Traditionsheuriger Wambacher erneut insolvent

Anna Gugerell

© Wambacher

Das traditionsreiche Heurigen-Restaurant Wambacher in Wien-Hietzing steht erneut vor dem Aus. Über die Betreiberin, die Masek Genuss GmbH, wurde Ende Dezember 2025 ein Konkursverfahren eröffnet. Damit ist ein weiterer Sanierungsversuch gescheitert.

Der Traditionsheurige besteht bereits seit 170 Jahren und bietet gutbürgerliche, böhmische Küche. Das Warmbacher-Schnitzel soll besonders gut sein – was sonst? Vor allem der gemütliche Innenhofgarten ist über Hietzings Grenzen bekannt. Wie es damit weitergeht, ist noch unklar.

Konkursverfahren Ende Dezember eröffnet

Laut Angaben des Kreditschutzverbands wurde „am 30.12.2025 über das Vermögen der Masek Genuss GmbH ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien eröffnet“. Gläubiger können ihre Forderungen bis 24. Februar 2026 über den KSV1870 anmelden. Die erste Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist für den 10. März 2026 angesetzt.

Sanierungsversuch blieb ohne nachhaltigen Erfolg

Bereits im Februar 2024 hatte das Unternehmen ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eingeleitet. Ziel war es, den laufenden Betrieb auf Basis eines bestätigten Sanierungsplans fortzuführen. Der Plan wurde im Juni 2024 angenommen, zudem konnten laut Creditreform zwei Teilquoten bedient werden. Dennoch verschärfte sich die wirtschaftliche Lage im weiteren Verlauf, sodass im Herbst 2025 ein neuerlicher Insolvenzantrag eingebracht wurde. Von der aktuellen Pleite sollen 13 Mitarbeiter:innen betroffen sein.

Wirt Simon Masek © joham

Steigende Kosten und sinkende Liquidität

Im nun vorliegenden Insolvenzantrag wird die finanzielle Entwicklung detailliert beschrieben. Darin heißt es: „In der Anfangsphase des Sanierungsverfahrens war die Gesellschaft in der Lage, die vorgesehenen Quotenzahlungen ordnungsgemäß zu leisten. Ab dem Frühjahr 2025 verschlechterte sich die Liquiditätslage jedoch zunehmend.“ Als Hauptursachen werden eine dauerhaft angespannte Kostenstruktur, hohe Abgaben- und Lohnnebenkosten sowie zusätzliche Belastungen wie die Besteuerung der Trinkgelder genannt.

Hervorzuheben ist, dass die Geschäftsführung zu jedem Zeitpunkt umgehend organisatorische und wirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen gesetzt hat.

Gleichzeitig wird betont, dass die Geschäftsführung laufend Maßnahmen gesetzt habe, um gegenzusteuern. „Hervorzuheben ist, dass die Geschäftsführung zu jedem Zeitpunkt umgehend organisatorische und wirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen gesetzt hat“, heißt es weiter. Letztlich habe jedoch die Kombination aus schwacher Ertragslage und fehlender kurzfristiger Liquidität dazu geführt, dass die Voraussetzungen für eine Fortführung der Sanierung nicht mehr gegeben waren. „Mangels ausreichender Mittel musste schließlich festgestellt werden, dass die Sanierung gescheitert ist.“

Wambacher

Lainzer Straße 123, 1130 Wien