Otto & Camillo: Neues Café am Otto-Wagner-Areal

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© Otto & Camillo

Mit Otto & Camillo hat das Otto-Wagner-Areal seit Anfang April ein neues Café. Im Pavillon C soll es nicht nur Kaffee, Kuchen und kleine Speisen geben, sondern auch einen Ort, der das Areal im Alltag ein Stück weit belebt. Das Soft Opening fand am 1. April statt, geöffnet ist aktuell Mittwoch bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr. 

Ein junges Projekt in der Zwischennutzung

Hinter dem Café stehen Tristan und Jonas, für beide ist es das erste eigene Gastro-Projekt. Zur Location kamen sie über West Spaces, also über jene Struktur, die die Zwischennutzung vor dem Umbau betreut hatte. Als sich dort erneut die Möglichkeit für ein Kaffeeprojekt ergab, entschieden die beiden, das Lokal zu übernehmen. Die Laufzeit ist vorerst begrenzt: Otto & Camillo ist selbst eine Zwischennutzung, angelegt auf rund eineinhalb Jahre.

Genau daraus ziehen die Betreiber aber auch Energie. Sie wollen die Zeit am Areal nutzen, um etwas auszuprobieren, zu lernen und einen Ort zu schaffen, an dem sich Menschen rund um das Gelände wohlfühlen, vom Arbeitstag bis zum Wochenendspaziergang.

© Otto & Camillo

Ein Café für viele verschiedene Leute

Wer aufs Otto-Wagner-Areal kommt, fährt meist nicht zufällig vorbei. Umso spannender sei, wie gemischt das Publikum schon jetzt ausfällt, erzählt Tristan. Da sind einerseits Menschen, die direkt vor Ort arbeiten, etwa rund um die laufenden Umbauten am Areal. Andererseits kommen Besucher:innen der Museen, des Theaters und der verschiedenen Projekte vor Ort. Genannt wird auch das Kollektiv Kaorle, ein junger Zusammenschluss Kreativer, der teilweise mitgeholfen hat.

Dazu kommen Familien, Pensionist:innen aus der Umgebung, Menschen aus dem Reha-Zentrum oder der Klinik und auch Gäste, die extra kommen – quasi ein Ausflugslokal. Genau diese Mischung macht es schon jetzt so sympathisch.

© Tristan / Otto & Camillo

Kaffee, Kuchen und Snacks

Inhaltlich liegt der Schwerpunkt klar auf Kaffee und hausgemachtem Kuchen. Die Kuchen basieren, wie Tristan sagt, auf Rezepten seiner Mutter: einfache, klassische Kuchen, eher „Oma-Kuchen“ als aufwendige Patisserie. „Ich mag diese Torten eigentlich nicht so“, gesteht er.

Auch das Speisenangebot befindet sich noch in der Findungsphase. Im Soft Opening gibt es unter anderem einen Käsetoast mit Balsamico-Gemüse und Knoblauch-Mayo, dazu kleine Gerichte wie Tabouleh mit Hummus oder eingelegte Oliven. Langfristig soll es mittags wohl auch einen vegan/vegetarischen Tagesteller geben, zum Beispiel in Form eines Linsen-Dals. Die Küche vor Ort setzt dem Konzept allerdings Grenzen: Eine Vollküche ist nicht möglich, daher bleibt der Fokus auf Snacks und kalten Speisen.

© Daniel Binder

Ein Name, der ins Areal passt

Auch der Name ist eng mit dem Standort verbunden: Otto verweist auf Otto Wagner, Camillo auf den Architekten Camillo Sitte. So verbindet das Café zwei historische (und gleichzeitig hippe) Namen mit einem sehr gegenwärtigen Ansatz: unkomplizierte Gastronomie in einer Phase des Umbruchs.

Teil eines Areals im Wandel

Dass Otto & Camillo gerade jetzt aufsperrt, passt zur Entwicklung des Standorts. Das Otto-Wagner-Areal wird seit Längerem Schritt für Schritt weiterentwickelt; die Otto Wagner Areal Revitalisierung beschreibt den Ort als künftigen Schwerpunkt für Bildung, Kultur, Wissenschaft, Technologie und Forschung.  

Otto & Camillo fügt dieser großen Entwicklung etwas Kleineres, aber Wichtiges hinzu: einen niederschwelligen Treffpunkt. Oder, einfacher gesagt, endlich einen Ort für Kaffee dazwischen.

Otto & Camillo

Otto-Wagner-Areal, Pavillon C

Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien

© Daniel Binder