Die Familie Figlmüller gilt seit über 120 Jahren als Inbegriff für das Wiener Schnitzel. Die Warteschlangen vor den Stammhäusern in der Wollzeile oder am Bäckerstraße zeigen: der Hunger nach dem goldbraun gebackenen Klassiker ist ungebrochen. Doch die Schnitzel-Dynastie denkt längst über den Tellerrand hinaus. Nach dem „Café am Dom“, das Aperitivo-Kultur mit Wiener Klassikern verbindet, folgt nun der nächste Streich: Figoletta, ein Pop-up mitten in der Rotenturmstraße, das Pizza und Cotoletta alla Milanese in den Mittelpunkt rückt.

Von der Schnitzelpanier zur Pizza-Fritta
Der Name ist Programm: Figlmüller + Cotoletta = Figoletta. Schon darin steckt die kulinarische Brücke von Wien nach Italien. Auf der Karte finden sich klassische Pizzen, Antipasti, Pasta und Desserts- doch das Herzstück ist ein Teig, der nach italienischem Vorbild entwickelt wurde. In Zusammenarbeit mit renommierten Pizzaiolos tüftelte man monatelang an Mehlsorten, Vorteigen und Reifeprozessen. Das Ergebnis: ein Teig, der bis zu 48 Stunden ruht und dadurch zugleich fluffig wie in Neapel und knusprig wie in Rom wird.
„Die Idee zu einem italienischen Lokal ist bereits während der Covid-Pandemie gereift. Wir wollten allerdings auf keinen Hype aufspringen, sondern etwas gänzlich Neues entwickeln und haben uns die Latte sehr hoch gelegt. Deswegen stellen wir nicht die Frage, ob wir neapolitanische oder römische Pizza servieren, sondern vereinen das Beste aus beiden Welten“, erklärt Eigentümer Thomas Figlmüller.
Doch Figlmüller wäre nicht Figlmüller ohne eine augenzwinkernde Referenz an die eigene Tradition: Mit den „Figolinos“ kommt eine Interpretation der Pizza Fritta auf den Tisch – allerdings in Schnitzelpanier. „Zum Aperitivo servieren wir drei kleine, gebackene Spezialpizzen, die die Welten des Pizzaiolos und des Wiener Schnitzels auf köstliche Weise zusammenführen. Belegt mit Vitello Tonnato, Marinara und Prosciutto“, so Figlmüller. Dazu gesellt sich die Cotoletta alla Milanese, das am Knochen gebratene Kalbskotelett, das als italienischer Vorläufer des Wiener Schnitzels gilt.

Streetfood oder Traditionshaus?
Für Figlmüller ist Figoletta auch ein strategischer Schritt. Mit dem Burger-Standl „Brioche und Brösel“ zeigte die Gruppe bereits 2023, wie man österreichische Klassiker ins Streetfood-Format überführt. Nund wird auf die Mischung aus italienischem Soulfood und Wiener Bodenständigkeit gesetzt- ein Schritt, der nicht nur Touristen, sondern auch ein jüngeres, experimentierfreudiges Publikum ansprechen dürfte.
„Das Pop-up bietet die Möglichkeit, zu experimentieren und Erfahrungen zu sammeln, die ein beständiges Konzept perfekt machen. Für das Café am Dom hatten wir eine ähnliche Herangehensweise – und die ersten Tage zeigen, dass die Figoletta sehr gut angenommen wird. Die Figoletta ist gekommen, um zu bleiben!“, betont Figlmüller.
Dolce Vita im Herzen Wiens
Die Lage könnte kaum zentraler sein: Rotenturmstraße 11, nur wenige Schritte vom Stephansplatz entfernt. Vor dem Lokal lädt eine kleine Piazza zum Aperitivo ein- Negroni-Spezialitäten und kreative Spritz-Varianten inklusive. Geöffnet hat Figoletta täglich von 11.30 bis 23 Uhr. Ob Pizza, Figolinos oder Cotoletta- klar ist: Figlmüller wagt mit Figoletta ein Spiel zwischen Tradition und Innovation, das so in Wien einzigartig ist.
„Wir sind immer offen für neue Konzepte. Nach der Eröffnung des Café am Dom und der Figoletta beschäftigen wir uns aktuell mit der Weiterentwicklung des Joma am Hohen Markt, das in naher Zukunft einen kompletten Facelift erhalten wird“, verrät Figlmüller abschließend.
Adresse: Rotenturmstraße 11, 1010 Wien
Öffnungszeiten: täglich von 11.30 – 23 Uhr













