Das “Collina am Berg” eröffnet Würstelstand am Donaukanal

Martin Reischauer

(c) Collina am Berg / Leisure

Am Donaukanal passiert viel – aber manchmal braucht es genau die eine Idee, die sofort hängen bleibt. „Würstel am Kanal“ vom Team rund um das Haubenlokal und neuerdings Michelin empfholenes Restaurant, Collina am Berg ist so eine. Seit Anfang April steht im „Taste“-Areal ein Würstelstand, der sich vertraut anfühlt – und gleichzeitig alles ein bisschen anders macht. Kein Retro-Konzept, keine ironische Spielerei, sondern einfach ein verdammt guter Zugang zu etwas, das in Wien ohnehin jeder kennt.

Die Idee dahinter ist schnell erklärt und noch schneller verstanden.

Am Donaukanal gibt es kulinarisch nahezu alles. Unser Anspruch war es, dem klassischen Würstelstand eine neue Bühne zu geben und ihn gleichzeitig zeitgemäß weiterzudenken

,sagt Gastgeber Tono Soravia. Und genau das passiert hier – ohne großes Erklären, ohne Konzept-Overload.

Auf der Karte trifft Klassik auf Neugier. Frankfurter, Käsekrainer – eh klar. Aber dann kommen Sachen dazu, die einfach Spaß machen: Kimchi Hot Dogs, eine „Philly Cheese Krainer“, ein „Wiener Reuben“. Das klingt nach Experiment, fühlt sich aber erstaunlich selbstverständlich an. Man probiert sich durch – und bleibt hängen.

Dazu kommen Gerichte, die man an einem Würstelstand so nicht erwartet, aber sofort versteht: Beef Tatar mit Senfkaviar, Banh Mi mit Bratwurst, immer wieder Wild. Kein Gag, sondern echtes Kochen – nur eben in einem anderen Setting.

Und dann die Getränke. Während man normalerweise schnell beim Bier bleibt, passiert hier ein kleiner Upgrade-Moment: Wein, Champagner, alles da – und das zu Preisen, die nicht abschrecken. Plötzlich wird aus dem kurzen Stopp ein längerer Abend.

Der Spot selbst? Unkompliziert, offen, genau richtig für den Kanal. Man kommt vorbei, bleibt stehen, bestellt noch was. Keine große Inszenierung, sondern einfach ein Ort, der funktioniert – tagsüber genauso wie am Abend.

Geplant sind zusätzlich Formate wie Public Viewing oder Specials wie „Fried Chicken & Bubbles“. Klingt nach Sommer, klingt nach Bewegung, klingt danach, dass hier noch einiges kommt.

Parallel dazu läuft das Collina am Berg am Spittelberg weiter auf Kurs – mit Formaten wie dem „Sunday Roast“ und einer Küche, die ohnehin längst ihre eigene Handschrift hat. Der Schritt an den Donaukanal wirkt deshalb nicht wie ein Nebenprojekt, sondern wie die logische Erweiterung.

Was am Ende bleibt: „Würstel am Kanal“ macht genau das, was man sich öfter wünschen würde. Es nimmt etwas extrem Wienerisches – und macht richtig Lust darauf, es neu zu erleben.