Der vegane Visionär

Angelika Kraft

© Siegfried Kröpfl

Er gilt als einer der großen Innovatoren der österreichischen Gastronomie: Siegfried Kröpfl hat als Haubenkoch in Spitzenhotels gearbeitet, Großküchen geleitet und ganze Gastronomiekonzepte entwickelt. Heute ist er als Berater, Coach und Vortragender unterwegs – mit einem klaren Ziel: die Zukunft der Gastronomie nachhaltiger, gesünder und pflanzlicher zu gestalten.

Wer mit Siegfried Kröpfl spricht, merkt schnell: Hier ist jemand am Werk, der nicht stehen bleibt. Der Tiroler, geboren 1959 in Zams bei Landeck, hat in seiner beeindruckenden Laufbahn fast jede Facette der Gastronomie erlebt – vom Jungkoch im Hotel Hilton bis zum Executive Chef im Imperial. 32 Köche standen dort unter seiner Leitung, zwei Hauben im Gault Millau waren die Belohnung für Präzision, Leidenschaft und Konsequenz. Seine Karriere führte ihn über Kanada zurück nach Wien, ins Austria Center, den Tiergarten Schönbrunn und die Kuchlmasterei. Überall, wo er kochte oder organisierte, setzte er auf Qualität, klare Strukturen und Teamgeist.

Vegane Beratung

Doch an einem Punkt kam die Wende: „Ich habe mich gefragt, wie ich mit meinem Wissen mehr bewegen kann – für die Menschen und für die Umwelt.“ 2015 gründete Kröpfl sein eigenes Unternehmen und berät seither Hotels, Restaurants und Großküchen mit Fokus auf vegane Ernährung (www.siegfriedkroepfl.at). Als Partner der Veganen Gesellschaft Österreich und Teil der Ausbildung Vegucation trägt er dazu bei, pflanzliche Küche in der professionellen Gastronomie zu verankern. Und schließlich ist er Autor mehrerer veganer Kochbücher. Dass er bei alledem nie missionarisch wirkt, liegt an seiner ruhigen, bodenständigen Art. „Ich will niemanden bekehren, sondern inspirieren“, sagt er. „Wenn ein Koch nach einem meiner Seminare sagt, dass er künftig ein veganes Gericht auf die Karte nimmt, ist das schon ein Erfolg.“

Trotz all dieser Erfolge ist der Wahlwiener bescheiden geblieben. Wer ihn privat trifft, erlebt keinen abgehobenen Gourmet, sondern einen bodenständigen Genießer, der sein Erdäpfelgulasch am liebsten nach dem Rezept seiner Oma isst und davon träumt, dass „endlich einmal Frieden auf Erden wäre“. Wir haben den sympathischen Tiroler zum Kurz-Interview getroffen.

Auf den Punkt

Persönliche Fragen – ehrliche Antworten.

Was ist das Erste, das Sie morgens machen?
Zähneputzen.

Was empfinden Sie als größten Luxus in Ihrem Leben?
Gesundheit.

Wie entspannen Sie am besten nach einem anstrengenden Arbeitstag?
Auf der Terrasse bei einem Gläschen Wein.

Ihr allerliebster Zeitvertreib?
Ich gehe gerne wandern. Aber meistens beschäftige ich mich mit neuen Herausforderungen für die Zukunft der Gastronomie.

Ihre absolute Leibspeise?
Erdäpfelgulasch, wie es meine Oma gekocht hat. Leider habe ich es noch nirgendwo anders so gut bekommen.

Was ist Ihr wertvollster Besitz?
Mein Haus mit Garten – alles selbst erarbeitet.

Ihr Lieblingswort?
„Positiv“, weil man mit einer positiven Einstellung fast alles schaffen kann.

Ihre größte Stärke – und Ihre größte Schwäche?
Ich bin innovativ und zielorientiert. Süßigkeiten sind meine Schwäche.

Welche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Ich würde gerne zaubern können, damit endlich einmal Frieden auf Erden wäre.

Welches Buch hat Sie zuletzt tief berührt?
Ich mag inspirierende Geschichten, die Mut machen.

Welche liebenswerte Eigenheit würden Ihre Freunde über Sie erzählen?
Dass ich ein großer Motivator bin und immer versuche, alle mitzureißen.

Welchen Ratschlag würden Sie Ihrem jüngeren Ich geben?
Fleißig sein, Ziele haben und nie aufgeben, auch wenn nicht alles nach Plan läuft.

Ihr Lebensmotto?
Positiv denken und leben. Freundschaft schätzen.