Neuübernahme: Schutzhaus Heustadlwasser

Ina Dieringer

Im Wiener Prater hat ein traditionsreicher Ort ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das Schutzhaus Heustadlwasser ist zurück – mit neuem Pächter, klarer Linie und einer Mischung aus Wiener Wirtshaus und persönlicher Handschrift.

„Ich wollte schon lange mein eigenes Lokal“, sagt Mahesh Kurra. Der Gastronom, der viele Jahre in der Branche gearbeitet hat, suchte gemeinsam mit seiner Partnerin nach einem passenden Objekt – vergeblich. „Wir haben uns viel angeschaut, aber nichts hat wirklich gepasst. Irgendwann haben wir sogar aufgehört zu suchen.“ Und dann ging plötzlich alles schnell. „Das Schutzhaus war gerade einmal einen Tag ausgeschrieben. Wir hatten einfach Glück. Es war perfekt für uns. Genau das, was wir suchten.”

Ein Ort, der für sich arbeitet

Was Kurra überzeugt hat, war nicht nur das Lokal selbst, sondern vor allem die Lage. „Du bist hier im Kleingartenverein, hast also automatisch viele Stammgäste – und gleichzeitig kommen Leute vom Prater vorbei.“ Gerade im Sommer spielt der Ort seine Stärken aus. „Durch die Bäume hast du viel Schatten, der Gastgarten ist wirklich schön. Das ist ein Platz, der für sich arbeitet.“ Innen bietet das Schutzhaus rund 80 Sitzplätze, dazu kommt ein eigener Veranstaltungsraum. Draußen erweitert sich das Ganze auf insgesamt bis zu 150-200 Gäste. „Das gibt uns viele Möglichkeiten“, sagt Kurra.

Wiener Küche – aber nicht stehen geblieben

Kulinarisch war die Richtung von Anfang an klar. „Die Wiener Küche war gewünscht und das passt auch zu mir. Ich habe viel Erfahrung darin.“ Klassiker bleiben daher fixer Bestandteil der Karte. Ganz ohne persönliche Note bleibt es aber nicht. „Ich habe auch viel in der Fusion-Küche gearbeitet. Und ich bin Inder, das fließt natürlich ein.“ So finden sich neben klassischen Gerichten auch internationale Einflüsse. „Ich will nichts ersetzen, sondern ergänzen“, sagt Kurra. „Es soll für alle etwas dabei sein.“ Dass dieses Konzept funktioniert, hat sich schneller gezeigt als erwartet. „Wir haben zweieinhalb Wochen nach der Eröffnung einen indischen Abend gemacht.“ Die Nachfrage sei so groß gewesen, dass weitere Termine bereits geplant sind. „Das hat uns selbst überrascht.“

Mehr als nur ein Gasthaus

Unterstützt wird Kurra von seiner Partnerin, die im Hintergrund die Fäden zieht. „Sie ist die gute Fee“, sagt er. „Ohne sie würde vieles nicht funktionieren.“ Gemeinsam denken sie das Schutzhaus bewusst weiter. „Wir wollen mehr als nur ein Restaurant sein.“ Geplant sind Veranstaltungen, die an die klassische Schutzhauskultur anknüpfen, aber zeitgemäß gedacht. „Live-Musik, Kabarett, Lesungen – solche Dinge“, zählt Kurra auf. „Und wenn möglich ohne Eintritt. Es soll für alle zugänglich sein.“

Große Inszenierung sucht man hier vergeblich – und genau das macht den Reiz aus. Statt Konzeptgastronomie setzt das Schutzhaus Heustadlwasser auf Verlässlichkeit, Atmosphäre und eine Küche, die sich ihrer Wurzeln bewusst ist, ohne stehen zu bleiben.Oder, wie Mahesh Kurra es selbst formuliert: „Am wichtigsten ist, dass sich die Leute wohlfühlen und wiederkommen.“

Stemmerallee 81, 1020 Wien

Montag – Mittwoch: 11:30 – 21:00
Donnerstag: Geschlossen
Freitag – Sonntag: 11:30 – 21:00