Wo einst Kaiser Franz Joseph mit der Sisi vorfuhr, feierten am Dienstagabend 150 Gäste eine der spannendsten Gastronomie-Geschichten Wiens. Das Restaurant Vestibül Wien feierte sein 25-jähriges Bestehen mit einem stimmungsvollen Abend im Burgtheater. Gäste aus Gastronomie, Kultur, Wirtschaft und Politik kamen am Universitätsring zusammen und machten das Jubiläum zu einem Treffpunkt der Wiener Szene.
Von der Familienidee zur Wiener Institution
Die Geschichte beginnt im Jahr 2000, als Leo Doppler das Lokal in der ehemaligen kaiserlichen Kutscheneinfahrt als Familienbetrieb eröffnete. Anfangs nur als Café für die Besucher des Theaters gedacht, avancierte es als Restaurant schnell zu einem beliebten Treffpunkt für heimische und internationale Gäste, einerseits wegen des selbst für Wien einzigartigen Ambientes, andererseits wegen der Küche.
2003 übernahm seine Schwester Veronika Doppler das Ruder und ließ es seitdem nie mehr los. Über zwei Jahrzehnte hat sie das Haus geprägt, geformt und mit einer persönlichen Handschrift versehen, die man sofort spürt, sobald man durch die Tür tritt.

– Veronika DOPPLER mit Bruder Leo und dessen Ehefrau
Vorhang auf für eine Wiener Legende
Zwischen Tafel und Schank traf sich, was in Wien Rang und Namen hat: Schauspielgrößen wie Dörte Lyssewski, Maria Happel, Max Simonischek und Roland Koch sorgten für Theaterflair, während Persönlichkeiten wie Martina Hohenlohe, Rainer Nowak oder Hans Mahr das mediale Gewicht des Abends unterstrichen.
Auch die Gastronomie- und Weinszene war prominent vertreten. Unter anderem mit Fritz Wieninger, Gernot Heinrich und Heinz Velich. Dazu gesellten sich bekannte Gesichter aus Wirtschaft und Politik, die das Vestibül einmal mehr als Treffpunkt der Wiener Netzwerke bestätigten..
In entspannter Atmosphäre wurde angestoßen, diskutiert und gefeiert. Zwischen Champagnergläsern und angeregten Gesprächen entstand genau jene Leichtigkeit, die das Vestibül seit 25 Jahren auszeichnet.
Eine Rede, die den Raum füllte
Dann ergriff Veronika Doppler das Wort und der Marmorsaal hörte zu. Mit Humor und echter Bewegtheit blickte sie zurück auf 25 Jahre, die sie offensichtlich von Herzen geprägt haben. Kein großes Pathos, dafür umso mehr Aufrichtigkeit. Sie dankte den Gästen, den Wegbegleitern und stellte dabei immer wieder ihr Team in den Mittelpunkt. Denn das, so machte sie klar, ist das eigentliche Geheimnis des Vestibüls: nicht ein Ort, den eine Person trägt, sondern einer, den viele gemeinsam halten.
Auch Stefan Bachmann, künstlerischer Direktor des Burgtheaters, ergriff das Wort und machte deutlich, was Bühne und Tisch seit einem Vierteljahrhundert verbindet. Burgtheater und Vestibül seien ein Team und mit dem neuen Konzept werde diese Verbindung noch stärker. Zwei Häuser, ein Gedanke, ein gemeinsamer Anspruch an den Abend. Dass das Jubiläum des Vestibüls ausgerechnet in jenes Jahr fällt, in dem das Burgtheater seinen 250. Geburtstag feiert, gab dem ganzen Abend eine besondere, fast symbiotische Note.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der feierliche Tortenanschnitt, der das Jubiläum symbolisch unterstrich und in einen geselligen Ausklang überleitete.
So wurde die 25-Jahr-Feier des Vestibüls zu einem Abend, der nicht nur die Geschichte des Hauses würdigte, sondern vor allem zeigte, wie sehr es im heutigen Wiener Leben verankert ist.


Kaiserliche Kulisse, Wiener Seele
Die Küche erzählte an diesem Abend ihre eigene Geschichte: Gang für Gang ein Liebesbrief an Wien. Christoph Schuch, der Küchenchef, der dem Vestibül seit Jahren seine unverwechselbare Handschrift gibt, was Wiener Küche wirklich bedeutet: keine Nostalgie, sondern lebendiges Handwerk. Gerichte, die in vielen Küchen der Stadt längst verschwunden sind, hier aber mit Selbstverständlichkeit und Präzision auf den Tisch kommen.
Wildschwein Brat’l, Flußwels, Reh: Produkte, die Wien kennt, aber selten so behandelt bekommt. Das Szegediner Hummerkrautfleisch, seit Jahren ein Fixpunkt auf der Karte, durfte dabei natürlich nicht fehlen. Verwurzelt in Wien, aber mit eigenem Dreh. Schaumrolle und Burgtheaterlinzer rundeten den Abend ab. Süß, klassisch, unwiderstehlich. Wie Wien eben.

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Hans MAHR, Christian DOMSCHITZ
25 Jahre Vestibül Wien
Seit seiner Gründung im Jahr 2000 hat sich das Restaurant im Burgtheater zu einer festen Größe der Wiener Gastronomie entwickelt. Seit 2003 führt Veronika Doppler das Haus und prägt es mit persönlichem Engagement und Gespür für Atmosphäre.
Das Jubiläum zeigte eindrucksvoll, wofür das Vestibül steht: nicht nur für gutes Essen, sondern vor allem für Begegnung. Oder anders gesagt: für genau jene Abende, wie man sie nur in Wien erlebt.

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Restaurant Vestibül | Universitätsring 2, 1010 Wien












