Acht Tische, ein Überraschungsmenü und ein Duo, das vegane Küche neu denkt: Im JOLA am Salzgries zeigen Larissa Andres und Jonathan Wittenbrink, wie viel Atmosphäre, Tiefe und Lässigkeit in einem Abend stecken können.
Am Salzgries, dort wo die Wiener Innenstadt ein wenig leiser wird, liegt das JOLA – ein kleines Restaurant mit großer Handschrift. Hinter dem Namen stehen zwei Menschen, die einander blind zu vertrauen scheinen: Larissa Andres und Jonathan Wittenbrink. JOLA, das sind Jonathan und Larissa, Küche und Gastraum, Präzision und Herzlichkeit. Während Jonathan meist am Herd zu finden ist, bewegt sich Larissa souverän zwischen Tischen, Gästen und Team. Diese klare Aufteilung wirkt nicht organisiert, sondern organisch – und genau so fühlt sich ein Abend hier an.

Acht Tische, offene Küche, ein junges Team, das mitserviert: Das JOLA ist kein Ort für schnelle Entscheidungen. Gegessen wird ein veganes Überraschungsmenü, viele Gänge, saisonal gedacht, regional verankert. Was auf den Tellern landet, ist konsequent pflanzlich, aber nicht belehrend. Umami entsteht aus fermentiertem Gemüse, Pilzen, gerösteten Aromen – nicht aus Ersatz, sondern aus Können. Ein Menü kann mit Erdäpfel-Variationen starten, sich über Dim Sum mit Kohlrabi und Thai-Basilikum oder Morcheln mit Estragon entwickeln und in süßen Finales wie Canelé, Nougatknödeln oder Zitrus-Tartelette enden. Die Dramaturgie stimmt, ohne laut zu sein.
Larissa Andres führt durch den Abend mit Charme und unaufdringlicher Präsenz, erklärt, empfiehlt, lässt Raum. Jonathan Wittenbrink kocht eine vegane Küche, die Tiefe zeigt und Leichtigkeit zulässt – präzise im Handwerk, verspielt im Denken. Dass das JOLA dafür mit 16,5 Punkten im Gault&Millau und einer Michelin-Auszeichnung bedacht wurde, wirkt fast wie eine Randnotiz. Wichtiger ist, was am Tisch passiert: Neugier, Offenheit, Konzentration auf Geschmack. Wir haben die beiden Eigentümer zum Kurz-Interview gebeten.
Auf den Punkt
Persönliche Fragen – ehrliche Antworten.
Was ist das Erste, das Sie morgens machen?
Larissa: Sport
Jonathan: Filterkaffee
Was empfinden Sie als größten Luxus in Ihrem Leben?
Larissa: Freizeit, Gesundheit und die Menschen in meinem Leben.
Jonathan: Dass mein Hobby mein Beruf ist.
Wie entspannen Sie am besten nach einem anstrengenden Arbeitstag?
Larissa: Zuhause auf der Couch: Musik hören, ein Buch lesen oder eine Serie schauen.
Jonathan: NBA (Basketball) schauen.
Ihr liebster Zeitvertreib?
Larissa: Bücher lesen, reisen, generell woanders unterwegs sein, auf Reisen essen.
Jonathan: Auch reisen, Padel-Tennis spielen und essen gehen.
Beide: Aber leider kommen wir aktuell nicht sehr oft dazu.
Ihre absolute Leibspeise – und etwas, das Sie gar nicht gerne essen?
Beide: Lasagne! Jonathan mag Larissas Lasagne lieber als seine eigene, Larissa mag Jonathans gleich viel wie ihre eigene.
Jonathan: Was ich absolut nicht mag, sind gefüllte Paprika.
Larissa: Ich mag nicht, was stark nach Kümmel schmeckt. Und Erdäpfel in Eintöpfen
Was ist Ihr wertvollster Besitz?
Jonathan: Meine Kochbuchsammlung, die ich über Jahre gesammelt habe.
Welche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Larissa: Ich würde mich gerne selbst klonen können.
Jonathan: Fliegen.
Welches Buch hat Sie zuletzt tief berührt?
Larissa: „Unversehrt – Frauen und Schmerz“ von Eva Biringer. Die Autorin beschreibt das Leid beziehungsweise die Gegenwart von so vielen Frauen auf eine so tief ergreifende Art und Weise und liefert gleichzeitig sehr viele wissenschaftliche Fakten.
Restaurant JOLA
Salzgries 15
1010 Wien
www.jola.wien














