SIPSA im Hotel Gilbert – Sip. Sound. Art.

Martin Reischauer

Am Freitag, 8. Mai 2026, passiert im siebten Bezirk etwas, das man nicht einfach als Event abhaken kann. Das Hotel Gilbert wird von 15:00 bis 23:00 Uhr aus seinem gewohnten Kontext gerissen – und verwandelt sich in einen vibrierenden Cultural Space. Kein klassisches Setting, keine lineare Dramaturgie. Stattdessen: ein bewusst komponiertes Zusammenspiel aus Wein, Musik, Kunst und Kulinarik.

SIPSA – das Sip Sound and Art Kollektiv – setzt hier auf ein Format, das nicht trennt, sondern verbindet. Zwei Etagen, mehrere Ebenen, ein roter Faden: Atmosphäre. Alles greift ineinander, alles ist Teil eines größeren Ganzen.

Zwischen Verkostung und Erlebnis: SIP als kuratierter Flow

Im Zentrum steht der Bereich SIP – und der geht weit über das hinaus, was man von klassischen Weinformaten kennt. Hier wird nicht einfach eingeschenkt, hier wird inszeniert. Im Zwei-Stunden-Rhythmus wechseln die Protagonisten, jede Phase bringt ihre eigene Handschrift, ihre eigene Energie.

Ab 15:00 Uhr eröffnen Zuschmann-Schöfmann gemeinsam mit Lichtenberger Gonzales den Tag. Um 17:00 Uhr folgen die Schödl Family und Uwe Schiefer, bevor ab 19:00 Uhr Gut Oggau und Kein & Low übernehmen. Den finalen Slot gestalten ab 20:30 Uhr Ebner-Ebenauer und Katharina Gessl.

Das Spannende dabei: Es geht nicht nur um Geschmack, sondern um Haltung, Stil und Perspektive. Klassische Positionen treffen auf experimentelle Ansätze, Alkoholisches auf bewusst reduzierte Alternativen. Ein Format, das neugierig macht – und bewusst offen bleibt.

SOUND als treibende Kraft

Parallel dazu entfaltet sich der Bereich SOUND – und der ist alles andere als Hintergrundbeschallung. Das musikalische Konzept setzt kompromisslos auf Vinyl Only und schafft damit einen warmen, greifbaren Sound, der den Raum trägt.

Kyra Caruso eröffnet um 15:00 Uhr, gefolgt von den Luv Affair Residents um 16:00 Uhr. Ab 18:00 Uhr übernimmt Mrs. Sarah Lovett (cafe vodoo), bevor JB Bechamel (a party called jack) um 20:00 Uhr den Abend weiter verdichtet.

Ergänzt wird das Ganze durch einen Pop-up Record Store im Café, der den ganzen Tag bei freiem Eintritt zugänglich ist. Mit Ink Music, Levi Mayer’s Record Day und Alexander Lebeda aka Xela wird Musik hier nicht nur gespielt, sondern auch gesammelt, entdeckt und weitergedacht.

ART als Eingriff in den Raum

Der dritte Pfeiler des Konzepts: ART. Und auch hier geht es nicht um Dekoration, sondern um Intervention. Das Hotel selbst wird zur Projektionsfläche für Designs und Installationen von Dunja Krcek, Gert Resinger und Atelier Wien.

Ein besonderer Moment im Ablauf ist der Live-Podcast „Kunst und Klischee“ mit Ankathie Koi um 19:00 Uhr. Zwischen visuellen Eindrücken, Musik und Gesprächen entsteht hier eine zusätzliche Ebene: Reflexion. Diskurs. Ein kurzes Innehalten im Flow des Abends.

Im 1. Obergeschoss ergänzt Tarot by Mimi das Programm um eine bewusst andere, fast intime Facette – ein Detail, das den offenen, experimentellen Charakter von SIPSA unterstreicht.

Kulinarik mit Haltung: Parvin Razavi

Für den geschmacklichen Anker sorgt Parvin Razavi. Ihr Street-Food-Konzept ist kein Nebenprodukt, sondern ein integraler Teil des Abends. Klar in der Linie, direkt in der Ansprache, kompromisslos im Geschmack.

Hier wird nicht einfach gegessen – hier wird das kulinarische Element als Teil der Inszenierung verstanden. Genau wie Wein, Musik und Kunst.

Ein Ort, der sich neu erfindet

Das Hotel Gilbert wird für diesen Tag bewusst „zweckentfremdet“. Räume werden geöffnet, verschoben, neu gedacht. Aus einem Hotel wird ein temporärer Möglichkeitsraum, in dem sich Szene, Genuss und Kreativität begegnen.

Die Fakten

Wann: Freitag, 8. Mai 2026, ab 15:00 Uhr
Wo: Hotel Gilbert, Breite Gasse 9, 1070 Wien

Tickets:
€ 35,00 (Early Bird)
€ 45,00 (Regular)

HIER Erhältlich über Eventim Light oder die &flora Website.


Sip. Sound. Art.
Drei Begriffe, die hier nicht nebeneinanderstehen, sondern ineinander übergehen.

Ein Nachmittag, ein Abend –
und ziemlich sicher mehr als nur ein kurzer Besuch.