Ottakring serviert keine glatte Postkartenidylle, sondern einen Teller voller Gegensätze. Zwischen Straßen voller Obst- und Gemüsekisten und dem Duft von frisch gebackenem Brot entsteht ein Alltag, der kulinarisch nach Weltreise schmeckt. Hier mischen sich Einflüsse aus allen Himmelsrichtungen zu einem dichten Geflecht aus Aromen, das laut, lebendig und ungeschönt wirkt. Gleichzeitig bleibt der Bezirk seiner Tradition treu: Deftige Kost, die satt macht, und einfache Gerichte, die Geschichten von Generationen tragen, halten das Fundament. Diese Mischung aus kultureller Vielfalt und unverfälschter Ehrlichkeit macht Ottakring zu einem Ort, an dem man nicht nur isst, sondern das Essen als Teil des Lebensrhythmus spürt.

Saigon
Neulerchenfelder 37, 1160 Wien

Das Saigon Vienna an der Neulerchenfelder Straße widmet sich der vietnamesischen Küche in ihrer klassischen, alltagstauglichen Form. Gekocht wird traditionell, mit klarer Orientierung an bekannten Gerichten aus Vietnam – von Pho über Reisnudelsuppen bis zu Sommerrollen und Reisgerichten. Der Zugang ist bewusst unkompliziert, die Küche verständlich und auf Frische ausgelegt.
Im Mittelpunkt stehen kräftige Brühen, frische Kräuter und ausgewogene Aromen. Die Pho wird klassisch serviert, ergänzt durch verschiedene Reisnudelvariationen und Hauptgerichte mit Rindfleisch oder gegrilltem Hühnerfleisch. Daneben finden sich vegetarische Optionen wie gebratene Shiitake-Pilze mit Gemüse oder Seitan. Ein Teil der Karte setzt auf sogenannte „Do-it-yourself“-Gerichte, bei denen die Komponenten am Tisch kombiniert werden – ein Format, das in Vietnam weit verbreitet ist.
Das Saigon Vienna positioniert sich als Lokal für unterschiedliche Tageszeiten: mittags für ein schnelles, warmes Essen, abends für ein ruhigeres Dinner. Zusätzlich wird ein Mittagsmenü angeboten, das sich an klassischer vietnamesischer Küche orientiert. Alle Speisen sind auch zum Mitnehmen erhältlich.
Der Anspruch des Hauses liegt weniger im Experiment als in der Verlässlichkeit: authentische Rezepte, saubere Ausführung und eine Küche, die ohne große Erklärungen funktioniert. Saigon Vienna ist damit kein Trend-Spot, sondern ein solides vietnamesisches Restaurant für den Alltag – in einem Bezirk, in dem genau das gut angenommen wird.

Terra Rossa
Roterdstraße 3, 1160 Wien

Hier geht es ums echte Schmecken: schwarze Risotto-Paella mit Oktopus, handgerollte Kürbis-Gnocchi in brauner Butter, gegrillte Pfirsiche mit Burrata. Die Gerichte wirken wie Postkarten aus dem Süden, die man im 16. Bezirk auf den Teller gelegt bekommt. Mediterrane Leichtigkeit trifft auf Wiener Schmäh, und genau dieser Gegensatz macht das Lokal spannend.
Das Essen hat etwas Bodenständiges, ohne fad zu sein. Statt überladenem Firlefanz gibt’s klare Aromen, gutes Handwerk und Portionen, die zum Teilen einladen. Im Sommer sitzt man zwischen Olivenbäumen im Garten, im Winter wärmt das Innere mit Terracottafarben und duftenden Tellern. Ein Besuch fühlt sich weniger wie Ausgehen an- eher wie ein kleiner Urlaub, den man zufällig in der Vorstadt gefunden hat.

Sanny & Michi
Brunnengasse 69 4/5, 1160 Wien

Im „Sanny & Michi“ schmeckt Wien so, wie man es gern hat: deftig, ehrlich und mit einem Augenzwinkern serviert. Wiener Klassiker treffen hier auf vegetarische Schmankerl, alles hausgemacht, alles aus der Region. Statt Schnickschnack geht es um klare Aromen: ein Saft’l, das nach Sonntag riecht, Knödel, die satt machen, und Gemüsegerichte, die beweisen, dass Wirtshausküche mehr kann als Fleisch.
Was das Lokal besonders macht, sind aber nicht nur die Speisen, sondern die Wirtsleut selbst. Sanny und Michi sind Gastgeber mit Herz, die lieber ein offenes Wort riskieren, als eine halbe Sache zu servieren. Am Yppenplatz wird das Wirtshaus wieder zu dem, was es immer war: ein Ort zum Reden, Essen, Trinken- und zum Bleiben.

Kafeneon
Payergasse 7, 1160 Wien

Das Kafeneon versteht sich als Stück Griechenland in Wien: Ein Bistro, das mediterrane Lebensfreude mit traditionellen Rezepten verbindet. Auf der Karte stehen klassische Vorspeisen wie Gigantes, Tzatziki, Zucchini-Kroketten oder Melanzani Saganaki mit Tomatensauce und Feta. Dazu kommen herzhafte Hauptgerichte wie Moussaka, Papoutsaki mit Rindsfaschiertem und Béchamel oder Stifado; wahlweise mit Rind, Pilzen oder Lamm nach kretischer Art. Auch frischer Fisch hat einen festen Platz, bevor das Menü mit griechischen Desserts wie Olivenöl- und Joghurt-Mousse abgerundet wird.
Gegründet von Alex Burget, dessen Mutter aus Kreta stammt, setzt das Kafeneon bewusst auf regionale Zutaten und eine enge Zusammenarbeit mit Produzenten, die Qualität und Authentizität in den Mittelpunkt stellen. Die Küche wurde von Kias Burget konzipiert, einem ausgezeichneten Koch. Im Mittelpunkt steht nicht Effekthascherei, sondern eine klare Linie: authentische Spezialitäten, sorgfältig zubereitet, in einer Atmosphäre, die an ein klassisches griechisches Kafeneion erinnert.












