Meidling ist ein Bezirk, der auf den ersten Blick unscheinbar wirkt. Keine glatten Fassaden, keine Inszenierung. Und doch steckt hier eine kulinarische Vielfalt, die man erst erkennt, wenn man sich Zeit nimmt. Der Meidlinger Markt ist das Herzstück: ein Ort, an dem man morgens zwischen Fischständen, Bäckereien und Gemüseauslagen fast die ganze Welt trifft. Ein paar Schritte weiter sitzen Stammgäste beim Verlängerten, während in der nächsten Seitengasse ein syrischer Bäcker noch warmes Fladenbrot ins Papier wickelt.
GastroNews zur bevorzugten Google-Quelle machenKulinarisch ist Meidling ein Bezirk voller Gegensätze. Hier gibt es alteingesessene Wirtshäuser, in denen der Tafelspitz so serviert wird, wie er immer schon war. Gleich daneben finden sich kleine Lokale mit vietnamesischer Phở oder griechischem Souvlaki. Es ist diese Mischung aus Wiener Bodenständigkeit und internationaler Würze, die Meidling besonders macht. Das Schöne daran: Der Bezirk erwartet nichts von seinen Gästen. Man muss nicht wissen, wohin man geht. Man kann sich einfach treiben lassen, vom Markt zum Beisl, vom Beisl zum Café. Und irgendwann sitzt man da, vor einem Teller, der so gar nicht geplant war- und genau deshalb so gut schmeckt.

Bella Compagnia
Meidlinger Hauptstraße 28, 1120 Wien

„A tavola non s’invecchia“ – am Tisch wird man nicht alt. Dieses italienische Sprichwort hängt wie ein Versprechen über der Meidlinger Hauptstraße 28, wo Bella Compagnia seit einigen Jahren Gäste empfängt. Ein Restaurant, das mehr ist als eine Pizzeria, weil es nicht nur Gerichte serviert, sondern ein Gefühl: gemeinsam zu essen, zu trinken, beisammen zu sein.
Das Herzstück ist die Holzofenpizza: knusprig, duftend, gebacken nach traditionellen Rezepten und mit frischen Zutaten, die schmecken, als kämen sie direkt vom Markt in Italien. Daneben gibt es handgemachte Pasta, Spaghetti Carbonara oder Lasagne al Forno, Fischgerichte und saisonale Spezialitäten. Für den süßen Abschluss stehen Klassiker wie Tiramisu oder Panna Cotta bereit.
Bella Compagnia versteht sich als Ort, an dem man für ein paar Stunden in „La Dolce Vita“ eintaucht. Das Ambiente ist stilvoll, aber nicht steif; es lädt ein, länger zu bleiben, ein Glas Wein mehr zu bestellen und den Abend im Kreis von Freunden oder Familie auszukosten. Seit über vier Jahren ist das Lokal fixer Bestandteil des Bezirks und längst auch Adresse für Feiern: ob Firmenjubiläum, Weihnachtsessen oder privates Fest, hier wird Platz gemacht für gemeinsames Erleben. Geöffnet ist täglich von 11 bis 23 Uhr, warme Küche gibt es bis 22.30 Uhr. Wer hier Platz nimmt, merkt schnell: Das Motto ist ernst gemeint; am Tisch vergeht die Zeit anders.

Al Castello
Hetzendorfer Straße 77, 1120 Wien

Meidling hat seit Februar 2025 einen neuen Treffpunkt für alle, die Italien nicht nur schmecken, sondern auch ein bisschen fühlen wollen. Direkt beim Schloss Hetzendorf hat das Al Castello eröffnet: ein Lokal, das seine Gäste mitnimmt auf eine Reise nach Neapel.
Unter der Leitung von Pizzaiolo Samuel Rocatello, der zuvor schon in bekannten Wiener Adressen wie „Pizza Mari’“ und „Da Ferdinando“ den Teig in die Höhe warf, werden hier neapolitanische Klassiker und Gourmet-Pizzen serviert. Der Teig ruht lange, die Zutaten kommen frisch aus Neapel, und im Holzofen wird daraus eine Pizza, die am Tisch sofort nach Süden schmeckt. Dazu gibt es italienische Aperitifs wie Aperol oder Campari, begleitet von einer kleinen, feinen Weinauswahl.
Mit 56 Plätzen drinnen und rund 70 im Schanigarten lädt Al Castello zum Bleiben ein- vor allem im Sommer, wenn zwischen Bäumen und Schlossmauern italienische Musik läuft und ein Hauch von La Dolce Vita über der Hetzendorfer Straße liegt. Wer lieber daheim bleibt, kann die Pizza auch bestellen; frisch aus dem Ofen direkt ins Wohnzimmer.

