Alles steht Kopf

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Nadia Bruckner © Moritz Mayer

Das Upside Down Town Hotel – Neue Post in Zell am See verbindet alpinen Rückzugsort mit urbanem Zeitgeist. Gastgeberin Nadia Bruckner prägt gemeinsam mit ihrem Partner Darijo Vujicic ein Haus, das Tradition neu interpretiert und Gästen Raum für Perspektivwechsel, Genuss und Leichtigkeit eröffnet.

Noch bevor man die Lobby betritt, ist klar: Das Upside Down Town Hotel – Neue Post in Zell am See spielt bewusst mit Perspektiven. Historische Substanz trifft hier auf zeitgenössisches Design, alpine Kulisse auf urbanen Spirit. Hinter dem Konzept stehen Nadia Bruckner und ihr Partner Darijo Vujicic, die das traditionsreiche Haus gemeinsam neu gedacht haben, ohne seine Geschichte zu überdecken, sondern sie weiterzuschreiben. Das Hotel im Herzen von Zell am See versteht sich nicht als klassischer Rückzugsort, sondern als Ort der Bewegung. Farben, Materialien und Raumkonzepte folgen einer klaren Idee: Gewohntes darf hier gedreht werden. So entsteht eine Atmosphäre, die zwischen Leichtigkeit und Klarheit pendelt – mal verspielt, mal reduziert, aber immer offen für neue Blickwinkel.

Diese Haltung zieht sich durch alle Bereiche: von der großzügigen Lobby über die Lapponia-Bar bis zur Izakaya-Stube, in der asiatisch inspirierte Aromen auf alpine Umgebung treffen. Auch die 81 Zimmer und Suiten folgen dieser Linie – mit natürlichen Materialien, klaren Formen und kleinen Details, die Individualität spürbar machen. Weitergedacht wird das Konzept ebenfalls in der Küche. Die „Ess-thetik“ des Hauses verbindet regionale Produkte mit internationalen Einflüssen und interpretiert Klassiker neu. Traditionelle Gerichte treffen auf überraschende Präsentationen, ohne den Bezug zum Ursprung zu verlieren. Vieles wird bewusst anders gedacht – nicht um zu provozieren, sondern um Gewohntes neu erfahrbar zu machen.

Neben Kulinarik und Design spielt auch das Thema Erholung eine zentrale Rolle. Auf über 800 Quadratmetern entfaltet sich ein Spa-Bereich, der Ruhe und Weite verbindet – mit Indoor- und Outdoor-Pools, Saunen mit Panoramablick und Rückzugsorten, die den Blick auf die Bergwelt öffnen. Der „Secret Garden“ im Außenbereich setzt diesen Gedanken fort und schafft mitten in der Stadt einen stillen Gegenpol. Nadia Bruckner bringt eine persönliche Note in das Konzept ein. Ihre internationale Erfahrung, verbunden mit einer klaren emotionalen Handschrift, prägt den Charakter des Hotels. Wir haben die Gastgeberin zum Kurzinterview gebeten.

Auf den Punkt

Persönliche Fragen – ehrliche Antworten.

Was ist das Erste, das Sie morgens machen?
Die Füße von meinem Kleinkind aus meinem Gesicht ziehen und auf meinem Handy schauen, wie spät es ist. Und vielleicht ganz kurz die Mails checken.

Was empfinden Sie als größten Luxus in Ihrem Leben?
Die Füße von meinem Kleinkind jeden Morgen aus meinem Gesicht ziehen zu dürfen.

Wie entspannen Sie am besten nach einem anstrengenden Arbeitstag?
Mit einem Spaziergang durch den Wald oder einem Glas Wein auf unserer Terrasse.

Ihr allerliebster Zeitvertreib?
Serienmarathon auf Netflix mit Nachos und meinem Partner Darijo auf der Couch. Zu selten, aber immer wieder gerne.

Ihre absolute Leibspeise – und ein Gericht, mit dem man Sie verjagen kann?
Die Ceviche bei meinem besten Freund Consti im Skopik & Lohn in meiner Heimatstadt Wien und ein Tafelspitz im Plachutta. Verjagen kann man mich mit Beuschel.

Was ist Ihr wertvollster Besitz?
Meine Erinnerungen. Von all meinen Lebensabschnitten, meiner Weltreise, den vielen Abenteuern und den tollen Menschen um mich herum.

Ihr Lieblingswort?
Sehnsucht. Ich mag den Klang und die Emotion dahinter sehr. SEEnsucht trifft bei mir auch gut zu.

Ihre größte Stärke und Ihre größte Schwäche?
Stärke: Meine Lebenslust und der ständige Drang zur Weiterentwicklung.
Schwäche: Meine Ungeduld – gerade, wenn sich nicht schnell genug weiterentwickelt wird.

Welche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Den Zugriff auf 100 Prozent meiner Gehirnkapazität so wie in dem Film “Limitless”, sodass ich mir alles merken könnte, Wissen schneller aufsaugen könnte, heilen könnte und jedes Instrument oder jeden Sport sofort beherrschen könnte.

Welches Lied hat Sie zuletzt tief berührt?
Lewis Capaldis Song „Survive“. Es ist das emotionale Comeback eines sehr sympathischen und witzigen Künstlers, der offen über seine psychischen Probleme und den enormen Leistungsdruck spricht. Er steht für Heilung und Widerstandsfähigkeit und berührt mich jedes Mal ungemein. Es gibt auch eine schöne Netflix-Doku dazu “Lewis Capaldi: How I´m feeling now“.

Welche kleine Marotte oder liebenswerte Eigenheit würden Ihre Arbeitskollegen sofort über Sie erzählen?
Seit der Geburt meines Kindes berühren mich Geschichten viel intensiver und ich kann meine Emotionen nicht mehr so gut kontrollieren. Da rollt auch schon mal ein Tränchen bei einem Feedback-Gespräch mit der Praktikantin, die uns verlässt.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich gerne ins Ohr flüstern?
Verlass dich auf dein Bauchgefühl. Du machst alles genau richtig!

Ihr Lebensmotto?
Lächle und die Welt verändert sich.

Upside Down Town Hotel – Neue Post in Zell am See © Moritz Mayer

Upside Down Town Hotel – Neue Post
Schlossplatz 2
5700 Zell am See
www.neuepost.at