13 Jahre arbeitete Emiliya Georgieva in der Luftfahrt, lebte in fünf verschiedenen Ländern – dann tauschte sie Flugzeugkabine gegen Eistheke. Mit Gaya Gelato hat sie in der Stuwerstraße 35 ihre erste eigene Gelateria eröffnet. Im Gespräch mit Gastro.News erzählt die Gründerin, warum sie dafür ihre bisherige Karriere hinter sich ließ, weshalb ein Franchise für sie der richtige Einstieg war und was ihr Gelato besonders macht.
Der Gedanke an einen eigenen Gaya-Gelato-Shop entstand bei Emiliya Georgieva bereits im Herbst 2024. Damals kam sie erstmals mit der Marke in Berührung und war vor allem von der Qualität und der Vielfalt der Sorten angetan. Doch aus der Idee wurde zunächst einmal – nichts. „Bis Ende 2025 existierte der Gedanke, einen Shop zu eröffnen, eigentlich nur in meinen Träumen“, erzählt Georgieva im Gespräch mit Gastro.News.
Bis zu jenem Morgen, an dem sie beschloss, nicht mehr länger zu warten. „Ich bin mit dem klaren Gedanken aufgewacht, dass das Leben zu kurz ist, um Träume aufzuschieben.“ Also öffnete sie Immobilienportale und begann nach dem richtigen Standort zu suchen. Gefunden hat sie ihn schließlich in der Stuwerstraße 35 im zweiten Bezirk, wo Gaya Gelato zu Beginn des Sommers eröffnete.
13 Jahre Luftfahrt, dann der Sprung ins kalte Wasser
Dass Georgieva einmal hinter einer Eistheke stehen würde, war beruflich alles andere als vorgezeichnet. 13 Jahre arbeitete sie für unterschiedliche Unternehmen in der Luftfahrt, vom Job als Flugbegleiterin bis zur Sicherheitstrainerin, und lebte während dieser Zeit in fünf verschiedenen Ländern. Das Interesse an Wirtschaft und Unternehmertum sei dabei zwar immer vorhanden gewesen. „Aber ich habe nie genug Entschlossenheit gefunden, den letzten Schritt zu machen“, sagt sie.
Das änderte sich mit Gaya Gelato – und vor allem mit dem Franchise-Konzept. Für Georgieva war es die Möglichkeit, den Schritt ins Unternehmertum zu wagen, ohne dabei komplett bei null anfangen zu müssen. „Für junge Unternehmer*innen mit wenig oder keiner Erfahrung ist ein Franchisesystem eine ideale Lösung“, sagt sie. Rezepturen beziehungsweise Produkte, Know-how, Design, Schulungen, Equipment und laufende Unterstützung seien bereits Teil des Konzepts.
Bei Gaya überzeugte sie allerdings nicht nur das Geschäftsmodell. „Es war nicht nur ein funktionierendes Franchise, sondern ein Unternehmen mit einer Mission, mit der ich mich auch persönlich identifizieren kann: Menschen glücklich zu machen und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“ Oder, wie Georgieva es selbst formuliert: „Was könnte besser sein als ein Gelato, das nach einem langen Arbeits- oder Schultag das Herz zum Schmelzen bringt?“ Für sie selbst ist damit ebenfalls ein Punkt auf der persönlichen Wunschliste abgehakt: „Einen Job zu haben, bei dem ich mich wertvoll und geschätzt fühle und gleichzeitig anderen Freude bereiten kann.“

Weniger Zucker, dafür bis zu 70 Prozent Frucht
Das Gelato selbst wird täglich frisch im Lokal hergestellt. Zwölf Sorten stehen jeweils zur Auswahl, wobei Georgieva das Angebot je nach Saison und Verfügbarkeit frischer Zutaten verändert. Verwendet werden ausschließlich natürliche Zutaten, teilweise in Bio-Qualität – Zitronen und Orangen etwa stammen laut Georgieva aus biologischem Anbau.
Besonders wichtig ist ihr der reduzierte Zuckergehalt. Die Rezepturen kommen laut Betreiberin mit 16 bis 17 Prozent Zucker aus. Dabei wird jeweils nur eine Zuckerart eingesetzt: Rohrohr- oder Rübenzucker. „Wir verlassen uns in erster Linie auf den tatsächlichen Geschmack der Zutaten“, erklärt Georgieva. Besonders deutlich wird das bei den Fruchtsorten: Sie enthalten laut Gaya rund 70 Prozent echte Früchte.
Auch veganes Gelato spielt eine große Rolle. Unter den Bestsellern finden sich vegane Pistazie und vegane Haselnuss, aber auch Feige und Melone. Die Sorten wechseln saisonal. Beim Tiramisu landen echte, in Espresso getränkte Biscotti im Gelato. Eine der ungewöhnlicheren Kreationen ist Halva, zubereitet mit Sonnenblumen-Tahini und Honig. Georgieva verspricht damit ein „reichhaltiges und unvergessliches Geschmackserlebnis“.
Der letzte Schritt passiert vor den Gästen
Eine weitere Besonderheit steckt in der Herstellung. Der letzte Schritt – das Gefrieren – findet täglich direkt vor den Augen der Gäste statt. Die dafür verwendete Maschine bezeichnet Georgieva als wichtigen Teil des Gaya-Konzepts: Sie benötigt kein Wasser und lediglich 1,2 Kilowatt elektrische Leistung. Damit verbindet die Marke ihr Gelato auch mit dem Anspruch, ressourcenschonender zu produzieren. Georgieva sieht Gaya deshalb nicht nur wegen seiner Geschmacksvielfalt, sondern auch hinsichtlich der verwendeten Technologie als zeitgemäßes Franchise-Konzept.
Für sie persönlich bedeutet der kleine Eissalon im Stuwerviertel aber vor allem eines: einen Traum nicht länger nur einen Traum sein zu lassen. Nach 13 Jahren in der Luftfahrt und fünf Ländern ist Georgieva in einer völlig neuen Branche gelandet – diesmal allerdings auf eigene Rechnung.
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