Kolumne von Franz Bernthaler
Die Wahrnehmung von Restaurantpreisen verändert sich. Lebensmittel, Energie und Personal haben sich verteuert, gleichzeitig entscheiden Gäste bewusster, wofür sie ihr Geld ausgeben. Damit rückt eine Frage stärker in den Mittelpunkt: Welchen Wert bietet mir ein Restaurantbesuch?
Für die österreichische Gastronomie ist das eine große Chance. Denn Gäste wollen weiterhin genießen, neue Restaurants entdecken und besondere Momente erleben. Entscheidend ist ein überzeugendes Verhältnis zwischen Preis, Qualität und Erlebnis.
Gäste suchen Wert und Qualität
Ein attraktives gastronomisches Angebot überzeugt durch seinen Wert. Gerade in der gehobenen Gastronomie besteht dieser aus weit mehr als den Lebensmitteln auf dem Teller. Handwerk, Service, Ambiente, Kreativität, Gastfreundschaft und Atmosphäre schaffen gemeinsam das Erlebnis.
Diese Wertigkeit gilt es noch stärker sichtbar und erlebbar zu machen.
Genau hier setzt für mich auch die Restaurantwoche an.
Premium-Genuss planbar machen
Bei der Restaurantwoche steht eine klare Idee im Mittelpunkt: Gästen einen kalkulierbaren Einstieg in ausgezeichnete Restaurants zu ermöglichen und den teilnehmenden Betrieben zusätzliche Frequenz zu bringen.
Die nächste Restaurantwoche findet vom 31. August bis 6. September 2026 statt. Der Termin liegt bewusst in einer traditionell ruhigeren Gastronomiewoche. Viele Gäste kommen aus dem Urlaub zurück und starten wieder in ihren gewohnten Alltag.
Für Restaurants bietet dieser Zeitraum die Chance, zusätzliche Nachfrage zu aktivieren und neue Gäste zu gewinnen.
Die Restaurantwoche schafft dafür einen konkreten Anlass: planbarer Premium-Genuss mit klarer Preis-Leistungs-Orientierung.
Der Gast weiß bereits bei der Reservierung, welches Angebot und welcher preisliche Rahmen ihn erwarten. Diese Transparenz schafft Vertrauen und macht es leichter, ein Restaurant kennenzulernen, das vielleicht schon länger auf der persönlichen Wunschliste steht.
Aus Erstbesuchern Stammgäste machen
Genau darin sehe ich einen wesentlichen wirtschaftlichen Mehrwert.
Bei einem neuen Restaurant möchte der Gast wissen: Welche Küche erwartet mich? Passt das Restaurant zu mir? Welches Erlebnis bekomme ich für mein Geld?
Ein klar definiertes Angebot erleichtert diese Entscheidung. Aus dem Gedanken „Dort wollte ich schon immer einmal essen“ wird eine konkrete Reservierung.
Ab diesem Moment hat das Restaurant die große Chance, selbst zu überzeugen. Küche, Service, Atmosphäre und Gastfreundschaft entscheiden darüber, ob aus einem Erstbesuch eine langfristige Beziehung entsteht.
Die Restaurantwoche ist damit weit mehr als eine Woche zusätzlicher Reservierungen. Sie kann ein Instrument zur nachhaltigen Gästegewinnung sein.
Value for Money wird entscheidend
Für die Gastronomie wird es immer wichtiger, den Wert ihrer Leistung klar zu vermitteln. Gäste beurteilen einen Restaurantbesuch danach, welches Gesamterlebnis sie für ihr Geld erhalten.
Deshalb wird Value for Money zu einem der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren der kommenden Jahre.
Dabei geht es ausdrücklich um Qualität und Wertigkeit. Ein Menü um 100 Euro kann ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, wenn Produkt, Küche, Service und Erlebnis überzeugen.
Für Restaurants eröffnet sich damit die Möglichkeit, ihre Qualität noch stärker zu kommunizieren und ihren Gästen zu zeigen, was hinter einem gelungenen Restaurantbesuch steckt.
Frequenz intelligent steuern
Gleichzeitig sollten wir Gastronomie stärker unter dem Gesichtspunkt der Auslastung betrachten.
Hotels und Airlines steuern ihre Kapazitäten seit Jahrzehnten gezielt. Auch Restaurants können Nachfrage stärker in jene Zeiträume lenken, in denen zusätzliche Frequenz besonders wertvoll ist.
Dafür braucht es attraktive Anlässe und eine professionelle Vermarktung.
Die Restaurantwoche ist ein solcher Anlass. Sie bringt Gäste und Restaurants zu einem Zeitpunkt zusammen, an dem beide Seiten profitieren: Gäste entdecken ausgezeichnete Gastronomie mit hoher Planungssicherheit, Restaurants gewinnen zusätzliche Frequenz und potenzielle Stammgäste.
Genau darin liegt für mich die Zukunft erfolgreicher Gastronomievermarktung: Qualität sichtbar machen, Wert vermitteln und Nachfrage intelligent steuern.
Denn am Ende zählt ein Satz, den jeder Gastronom von seinen Gästen hören möchte:
Das war seinen Preis wert.
Über Franz Bernthaler
Franz Bernthaler ist Geschäftsführer der Culinarius Gruppe und Herausgeber von Gastro.News. Seit mehr als zwei Jahrzehnten beschäftigt er sich mit Gastronomie, Restaurantmarketing, Digitalisierung und der wirtschaftlichen Entwicklung der Branche.
In seiner Gastro.News-Kolumne schreibt er regelmäßig über Entwicklungen, Chancen und Fehlentwicklungen in Gastronomie und Tourismus – aus der Perspektive eines Unternehmers und Brancheninsiders.
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