Josef Donhauser erweitert sein DoN-Gastroimperium um römische Pizza nach Maß
Keine runde Pizza, keine vorgegebenen Stücke: Mit Alice Pizza bringt Josef Donhauser ein in Österreich noch weitgehend unbekanntes Konzept nach Wien. Am 3. September eröffnete im Westfield Donau Zentrum der erste heimische Standort der italienischen Pizzakette. Die DoN group fungiert als Master-Franchisenehmer und verantwortet den Aufbau der Marke in Österreich.
Für Donhauser ist die Eröffnung weit mehr als nur ein zusätzlicher Pizza-Store. Alice Pizza wird Teil einer Gastrogruppe, die heute von Restaurantmarken über Event- und Betriebsgastronomie bis zum Bahn- und Airline-Catering reicht.

Pizza wird nach Gewicht verkauft
Das Konzept stammt aus Rom und nennt sich „Pizza Romana al Taglio“. Die Pizza wird auf großen Blechen gebacken und am Verkaufstresen in der gewünschten Größe abgeschnitten. Verrechnet wird nach Gewicht. Gäste können dadurch unterschiedliche Sorten kombinieren und selbst entscheiden, wie groß ihre Portion ausfallen soll.
Die Pizzen werden direkt im Store belegt und gebacken. Das Angebot richtet sich sowohl an Gäste, die nur einen schnellen Snack suchen, als auch an Familien und Gruppen, die mehrere Sorten teilen möchten. Neben dem Verkauf vor Ort setzt das Konzept auf Take-away, Vorbestellungen und digitale Bestellmöglichkeiten.
Alice Pizza wurde vor mehr als 30 Jahren in Rom gegründet und betreibt mittlerweile mehr als 200 Standorte. Der erste österreichische Store befindet sich im ersten Stock des Westfield Donau Zentrums. Öffnungszeiten & Plan zu Alice Pizza
DoN übernimmt den Aufbau in Österreich
Als Master-Franchisenehmer ist die DoN group nicht nur für den Betrieb des ersten Standorts verantwortlich, sondern soll Alice Pizza langfristig auf dem österreichischen Markt etablieren. Wie viele Filialen geplant sind, welche Städte folgen und ob künftig auch externe Franchisepartner eingebunden werden, wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Das Donau Zentrum bietet für den Markteintritt ein stark frequentiertes Umfeld. Gleichzeitig wird der Standort zum ersten Praxistest: Kann sich römische Pizza nach Gewicht auch gegen die zahlreichen klassischen Pizzerien, Lieferdienste und internationalen Fast-Casual-Konzepte in Österreich durchsetzen?

Vier Marken unter einem Dach
Alice Pizza ist bereits die vierte Systemgastronomiemarke im Portfolio der DoN group. Neben der italienischen Pizzakette betreibt das Unternehmen die österreichischen VAPIANO-Restaurants sowie Subway-Standorte. Mit Fat Monk entwickelte Donhauser zudem eine eigene Bowl-Marke, die mittlerweile in Österreich und Deutschland vertreten ist.
DoN nennt für diesen Geschäftsbereich aktuell vier Marken, 30 Standorte in sechs Städten und rund 2,8 Millionen Gäste pro Jahr. Hinter den einzelnen Konzepten steht eine gemeinsame Infrastruktur. Einkauf, Qualitätssicherung, IT, Personal, Marketing, Warenwirtschaft und Controlling werden zentral organisiert.
Genau darin liegt ein wesentlicher Teil von Donhausers Wachstumsstrategie: Neue Marken müssen nicht für jeden Standort sämtliche Strukturen von Grund auf neu aufbauen. Sie können auf das Management, die Einkaufsmacht und die operative Erfahrung der Gruppe zurückgreifen.
Vom Caterer zur Gastroplattform
Das gesamte Unternehmen ist mittlerweile deutlich größer als sein Restaurantportfolio. Nach eigenen Angaben erwirtschaftet die DoN group einen Jahresumsatz von rund 210 Millionen Euro, beschäftigt etwa 2.300 Mitarbeiter und betreut 88 Standorte in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Rund 10,7 Millionen Gäste werden jährlich bewirtet.
Zum Geschäft gehören Event- und Business-Catering ebenso wie die Gastronomie in Kulturhäusern, an Bahnhöfen, in Zügen und auf Flughäfen. DoN bewirtet unter anderem Fahrgäste in ÖBB-Zügen und betreibt Flughafenlounges. Dazu kommen individuelle Restaurants und Veranstaltungsstandorte.
Aus dem 1992 in der elterlichen Konditorei gestarteten Unternehmen ist damit eine breit aufgestellte Gastroplattform geworden. Je nach Projekt tritt DoN als Eigentümer einer Marke, Franchisenehmer, Master-Franchisenehmer, Pächter oder Caterer auf.
Alice Pizza ist nun der jüngste Baustein dieses Gastroimperiums. Ob daraus ein österreichweites Filialnetz entsteht, hängt vom Erfolg der Wiener Premiere ab. Der Standort im Donau Zentrum ist jedenfalls als Ausgangspunkt gedacht – nicht als Einzelprojekt.

