Unsere besten Cafés im 7. Bezirk

Ina Dieringer

Wer durch Neubau spaziert, merkt schnell: Cafés sind ein prägender Teil des Bezirks. Zwischen Boutiquen, kleinen Buchläden und Plattenstores laden sie zum Verweilen ein- mal minimalistisch eingerichtet mit blanken Wänden und Espresso-Bar, mal verspielt mit Vintage-Möbeln und großen Fenstern zum Straßenleben. Man kommt zum Frühstück vorbei und bleibt bis zum Nachmittag, probiert sich durch das Mehlspeisensortiment und hat immer das Gefühl, ein Stück vom Bezirk mitzunehmen. Die Cafés im 7. Bezirk leben vom Kontrast: hier internationale Einflüsse, dort ganz bodenständig, doch immer mit viel Gespür für Qualität und Atmosphäre. Untenstehend unsere Favoriten.

Ali Juus

Zollergasse 9, 1070 Wien
(c) Ali Juus

Zwischen all den Cafés im 7. Bezirk, die mit Frühstück oder Kuchen locken, gibt es auch etwas, das perfekt dazu passt: die frischen Fruchtsäfte von Ali Juus in der Zollergasse. Das Sortiment reicht von Klassikern wie Orange, Grapefruit und Granatapfel bis zu exotischen Mischungen: Mango trifft auf Passionsfrucht, Himbeere auf Apfel, Zitrone auf Ingwer. Jeder Saft hat seinen eigenen Charakter, mal süß und rund, mal frisch und spritzig.

Was die Flaschen verbindet, ist der Anspruch auf höchste Qualität: 100 % Frucht, keine Zusätze, nichts außer purem Geschmack. So werden sie zu idealen Begleitern beim Frühstück oder Nachmittagskaffee. Und auch beim Thema Nachhaltigkeit geht Ali Juus seinen Weg: Was nicht rechtzeitig verkauft wird, landet nicht im Müll, sondern bei der Wiener Tafel, wo die Säfte Einrichtungen wie Frauenhäuser oder Obdachlosenheime erreichen. Ein Stück Neubauer Café-Kultur, das Genuss und Verantwortung verbindet.

Cafe Comet

Kirchengasse 44, 1070 Wien
(c) Ina Dieringer

In der Kirchengasse 44 hat sich mit dem Café Comet ein Ort etabliert, der den 7. Bezirk um eine weitere Facette seiner vielfältigen Kaffeekultur bereichert. Hier dreht sich alles um die Röstungen von Fürth Kaffee, die als Cappuccino, Americano oder als kreative Varianten wie „Bloody Orange Drip“ – Kaffee mit Orangensaft – serviert werden. Wer es kühler mag, greift zu Cold Brew oder Cappuccino Freddo. Milchalternativen wie Hafer, Soja oder laktosefreie Milch sind selbstverständlich und ohne Aufpreis erhältlich.

Zum Kaffee gibt es feines Gebäck vom Mehlspeis-Labor: Croissants – vegan, Dinkel-Quinoa oder Pain au chocolat –, Cheesecake, Karottenkuchen oder Peanut-Brownies. Das Interieur ist hell, mit bunten Akzenten, Kunstwerken und einem gelben Bücherregal, das dem Raum eine spielerische Note verleiht. Reservierungen nimmt das Café nicht an, doch meist findet man einen Platz, sei es am Fenster oder zwischen den Pflanzen und Möbeln, die das Comet zu einem unaufgeregten, aber lebendigen Treffpunkt machen.

Espresso

Burggasse 57, 1070 Wien
(c) Ina Dieringer

Das Espresso ist im 7. Bezirk längst eine Institution- nicht nur für guten Kaffee, sondern für eine Gastronomie, die seit über zwei Jahrzehnten kompromisslos auf ehrliche Produkte setzt. BIO war hier schon Thema, bevor es offiziell wurde: kleine Produzent*innen, sorgfältig ausgewählte Lebensmittel und die Überzeugung, dass Genuss nur dann Sinn macht, wenn er natürlich gewachsen ist. Seit 2020 trägt das Lokal auch das offizielle BIO-Zertifikat- für das Espresso eine Selbstverständlichkeit, weil, wie es dort heißt: „Weil Bio logisch ist.“

Neben Frühstück, Mittagstisch und Apero hat sich das Haus 2023 noch erweitert: Das Espresso Buffet bringt die Philosophie auch zum Mitnehmen. Hier findet man frisches Obst und Gemüse, Käse, hausgemachte Wurst, Fleisch, Milch, Eier – und natürlich Wein. In der hauseigenen Backstube sorgt Herr Ährnst alias Julian Lubinger für feinstes Plundergebäck, Focaccia und Sauerteigbrot. Alles zu 100 % Bio, alles mit viel Leidenschaft gemacht- genau so, wie es zum Charakter dieses Lokals passt.

Kaffemik

Zollergasse 5, 1070 Wien

Das kleine Café gehört zu den Pionieren der Specialty-Szene in Wien und versteht sich als Schaufenster für ausgewählte Röstereien aus aller Welt ebenso wie für die hauseigenen kaffemik Coffee Roasters. Wer hier einkehrt, findet nicht nur Cappuccino oder Flat White, sondern eine laufend wechselnde Auswahl an Bohnen, die wie beim professionellen „Cupping“ verkostet werden können.

Neben dem Cafébetrieb bietet kaffemik auch Workshops, Verkostungen und den Direktverkauf von Bohnen und Zubehör. Der Fokus liegt dabei auf Transparenz, Nachhaltigkeit und auf Produzent*innen, die fair arbeiten und außergewöhnliche Qualität liefern. Das Interieur ist reduziert, fast puristisch – hier steht eindeutig der Kaffee im Mittelpunkt.

Calienna

Neubaugasse 68, 1070 Wien
(c) Ina Dieringer

Zwischen üppigem Grün, Design-Objekten und einem Shop, der Pflanzen, Kunst und Accessoires vereint, entsteht im Calienna eine Atmosphäre, die an einen urbanen Dschungel erinnert. Wer sich mit einem Cappuccino oder Flat White an einen der hellen Tische setzt, sitzt gleichzeitig mitten in einem Konzept, das Café, Galerie und Lifestyle-Store miteinander verschränkt.

Seit der Eröffnung im Jahr 2020 hat Calienna seinen Platz im 7. Bezirk gefunden: als Ruhepol für Kaffeeliebhaberinnen und Kaffeeliebhaber, als Inspirationsquelle für Designaffine und als Treffpunkt für alle, die Natur und Kreativität in die Stadt zurückholen wollen. Kaffee trinken wird hier zum Teil eines Gesamterlebnisses- ein Zusammenspiel aus Genuss, Ästhetik und urbaner Gelassenheit.