Der Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäcker hat seinen traditionsreichen Standort im Palais Todesco behutsam neugestaltet. Eine neue Schaubackstube, doppelt so viele Sitzplätze im ersten Stock und ein an der Gründerzeit orientiertes Gestaltungskonzept sollen Wiener Kaffeehauskultur unmittelbar erlebbar machen.
Wer künftig bei Gerstner im Palais Todesco eine Torte bestellt, kann möglicherweise auch einen Blick auf ihre Vollendung werfen. Denn mit der Revitalisierung seines Stammhauses rückt das Unternehmen sein eigentliches Herzstück stärker in den Mittelpunkt: das traditionelle Zuckerbäckerhandwerk.
In der neuen Schaubackstube können Gäste täglich beobachten, wie Torten verziert und fertiggestellt werden. Was normalerweise hinter verschlossenen Türen geschieht, wird damit Teil des Kaffeehausbesuchs.

Mit der Schaubackstube machen wir einen wesentlichen Teil unserer Identität sichtbar und erlebbar“, erklärt Herbert Fuchs, Geschäftsführer von GOURMET, im Gespräch mit Gastro.News.
Die Gäste sollen dadurch einen authentischen Einblick in das Zuckerbäckerhandwerk erhalten. Gleichzeitig möchte Gerstner die Aufmerksamkeit und Wertschätzung für ein traditionelles Handwerk stärken, das seit Generationen eng mit dem Unternehmen verbunden ist.
Mehr als eine klassische Kaffeepause
Die Neugestaltung des Palais Todesco folgt einem klaren Anspruch: Der Besuch soll nicht bei Kaffee und Mehlspeise enden, sondern zu einer kleinen Reise durch die Geschichte des Hauses werden.
„Ein Besuch bei Gerstner soll mehr sein als eine Kaffeepause. Unser Anspruch ist es, die Tradition des Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäckers ins 21. Jahrhundert zu tragen und dabei die Geschichte des Hauses mit zeitgemäßer Gastlichkeit zu verbinden. Wir geben unseren Gästen die Möglichkeit, in die Welt des Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäckers einzutauchen und echte Wiener Kaffeehauskultur zu erleben“, sagt Fuchs.
Mit dem neuen Konzept will Gerstner sowohl Wienerinnen und Wiener als auch internationale Besucherinnen und Besucher ansprechen. Eine einzelne Zielgruppe steht dabei bewusst nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es um das Gerstner-Erlebnis als Verbindung von Handwerk, Gastfreundschaft und Tradition.

Keine Reaktion auf einen kurzfristigen Trend
Gastronomiebetriebe setzen zunehmend auf Inszenierung und besondere Erlebnisse. Die Veränderungen bei Gerstner möchte Fuchs jedoch nicht als Reaktion auf einen kurzfristigen Trend verstanden wissen.
„Unser Ziel war keine Reaktion auf Trends, sondern die Weiterentwicklung dessen, wofür Gerstner seit Generationen steht. Mit der Schaubackstube, dem neuen Gestaltungskonzept und zusätzlichen Aufenthaltsbereichen machen wir unser Zuckerbäckerhandwerk und die Wiener Kaffeehauskultur für Gäste noch unmittelbarer erlebbar.“

Gründerzeit neu interpretiert
Auch architektonisch orientiert sich der revitalisierte Standort an seiner Geschichte. Hochwertige Materialien, historische Gestaltungselemente und sorgfältig ausgearbeitete Details greifen die Atmosphäre der ehemaligen K. u. K. Monarchie auf, ohne das Palais in ein Museum zu verwandeln.
Dafür wurde die architektonische Handschrift der Wiener Gründerzeit mit Formen und Gestaltungselementen verbunden, die teilweise auf frühere Gerstner-Standorte zurückgehen. Auch die Farb- und Formensprache wurde aus der Markenidentität des Traditionshauses entwickelt.
„Tradition verstehen wir dabei als etwas Lebendiges, das mit großer Sorgfalt gepflegt und weiterentwickelt werden muss“, sagt Fuchs.
Bereits Unternehmensgründer Anton Gerstner habe für unternehmerischen Weitblick und den Mut gestanden, neue Wege zu gehen. Diese Haltung, Tradition zu bewahren und zugleich weiterzudenken, sei bis heute Teil der DNA des Hauses.

Doppelt so viele Sitzplätze
Neben der Schaubackstube und dem neuen Erscheinungsbild wurde auch das Raumangebot erweitert. Im ersten Stock stehen den Gästen künftig doppelt so viele Sitzplätze zur Verfügung. Dort lädt zudem die Schlumberger Sparkling Bar zum Verweilen ein.
Gleichzeitig wurden die Besucherführung und die internen Abläufe neu organisiert. Für Fuchs stand dabei jedoch nicht allein die Kapazität im Vordergrund.
„Das war für uns aber nie eine reine Frage von Sitzplätzen oder Kapazitäten. Entscheidend war die Atmosphäre, die daraus entsteht: ein Ort, an dem sich unsere Gäste wohlfühlen.“

Stammhaus als Bühne der Marke
Das Palais Todesco gegenüber der Wiener Staatsoper ist für Gerstner weit mehr als eine prominente Adresse. Es gilt als Stammhaus und als einer der wichtigsten Orte, an denen die unterschiedlichen Bereiche der Marke zusammenkommen.
„Hier verbinden sich unsere Geschichte seit 1847, Zuckerbäckerhandwerk, Wiener Kaffeehauskultur, Kulinarik und Gastfreundschaft“, betont Fuchs.
Mit der Revitalisierung will Gerstner daher nicht nur zusätzliche Flächen schaffen, sondern die Geschichte des Hauses weitererzählen und für kommende Generationen bewahren.
„Tradition bedeutet für uns nicht, stehen zu bleiben, sondern das Wertvolle zu bewahren und mit großer Sorgfalt in die Zukunft zu führen.“
Gerstner Palais Todescot Hummel
Kärntner Straße 51
1010 Wien
Link zum Palais Todesco












