Die Pizzeria Fiorino auf der Wiener Praterstraße war für viele Stammgäste über Jahrzehnte eine fixe Adresse für Pizza, Pasta und italienische Gastfreundschaft. Nun endet die Geschichte des Traditionsbetriebs: Über die Betreibergesellschaft Seidl u. Zahlmayer Gesellschaft m.b.H. wurde ein Konkursverfahren eröffnet. Der Restaurantbetrieb ist bereits eingestellt.
Seit der Eröffnung im Jahr 1987 gehörte die Pizzeria Fiorino zu den bekannten italienischen Restaurants im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Mit hausgemachter Pasta, glutenfreien Pizzen, einer großen Auswahl an italienischen Spezialitäten und beliebten Spareribs konnte sich das Lokal über viele Jahre eine treue Stammkundschaft aufbauen – bei Wiener*innen ebenso wie bei Gästen aus den angrenzenden Bundesländern.
Nun ist das Kapitel nach 38 Jahren beendet. Am Handelsgericht Wien wurde über die Betreibergesellschaft Seidl u. Zahlmayer Gesellschaft m.b.H. ein Konkursverfahren eröffnet. Gläubiger können ihre Forderungen bis 3. September 2026 anmelden. Angaben zur aktuellen Höhe der Verbindlichkeiten liegen derzeit noch nicht vor.
Gründe für das endgültige Aus
In einer persönlichen Abschiedsbotschaft richtet sich Betreiber Peter Seidl an seine Gäste und beschreibt eine Entwicklung, die viele Gastronomiebetriebe in den vergangenen Jahren beschäftigt hat. Demnach habe sich das Ausgehverhalten nach der Corona-Pandemie nachhaltig verändert, während gleichzeitig Einkaufs- und Energiekosten stark gestiegen seien. Um die Preissteigerungen nicht vollständig an die Gäste weiterzugeben, habe der Betrieb einen Großteil der Mehrkosten selbst getragen.
Zusätzlichen Druck hätten laut Seidl der Umbau der Praterstraße in den Jahren 2023 und 2024 mit Einschränkungen für den Gastgarten, deutlich gestiegene Personalkosten, höhere Mietausgaben sowie eine zuletzt spürbare Kaufzurückhaltung der Gäste ausgeübt. “Es kamen einfach zu viele Faktoren zusammen, auf die ich keinen Einfluss hatte“, erklärt der Wirt in seinem Abschiedsstatement, „Irgendwann muss man die Realität annehmen – auch wenn es wehtut.“
Mit dem Fiorino verliert Wien einmal mehr einen langjährigen Gastronomiebetrieb, der über Jahrzehnte Teil der kulinarischen Landschaft der Stadt war. Zum Abschied bedankt sich Seidl bei seinem Team und seinen Gästen für 38 Jahre Vertrauen, Treue und gemeinsame Erinnerungen.















