New York darf sich über einen österreichischen Neuzugang freuen – doch handelt es sich nicht etwa um ein ausgefallenes Schnitzel-Restaurant. Während sich in Manhattan sonst ein innovatives Gastro-Konzept an das nächste reiht, setzt die Grazer Bäckerei Martin Auer auf genau eine Sache: Roggenbrot.
Mit RYE by MARTIN AUER hat das Familienunternehmen seine erste Filiale außerhalb Österreichs eröffnet. Der Standort? 285 Lafayette Street mitten in Manhattan. Das Gebäude hat übrigens schon vor Auer Geschichte geschrieben: Hier lebte einst David Bowie. Jetzt wird dort österreichisches Sauerteigbrot gebacken.
Von der Steiermark nach Manhatten
Das Konzept von RYE ist fast schon radikal simpel. Verkauft wird ausschließlich das namensgebende 100-prozentige Bio-Roggen-Sauerteigbrot, gebacken aus österreichischem Roggen. Dazu gibt es diverse Aufstrichbrote als kleine Happen, wenn man nicht gleich den ganzen Laib einkaufen will.
Bäckereien sind im Big Apple zwar keine Seltenheit, doch Martin Auer setzt ganz bewusst auf die Qualität seines Landbrotes, statt mit anderen Gastronomiebetrieben in der Nachbarschaft um das beste Baguette oder Croissant zu konkurrieren.
Wir wollten nie einfach eine weitere Bäckerei in New York eröffnen. Baguette, Croissant, Weizenbrot und Kaffee gibt es dort in großer Vielfalt und teilweise hervorragender Qualität. Wir konzentrieren uns deshalb auf das, worin wir außergewöhnlich gut sind: unser 100-prozentiges bio Roggen-Sauerteigbrot.
Martin Auer


Hinter dem New-York-Abenteuer steckt auch eine persönliche Geschichte. Für Martin Auer war New York schon seit seiner Kindheit eine besondere Stadt. Seine Großmutter wollte einst mit ihrer Familie dorthin auswandern – daraus wurde damals nichts.
Jetzt ist Auer selbst in New York angekommen. Gemeinsam mit seinem Sohn Tim und einem Team vor Ort hat er RYE eröffnet. Unterstützt wurde das Projekt auch von Bäckermeister Alex, bekannt aus der Grazer Filiale am Hauptplatz, der die Rezeptur gemeinsam mit dem Team weiterentwickelte und die New Yorker Bäcker einschulte.
Dass die New Yorkerinnen und New Yorker nun das RYE aus Graz in ihrer Stadt kaufen können, freut uns ganz besonders.
Martin Auer
Steirisches Roggenbrot als Luxusgut
Ganz günstig ist der österreichische Brotexport allerdings nicht: Rund 60 Dollar kostet ein Laib RYE. Dafür bekommt man nicht nur Brot, sondern auch eine ziemlich spezielle Kombination aus steirischem Handwerk, New Yorker Großstadtflair und einer gehörigen Portion Familiengeschichte.
Und irgendwie passt das Konzept erstaunlich gut nach Manhattan: weniger Auswahl, dafür eine klare Ansage. RYE ist damit nicht einfach die nächste österreichische Bäckerei in New York. Es ist ein ziemlich konsequenter Versuch, einem Lebensmittel, das bei uns zum Alltag gehört, auf der anderen Seite des Atlantiks einen kleinen Wow-Moment zu verpassen.
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