Heu & Gabel
Meidlinger Markt, 1120 Wien

Heu & Gabel am Meidlinger Markt ist einer dieser Orte, die sehr schnell vertraut wirken. Das kleine Restaurant verbindet österreichische Wirtshausküche mit regionalen Produkten, viel Handwerk und einer persönlichen, unkomplizierten Atmosphäre. Die Nähe zum Markt prägt dabei nicht nur das Umfeld, sondern auch die Küche: Gekocht wird mit dem, was Saison hat, was gerade verfügbar ist und was Produzent:innen aus der Umgebung anbieten.
Seit Kurzem steht Heidi Ratzinger als Küchenchefin am Herd und bringt ihre ganz eigene Handschrift ein. Ihre Küche ist stark österreichisch geprägt, lebt von klassischem Handwerk und davon, Produkte möglichst bewusst und vielseitig einzusetzen. Gerichte dürfen vertraut schmecken, Erinnerungen wecken und trotzdem zeitgemäß daherkommen. Vieles wird selbst gemacht, Produzenten spielen eine wichtige Rolle und auch weniger selbstverständliche Teile eines Produkts finden ihren Platz auf dem Teller.
Was Heu & Gabel aber besonders macht, ist nicht nur das Essen. Das Lokal soll ein Ort sein, an dem man gerne bleibt: zum Frühstück, zum Mittagessen, am Abend bei einem Glas Wein oder einfach für ein paar ruhige Stunden mitten im Marktgeschehen. Gastgeber:innen Kathi und Mario Schinner-Krendl legen großen Wert darauf, dass sich Gäste nicht nur gut bewirtet, sondern wirklich willkommen fühlen. Genau diese Mischung aus guter Küche, persönlicher Nähe und Meidlinger Marktgefühl gibt dem Heu & Gabel seinen besonderen Charakter.

Velani
Schönbrunner Straße 235, 1120 Wien

Wiener Schnitzel, Zwiebelrostbraten, Kaiserschmarrn- im Velani klingt die Speisekarte vertraut, aber auf den Tellern sieht alles ein bisschen anders aus. Denn hier, unweit von Schönbrunn, wird traditionelle österreichische Hausmannskost zu hundert Prozent vegan serviert.
Entstanden ist das Lokal 2020 als Vater-Tochter-Projekt von Hartmuth Beck und Tamara. Was ihnen fehlte, war ein Ort, an dem man gutbürgerliche Küche genießen kann, ohne Fleisch und tierische Produkte – also haben sie ihn selbst geschaffen. Das Ergebnis ist ein Restaurant, das zeigt, wie vertraute Klassiker auch pflanzlich schmecken können: Leberknödelsuppe, Gulasch, Grammelknödel, Schnitzel oder Kaiserschmarrn, alles frisch, hausgemacht und mit viel Handarbeit zubereitet.
Die Küche ist bodenständig und doch offen für Neues. Neben der Hauptkarte gibt es immer wieder saisonale Spezialitäten, manchmal mit internationalem Einschlag, aber stets mit regionalen Zutaten gekocht. Nachhaltigkeit gehört hier selbstverständlich dazu: von der Zusammenarbeit mit regionalen Partnern bis zum Mehrweggeschirr fürs Takeaway.
Das Lokal selbst ist hell, weitläufig und hundefreundlich, mit Platz für Kinderwägen, einem eigenen Raum für kleine Gruppen und einem Schanigarten für die warmen Tage.

Weinhaus Pfandler
Dörfelstraße 3a, 1120 Wien

Wer das Weinhaus Pfandler betritt, tritt eigentlich in eine andere Epoche ein. Resopal-Tische, Neon-Luster, Alkoven, Doppelbänke: hier lebt das Wien der 1950er-Jahre weiter, detailgetreu bewahrt und zugleich mit behutsamer Hand ins Heute geholt. Wirt Roman Pfandler hat dem legendären Weinhaus Pitzl neues Leben eingehaucht und dabei nicht nur einen Ort zum Trinken und Essen geschaffen, sondern einen Wiener Kraftort, an dem Nostalgie und Gegenwart ineinandergreifen.
Auf der Karte stehen Spezialitäten von Klein- und Kleinstproduzent*innen aus ganz Österreich: Fleisch, Wurst, Käse, hausgemachte Aufstriche und knackige Salate, angerichtet mit bestem Öl und Essig aus kleinen Mühlen. Die „saure Wurst“ kommt vom Ausnahmefleischer aus Litschau, der Liptauer wird mit echtem slowakischem Brimsen verfeinert, der Bergkäse stammt aus den Kellern von Sutterlüty in Vorarlberg. Und wer Glück hat, bekommt ein warmes Schöpfgericht oder ein „Mangerl“ – jenes seltene Mohn-Salz-Gebäck aus dem Waldviertel.
Die Weine stammen von jungen, naturnah arbeitenden Winzerinnen und Winzern, das Bier aus Schrems. Dazu passt die Stimmung: unaufgeregt, bodenständig, manchmal mit Live-Musik, im Sommer mit Schanigarten für rund zwanzig Gäste.
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