Spittelberg – Wie viel Soul steckt wirklich in der pflanzlichen Küche des “Soula.”

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Offene Küche im neuen Soula am Spittelberg: Bild: Marko Locatin

Was kann die rein pflanzliche Küche wirklich? Genuss-Autor Marko Locatin war vor Ort und hatte u.a. Beef Tatar von der Roten Rübe und einen Schweinsbraten ohne Schwein.

Zwar erst wenige Wochen “alt”, ist das weitläufige Soula an diesem Donnerstag gut gebucht und gut besucht. Nur für den stattlichen Gastgarten in der autofreien Schrankgasse ist’s noch zu kühl. Das Konzept der Betreiber Elisabeth Xi und Fabian Galik basiert auf pflanzenbasierter Küche und Getränke mit ohne Alkohol, womit sie am Spittelberg gewiss an einer guten Adresse gelandet sind. Schließlich ist das Tian Bistro nur wenige Meter entfernt. Das weitläufige Restaurant ist in drei Bereiche geteilt, hohe Räume, güldener Verputz, Pflanzen, Blickfang und rote Entlüftungsrohre vermitteln jene zeitgeistige Atmosphäre der chicen Reduktion, welche man auch von Natural Winebars in aller Welt kennt. Nun aber zu Speis und Trank.

“Beef Tatar”. Bild: Marko Locatin

Beef Tatar aus Roter Rübe, nett arrangiert, ist eine Art Klassiker der veganen Küche. Nicht aufregend, doch angenehm zurückhaltend gewürzt. Der dazu gereichte Toast is okay, doch ein Standardprodukt aus Weißmehl. Eh auch ok: die Kaspressknödel auf gemischten Blattsalat.

“Schwein gehabt”, ein Pendant zu Schweinsbraten, entpuppt sich als gebratener Seitan. Gelungene Konsistenz und Kruste, doch geschmacklich, naja. Erfreulich fein hingegen kommt das “Sellerieschnitzel” mit Braterdäpfeln und Sauce Tatar. Perfekt gegart, weich mit ein wenig Biss, helle, knusprige Panier, geschmackvolle Erdäpfel. Weniger gut kam der “Zwiebelrostbraten” an, wobei das vielleicht weniger am verwendeten Soja-Protein liegen mag, als an der Zubereitung. Man wünschte sich mehr an Geschmack, an Röstaromen.

Sellerieschnitzel. Bild: Marko Locatin

Fazit

Es mag ein Trend sein, doch rein pflanzlich und auf Alkohol zu verzichten, ist ein mutiges Konzept. Apropos: “Unsere Küche ist vollständig pflanzlich. Nicht als Ersatz, sondern als Weiterentwicklung. Wir greifen vertraute Gerichte auf und interpretieren sie neu, mit dem Anspruch, geschmacklich nichts zu vermissen”, steht auf der Website. Warum dann fast alle Gerichte mit ihrem fleischlichen Namen auf der Karte stehen, wirkt dann nicht wirklich konsequent.

Als Fleischersatz kommen Pilze oder Soja-Protein zum Einsatz. Das funktioniert einmal besser – einmal schlechter. Auffällig: Stattliche Portionen – günstige Preise. Bestes Gericht des Abends: Sellerieschnitzel – man könnte es auch ruhigen Gewissens als “Sellerie Paniert” offerieren. Wie viel Soul also steckt im Soula? Soul ist vorhanden. An der Seele empfiehlt es sich stets zu arbeiten – was freilich nicht ausschließlich auf Restaurants zutreffen mag.

Tipp: Auf hohem Niveau bewegen sich die Getränke – von hausgemachten Logos bis Proxies aus Frankreich. Lassen sie sich hier vom erfreulich freundlichen Service beraten.

Soula

Schrankgasse 10
1070 ”Wien
WED | THU | SUN: 11:00-22:00
FR | SAT: 11:00-23:00
Kitchen: 11:30-21:30
(MON | TUE: closed)
VP: 7-13 Euro
HP: 15-22 Euro
www.soula.wien

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