Interview mit DoN-Eigentümer Josef Donhauser
Herr Donhauser, warum haben Sie sich gerade für Alice Pizza entschieden – und welche Lücke schließt die Marke zwischen VAPIANO, Fat Monk und Subway?
Wer in Rom durch die Straßen geht, kommt an Pizza al Taglio nicht vorbei. Sie liegt in großen Blechen in der Auslage, man zeigt auf das, was einen anlacht, sagt wie viel – und bekommt sein Stück. Genau dieses Bild hat Alice Pizza genommen und daraus ein System gemacht, das weit über Rom hinaus funktioniert. Vor über 30 Jahren begonnen, sind es heute mehr als 200 Pizzerien.
Was uns überzeugt hat, ist diese Mischung: ein Produkt, das jeder kennt und liebt, in einer Form, die es in Österreich so noch kaum gibt – und dahinter ein Konzept, das sich über Jahrzehnte bewährt hat.
Der Gast steht vor der Theke, sieht die frisch gebackenen Bleche, wählt zwei, drei, vier Sorten und entscheidet selbst, wie groß sein Stück sein soll. Abgerechnet wird nach Gewicht. Niemand muss sich auf eine ganze Pizza festlegen, niemand bekommt eine Portion vorgeschrieben. Man isst so viel und so vielfältig, wie man gerade Lust hat. Das funktioniert für den schnellen Snack zwischendurch genauso wie fürs Mittag- oder Abendessen – und fürs Take-away ohnehin.
Und damit schließt Alice eine Lücke, die wir in unserem Portfolio tatsächlich hatten. VAPIANO ist Fresh Pasta und das große italienische Restaurant-Erlebnis. Fat Monk steht für frische, moderne Bowls. Subway für das individuell zusammengestellte Sandwich. Dazwischen war Platz für etwas, das keiner von ihnen abdeckt: echtes italienisches Pizza-Streetfood. So schnell und unkompliziert wie Quick Service – aber mit der Frische, dem Handwerk und der Qualität, für die Fast Casual steht.
Welche konkreten Ausbaupläne verfolgen Sie mit Alice Pizza in Österreich? Wie viele Standorte sollen bis Ende 2027 beziehungsweise 2030 entstehen und welche Städte kommen als Nächstes infrage?
Neben dem ersten Standort im Westfield Donau Zentrum werden wir in den kommenden 12 Monaten einen zweiten Standort testen. Danach sollen 30 Standorte bis 2030 umgesetzt werden. Auf einzelne Städte möchten wir uns zum jetzigen, frühen Zeitpunkt noch nicht festlegen.
Wie viel wurde in den ersten Standort im Donau Zentrum investiert und welche Umsatz-, Gäste- und Rentabilitätsziele haben Sie sich für das erste Betriebsjahr gesetzt?
Das Investitionsvolumen eines Alice-Standortes liegt bei EUR 400k und kalkulieren mit einem Jahresumsatz von rund eine Million Euro. In dieser ersten Phase geht es uns aber vor allem darum, das Konzept im österreichischen Markt erfolgreich zu etablieren, Erfahrungen mit unseren Gästen zu sammeln und die Marke von dort aus nachhaltig weiterzuentwickeln.
Werden die österreichischen Alice-Pizza-Standorte ausschließlich von DoN selbst geführt, oder möchten Sie die Marke künftig auch gemeinsam mit externen Franchisepartnern ausrollen?
Als Masterfranchisenehmer verantworten wir bei der DoN group die Entwicklung von Alice Pizza in Österreich. Im Moment liegt unser ganzer Fokus darauf, die Marke erfolgreich aufzubauen und den österreichischen Markt weiterzuentwickeln. Welche Modelle sich langfristig dafür am besten eignen, werden wir zu gegebener Zeit entscheiden. Eine Ausrollung mit Franchisepartnern ist jedenfalls möglich.
DoN nennt mittlerweile 210 Millionen Euro Jahresumsatz, rund 2.300 Mitarbeiter und 88 Standorte: Sehen Sie Ihr Unternehmen noch in erster Linie als Caterer – oder bereits als internationale Multi-Brand-Gastronomiegruppe?
Im Kern sind wir Gastgeber und das das ist unser Antrieb: Ob im Business- oder Eventcatering, oder in Restaurants – für uns stehen immer der Gast und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt. Alles, was wir tun, ist darauf ausgerichtet. Mit über 10 Millionen Gästekontakten pro Jahr sind wir in erster Linie ein international agierender Premium-“Caterer” ,haben uns aber darüberhinaus in den letzten Jahren auch zu einer internationalen Multi-Brand-Gastrogruppe entwickelt.
Mit VAPIANO, Fat Monk, Subway und Alice Pizza sind eigenständige Marken dazugekommen, jede mit ihrem eigenen Charakter. Was uns dabei wichtig ist: Wir wollen nicht einfach nur wachsen, sondern für jeden Auftrag, für jeden Standort die passende Lösung finden – tailored statt von der Stange. Wir haben ein eigenes R&D-Team, das für individuelle Anforderungen neue Konzepte und Produkte entwickelt, und arbeiten in flachen Strukturen mit direkten Ansprechpartnern, damit Entscheidungen nah am Gast getroffen werden. Diesen Manufakturcharakter wollen wir uns bewahren, auch wenn wir größer werden.
Ob “Caterer” oder “Multi-Brand-Gruppe” die treffendere Überschrift ist, überlassen wir gerne anderen. Für uns zählt am Ende nur der glückliche Gast.
Danke für’s Gespräch, Herr Donhauser!
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