Kino zum Kosten: Tasting Movies im Hotel Stefanie

Martin Reischauer

Ein Kinobesuch, bei dem man nicht nur zuschaut, sondern tatsächlich mitgeht – geschmacklich, Szene für Szene. Was zunächst nach Inszenierung klingt, funktioniert in Wien erstaunlich harmonisch. Tasting Movies bringt ein Format in die Stadt, das Film und Kulinarik enger zusammenführt, als man es bisher kennt.

Seine Premiere feiert das Konzept im Hotel Stefanie, dem ältesten Hotel Wiens. Ein Haus, das seit Jahrhunderten Gäste empfängt und gerade deshalb eine gewisse Gelassenheit ausstrahlt. Genau das scheint dem Format entgegenzukommen.

Die Idee dahinter ist schnell umrissen: Ein Film wird nicht nur gezeigt, sondern kulinarisch begleitet. Zu ausgewählten Szenen wird ein mehrgängiges Menü serviert, abgestimmt auf das, was gerade passiert. Timing spielt dabei eine zentrale Rolle. Wenn sich die Stimmung auf der Leinwand verändert, zieht das Menü mit – mal deutlich, mal eher im Hintergrund.

Mit Tasting Movies wollten wir etwas schaffen, das über einen klassischen Abend hinausgeht. Einen Moment, der im Kopf bleibt. Film, Kulinarik und Atmosphäre verschmelzen zu einem Erlebnis, das man nicht nur sieht, sondern wirklich fühlt und schmeckt.

so Clemens Polszter, Gründer von Tasting Movies.

Zum Auftakt fiel die Wahl auf „Ratatouille“ – ein Film, der sich um Geschmack, Anspruch und die Frage dreht, was möglich ist, wenn man sich nicht mit Erwartungen zufriedengibt. Eine Geschichte, die sich fast von selbst für dieses Format anbietet. Nicht, weil sie laut ist, sondern weil sie genau jene Zwischentöne trifft, die sich auch kulinarisch übersetzen lassen.

Und genau darin liegt die Stärke des Abends: Die einzelnen Gänge greifen Motive, Stimmungen und Momente auf, ohne sie zu erklären. Man erkennt Zusammenhänge, manchmal sofort, manchmal erst im Nachhinein. Es entsteht kein Bruch zwischen Leinwand und Tisch – eher eine Art fließender Übergang.

Auch seitens der Gastgeber wird das Format bewusst als Erweiterung verstanden.

Der Geschichte dankbar – der Innovation verpflichtet: Den Leitgedanken unserer Hotelgruppe erweitern wir durch ein Format, das neue Akzente im reichhaltigen kulinarischen Angebot der Stadt setzt, die es so noch nie auf großer Leinwand zu sehen gab.

kommentiert Alexander Schick, Eigentümer der Schick Hotels Gruppe.

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Am Ende bleibt ein Erlebnis, das sich schwer in eine Kategorie pressen lässt. Weder klassisches Kino noch reines Dinner. Eher eine Verschiebung der Perspektive – und vielleicht genau deshalb etwas, das hängen bleibt.