges Jubiläum mit einer klaren Neuausrichtung und einer Ansage, die sitzt: Jeder ist willkommen.

25 Jahre Vestibül und kein bisschen nostalgisch. Statt sich auf der eigenen Geschichte auszuruhen, nutzt das Restaurant im Wiener Burgtheater den Anlass für eine klare Neupositionierung: Aus dem Vestibül wird „Schank & Tafel“. Ein Konzept, das zwei Zugänge vereint und dabei konsequent auf Wiener Küche setzt.

Und das passt fast zu gut ins Bild: Während das Vestibül sein 25-jähriges Bestehen feiert, blickt das Burgtheater auf 250 Jahre Geschichte zurück. Zwei Jubiläen, ein gemeinsamer Ort und ein neuer kulinarischer Ansatz.

Zwei Orte, ein Gedanke

Die Idee ist einfach und gerade deshalb so stark: Im vorderen Bereich entsteht die Schank, ein offener, unkomplizierter Ort ohne Reservierung. Wer will, kommt auf ein Achterl vorbei, bestellt ein paar Schmankerl und bleibt, solange es passt.

Im Marmorsaal hingegen bleibt alles beim Bewährten, zumindest auf den ersten Blick. Unter dem Namen Tafel wird hier weiterhin im eleganten Rahmen gegessen, allerdings mit geschärftem Fokus: Wiener Küche auf Haubenniveau, reduziert auf das Wesentliche.

Oder, wie Patronin Veronika Doppler es auf den Punkt bringt:

Zwei unterschiedliche Zugänge, aber ein Haus und ein Angebot, in dem sich jeder willkommen fühlen kann.

© APA / Maria Hollunder
© APA / Maria Hollunder

Wiener Küche, aber bitte ernst gemeint

Mit der Neuausrichtung fällt auch eine klare inhaltliche Entscheidung: Im Vestibül wird ab sofort ausschließlich Wiener Küche gekocht.

Das klingt vertraut, ist es aber nicht. Denn Küchenchef Christoph Schuch geht einen Schritt weiter und holt bewusst Gerichte zurück auf die Karte, die man heute nur noch selten findet.

Krautwickel, klassische Knödel oder Wiener Backfleisch, also genau jenen Gerichten, die in vielen Küchen verschwunden sind, wird hier neues Leben eingehaucht.

Dabei geht es nicht um Nostalgie, sondern um Substanz. Oder, wie Schuch es formuliert:

Wir arbeiten nicht mit der Pinzette, sondern mit unseren Händen. Kochen ist für uns Handwerk.

Teige, Fonds und Gewürzmischungen entstehen im Haus selbst, gearbeitet wird mit frischen Produkten und ohne Abkürzungen. Das Ergebnis: eine Küche, die nicht inszeniert, sondern überzeugt.

© APA / Maria Hollunder

Mehr als ein Theaterrestaurant

Mit der Neupositionierung verändert sich auch die Rolle des Hauses. Das Vestibül versteht sich künftig stärker als Treffpunkt, nicht nur für Theatergäste, sondern für die Stadt.

Das zeigt sich auch in den neuen Öffnungszeiten:
Ab 1. Mai ist von Dienstag bis Samstag ab 17 Uhr geöffnet. Die Küche startet bewusst früh, für einen Besuch vor dem Theater oder einen entspannten Start in den Abend. Gleichzeitig bleibt es länger offen: Mit einer Schankkarte bis 23:30 Uhr wird auch der späte Besuch möglich.

Oder einfacher gesagt: Ob schneller Zwischenstopp, gesetztes Dinner oder spätes Glas Wein, das Vestibül will mehr sein als nur Begleitprogramm zum Theater.

Ein Haus, das sich weiterdenkt

Was bleibt, ist der Ort: das Burgtheater, der Marmorsaal, die Geschichte.
Was sich verändert, ist der Zugang.

„Schank & Tafel“ ist keine radikale Neuerfindung, sondern eine präzise Weiterentwicklung und vielleicht genau deshalb so überzeugend.

Denn manchmal reicht es, ein Haus neu zu denken, ohne es neu zu bauen.

© APA / Maria Hollunder

Restaurant Vestibül
Universitätsring 2
1010 Wien

office@vestibuel.at
+43 1 532 49 99