Familienbetrieb Naltu startet in der Burggasse

Ina Dieringer

(c) Naltu

Gesunde Gastronomie ist in Wien längst kein Nischenthema mehr. Was Naltu jedoch von vielen anderen Healthy-Konzepten abhebt, ist nicht nur das Produkt selbst, sondern vor allem die persönliche Geschichte dahinter. Mit Ümit Altun (44) steht ein Gastronom hinter dem Projekt, der das Geschäft von Grund auf kennt – und der bewusst auf Qualität setzt. Über 15 Jahre lang war Altun Geschäftsführer bei NENI am Naschmarkt. Nun hat er gemeinsam mit seiner Familie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Eröffnet wurde Naltu am 8. Jänner, die Idee dazu entstand allerdings schon vor einigen Jahren.

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Gastronomie als Lebensrealität

„Bei uns zuhause hat sich alles um Essen gedreht“, erzählt Altun. Seine Mutter war Köchin, sein Vater Koch, auch die Zwillingsbrüder und die Schwester sind gastronomisch tätig oder stark an Ernährung interessiert. Die Mutter beschäftigte sich intensiv mit Säften und natürlichen Heilmethoden. „Meine Schwester hat über Jahre hinweg Saftkuren gemacht. Dadurch sind wir überhaupt erst tiefer in das Thema kaltgepresste Säfte eingestiegen“, so Altun. Zuhause wurde viel experimentiert, kombiniert, verworfen und neu gedacht. Besonders prägend: „Meine Mutter hat es sogar geschafft, ihre Gallensteine mithilfe von Säften zu behandeln. Das hat uns gezeigt, welches Potenzial in guter Rohstoffqualität steckt.“

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Die Idee reift – und findet ihren Ort

Die Vision eines eigenen Lokals war lange präsent. Als die Mutter in Pension gehen wollte, wurde sie konkreter. Der Zufall half mit: Beim Spazierengehen durch die Burggasse stieß die Familie auf das ehemalige Café Essenz. Wenig später war klar – hier soll Naltu entstehen. Der Name selbst ist bewusst persönlich gewählt: Naltu leitet sich vom Familiennamen Altun ab. „Das Projekt ist extrem familiär. Es wäre komisch gewesen, einen künstlichen Markennamen darüberzustülpen“, sagt Altun.

Drei Indizien für Qualität

Altuns Erfahrung aus der Spitzengastronomie zeigt sich auch in seiner klaren Haltung.

Ich sage immer: Es gibt drei Indizien, an denen man ein Lokal sofort erkennt. Erstens: der Espresso. Zweitens: das WC. Drittens: das Zitronenwasser.

Dieser Anspruch zieht sich durch das gesamte Konzept von Naltu. Die Säfte werden nicht mit Eis gestreckt, sondern ausschließlich aus frischen Zutaten kaltgepresst. Qualität geht hier vor Marge.

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75 Prozent gesund, 25 Prozent Genuss

Inhaltlich setzt Naltu auf ein bewusst ausgewogenes Verhältnis. Rund 75 Prozent des Angebots sind klar gesundheitsorientiert, die restlichen 25 Prozent erlauben bewusste Ausnahmen. „Zimtschnecken oder Bananenbrot sind nicht automatisch schlecht“, sagt Altun. „Es kommt auf Zutaten und Balance an.“ Genau dafür sorgt seine Schwester, die bei Naltu Zimtschnecken und Bananenbrot selbst backt. Auch herzhafte Optionen finden sich auf der Karte: etwa ein veganer Bagel mit geschroteten Kichererbsen oder Club Chicken. Aktuell bietet Naltu drei verschiedene Shakes und drei Smoothies an, dazu Cold-Pressed Juices, Kaffee-Spezialitäten und Matcha. Weitere Produkte sind bereits in Planung – darunter auch strukturierte Saftkuren, die künftig angeboten werden sollen. Altuns persönlicher Favorit auf der Karte: „Ginger Glow“.

Design zwischen Dubai, London und Neubau

Das Interieur ist hip, cool und klar, ohne steril zu wirken. Farbe spielt eine bewusste Rolle, ebenso Licht und Materialwahl. Inspiration holte sich Altun unter anderem aus Dubai und London, wo gesunde Konzepte längst Teil des urbanen Lifestyles sind.

Burggasse 40, 1070 Wien
Di-Sa 8-16 Uhr