BOHO Vienna bringt den Dinnerclub zurück

Anna Gugerell

Mit dem BOHO Vienna hat die Wiener Gastroszene Ende Oktober Zuwachs bekommen. Hinter dem neuen Lokal steht Christoph Schallgruber, ehemals Sommelier im Park Hyatt, der nach zehn Jahren Hotelkarriere den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. „Nach so langer Zeit wollte ich etwas Eigenes machen”, sagt er. Gemeinsam mit einem Investor hat er das bestehende Restaurant neu konzipiert und am 28. Oktober offiziell eröffnet.

Wir wollen wieder ein bisschen Live-Entertainment nach Wien bringen.

Christoph Schallgruber, Geschäftsführer
Im BOHO Vienna legen regelmäßig DJs auf. © BOHO Vienna

Zwischen Dinner und Entertainment

Der Name BOHO leitet sich vom Wort „Bohemian“ ab. Ein Lebensstil, den Schallgruber als Haltung beschreibt: „Jede:r hat Spaß am Leben, jede:r kann machen, was er möchte.” Dieses Motto soll sich auch im Konzept widerspiegeln. Das Lokal versteht sich als Abendrestaurant mit Unterhaltungsfaktor. „Wir wollen wieder ein bisschen Live-Entertainment nach Wien bringen”, sagt Schallgruber. „Pianist:innen, Saxophonist:innen, DJs wie Dennes Deen oder auch mal ein:e Violinist:in – einfach etwas, das die Leute begeistert.”

Die Idee erinnert an Lokale wie die ehemalige Albertina Passage, allerdings im kleineren Rahmen. Das Dinner soll fließend in Musik und Barbetrieb übergehen. „Wir haben das Gefühl, dass die Leute müde sind, in Clubs zu gehen. Wir wollen, dass die Party zu ihnen kommt, aber in stilvollem Rahmen.”

Internationale Küche © BOHO Vienna

Kulinarik mit italienischem Einschlag

In der Küche merkt man den italienischen Einfluss. Der Küchenchef Aid Becic hat mehr als 15 Jahre in Italien gearbeitet. „Wir bieten Klassiker wie Trüffelpasta, Wolfsbarschfilet oder Chateaubriand, aber auch Eigenkreationen, die man so noch nicht gesehen hat”, erklärt Schallgruber. Die Produkte kommen von ausgewählten italienischen und österreichischen Lieferant:innen. „Zwei italienische Partner bringen echte Nischenprodukte nach Wien. Dazu kommen viele regionale Anbieter:innen, mit denen wir schon lange zusammenarbeiten.”

Als ehemaliger Sommelier legt Schallgruber auch Wert auf eine durchdachte Weinkarte. „Die ist noch im Aufbau, weil die Eröffnung sehr schnell gehen musste. Aber es wird eine schöne Auswahl geben. Darauf freue ich mich besonders.”

© BOHO Vienna

Ambiente zwischen Lounge und Restaurant

Optisch setzt das BOHO Vienna auf junges, flexibles Design. LED-beleuchtete Spiegel und ein Spiel aus Licht und Farbe sollen abends Atmosphäre schaffen. „Es ist schon sehr jugendlich gehalten”, sagt Schallgruber. „Wir können die ganze Bar in verschiedene Farben tauchen, ohne dass es in eine Clubrichtung abdriftet.” Das Interieur ist so angelegt, dass es den Wechsel vom Dinner zur Musik stimmig begleitet. „Wenn die Stimmung passt, kann auch getanzt werden, aber es bleibt ein Restaurant mit Tischen.”

Mit Platz für rund 35 Gäste ist das Lokal bewusst klein gehalten. „Perfekt für Firmen- oder Geburtstagsfeiern”, so Schallgruber. „Man ist unter sich, aber es funktioniert genauso im à-la-carte-Betrieb.”

Pläne für die warme Jahreszeit

Nächstes Jahr soll das Konzept auch nach draußen wachsen. Geplant ist ein Schanigarten, der den Sommerbetrieb ergänzt. „Wir haben zwei große Flügeltüren, die wir öffnen können. So sitzt man halb drinnen, halb draußen – das wird sicher beliebt sein.” Auch kleine Abendformate mit Musik sind vorgesehen.

Für Schallgruber ist das BOHO Vienna noch im Aufbau, aber die Richtung steht fest: „Wir probieren viel aus, um zu sehen, was funktioniert. Wichtig ist, dass die Leute einen ganzen Abend bei uns verbringen können: gutes Essen, gute Stimmung, gute Musik.”

BOHO Vienna

Zelinkagasse 2, 1010 Wien