Kitsch, Sharing-Gerichte und ein bisschen Trash. Lucas „Lucky“ Shong und Jake Bergholtz eröffnen im Hotel The Leo Grand ein gemeinsames Pop-up. Drei Monate lang servieren sie im ersten Bezirk eine wechselnde À-la-carte-Küche mit asiatischen Einflüssen, guten Produkten, möglichst entspannter Atmosphäre mit einer Portion Kitsch und Trash.
Vom Freundschaftsprojekt zum Pop-up
Lange hatten Lucas „Lucky“ Shong und Jake Bergholtz darüber gesprochen, irgendwann gemeinsam ein gastronomisches Projekt zu starten. Nun hat sich die passende Gelegenheit ergeben: Über ihr Netzwerk (genauer gesagt Marcel vom In-Getränk LemonSour) kamen die beiden mit der Eigentümerfamilie des The Leo Grand in Kontakt. Die Location war damit früher da als das konkrete Restaurantkonzept.
Dass daraus innerhalb kurzer Zeit Sekki wurde, hatte auch mit dem richtigen Timing zu tun. Beide hatten beinahe zeitgleich ihre bisherigen Jobs beendet. „Dann ist alles so zusammengekommen, dass es gerade gepasst hat“, erzählen die Gastronomen. Shong war zuletzt im Café Kandl tätig, wo zuvor auch Bergholtz gekocht hatte.
Ab 26. Juni bespielen sie das Hotelrestaurant am Bauernmarkt für drei Monate, jeweils von Freitag bis Sonntag am Abend. Bis Mittag wird der Raum weiterhin für das Hotelfrühstück genutzt.

Simples Essen, das Spaß machen soll
Kulinarisch wird’s gewohnt unterhaltsam. Die beiden Köche beschreiben ihren Zugang als simples Essen mit wenigen Komponenten: Gerichte, die schmecken, Spaß machen und dabei auch „ein bisschen blöd und lustig“ sein dürfen. Vor allem zu Beginn werde der asiatische Einfluss deutlich zu spüren sein – geprägt unter anderem von Jakes Zeit in Korea.
Die Karte soll sich dennoch nicht auf eine Region beschränken. Auch Einflüsse aus dem Team werden aufgenommen: Ein persischer Küchenkollege soll etwa seinen Hühnereintopf beisteuern. Was gut funktioniert, kann bleiben, der Großteil des Angebots wird jedoch regelmäßig wechseln, je nach Verfügbarkeit, Saison und Lust der Küche.
Fix angekündigt sind unter anderem Hühnerleber-Crème-brûlée, Cevapcici, Varianten von Korean Fried Chicken und Marillenknödel nach dem Rezept von Oma Mimi. Dazu kommt Kittseer Holzofenbrot von Pierre Reboul.
Serviert wird à la carte und grundsätzlich zum Teilen. Ein verpflichtendes Menü gibt es nicht. Wer die Auswahl lieber den Köchen überlässt, soll aber auch eine Art „Chef’s Choice“ bestellen können.
Ein nobles Setting ohne weiße Handschuhe
Der barock-opulente Gastraum des Leo Grand gibt den Rahmen vor. Viel verändern lässt sich im laufenden Hotelbetrieb nicht, doch gerade darin sehen die Betreiber einen Reiz. „Es ist auf jeden Fall kitschig“, sagen sie. „Wir schauen schon, dass wir da auch unseren Spaßfaktor und Trash reinbringen.“
Das noble Setting soll nicht zu einem steifen Service führen. Statt weißer Handschuhe wollen Lucky und Jake eine Atmosphäre schaffen, in der Menschen gemeinsam essen, trinken und Zeit verbringen können. „Es darf auch mal ein bisschen lauter hergehen und ein bisschen dreckiger werden.“
Auch die zentrale Lage, nur wenige Schritte vom Stephansdom entfernt, soll daran nichts ändern. Das Restaurant wolle zugänglich bleiben: „Man kann herkommen, wie man ist und wie man sich fühlt.“ Reservierungen sind willkommen, spontane Gäste und Besucher:innen, die nur auf ein Getränk vorbeikommen, sollen jedoch ebenfalls Platz finden – notfalls im Stehen.

Testlauf für ein fixes Lokal
Vorerst ist Sekki als sommerliche „Teststation“ angelegt. Das Pop-up erlaubt es den beiden, ihre Zusammenarbeit, die Abläufe und das Konzept unter realen Bedingungen zu erproben, ohne sofort ein dauerhaftes Lokal eröffnen zu müssen.
Im The Leo Grand selbst dürfte es nach den drei Monaten nicht weitergehen. Ein gemeinsames fixes Restaurant können sich Shong und Bergholtz jedoch vorstellen. Zunächst gelte es, „den Sommer zu überleben und alles gut über die Bühne zu bringen“. Danach wollen sie entscheiden, wie und vor allem wo es mit Sekki weitergeht.
Sekki im The Leo Grand
Bauernmarkt 1, 1010 Wien
Ab 26. Juni 2026, Freitag bis Sonntag, 18 bis 0 Uhr
Voraussichtlich bis Ende August












