Sechs Jahre Bella Compagnia: Ein bisserl Wien, molto Italia

Martin Reischauer

Man muss nicht jedes Mal nach Italien fahren, wenn einem nach Italien ist. Manchmal reichen ein gedeckter Tisch, ein Glas in der Hand, ein paar italienische Takte – und Menschen, die beim Essen nicht dauernd auf die Uhr schauen. La vita è bella, eh klar. Vor allem dann, wenn man sie gemeinsam verbringt.

Genau dieses Lebensgefühl begleitet die Bella Compagnia seit mittlerweile sechs Jahren. Sechs Jahre Cucina, Passione und jene Form von Gastfreundschaft, bei der man eigentlich nur kurz auf einen Espresso vorbeischauen wollte und zwei Stunden später noch immer dasitzt. Kennen wir. Und mögen wir.

Am Samstag, 5. September 2026, wird deshalb Geburtstag gefeiert. Ab 18 Uhr heißt es: Benvenuti, amici! Der Abend soll vielmehr das feiern, worum es hier seit sechs Jahren geht: ein Stück Italien mitten im Wiener Alltag.

Mehr lange Tafel als große Bühne. Mehr Salute! als Showprogramm. Und hoffentlich dieser Moment, wenn aus einem normalen Abend plötzlich einer wird, an den man sich gern erinnert.

Sei anni di Bella Compagnia

Sechs Jahre Gastronomie – das klingt zunächst nach einer hübschen Zahl. In Wahrheit steckt da ordentlich was drinnen.

Sechs Jahre früh anfangen und spät zusperren. Sechs Jahre einkaufen, vorbereiten, kochen, servieren, organisieren, improvisieren. Sechs Jahre Gäste begrüßen, Stammgäste wiedersehen und neue Gesichter kennenlernen. Und vermutlich auch sechs Jahre lang Sätze wie: „Nur noch einen Espresso, dann gehen wir wirklich.“

Sicher.

Gerade italienische Gastronomie lebt ja von dieser herrlichen Unvernunft. Man bestellt noch einen Teller für den Tisch. Dann vielleicht ein Dolce. Dann kommt doch noch jemand dazu. Der Abend wird länger, die Gespräche lauter und irgendwann fühlt sich der Tisch ein bisserl wie eine kleine italienische Familienrunde an.

Bella Compagnia – der Name passt also ziemlich gut. Denn am Ende geht’s um die Gesellschaft.

Nicht nur darum, was auf dem Teller liegt, sondern wer rundherum sitzt.

Wien trifft Italia

Und irgendwie verstehen sich Wien und Italien ohnehin ziemlich gut.

Der Wiener braucht sein Kaffeehaus, der Italiener seine Bar. Der eine sitzt gern lang, der andere auch. Über Essen wird auf beiden Seiten ausführlich diskutiert, und beim Thema Kaffee versteht sowieso niemand Spaß. Beste Voraussetzungen also.

Vielleicht liegt genau darin der Charme dieses Jubiläums: Für ein paar Stunden darf der Wiener Grant draußen bleiben und drinnen übernimmt die Dolce Vita.

Ein Glaserl. Ein guter Teller. Musik. Freunde. Fertig.

Oder wie man in Wien sagen würde: Viel mehr braucht’s eigentlich eh nicht.

Ganz ohne Programm geht es am 5. September natürlich trotzdem nicht. Live-Musik mit italienischem Flair bringt den passenden Sound dazu, außerdem sind Spiele, Geschenke und Überraschungen angekündigt. Es darf gelacht werden, vielleicht wird getanzt, ziemlich sicher wird angestoßen.

Aber der eigentliche Mittelpunkt soll nicht irgendein Programmpunkt sein.

Es sind die Menschen, die in den vergangenen sechs Jahren gekommen, geblieben und wiedergekommen sind.

Denn ein Restaurant wird nicht durch die Anzahl seiner Tische zu einem Ort mit Charakter. Das passiert mit der Zeit. Durch Stammgäste. Durch Gespräche. Durch „Ciao, bis nächste Woche“. Durch Abende, an denen keiner besonders viel geplant hat und es gerade deshalb schön geworden ist.

Un compleanno senza troppo teatro

Und so passt es auch, dass Bella Compagnia seinen sechsten Geburtstag nicht mit zu viel Theater versieht.

Kein großes Mamma mia, obwohl es am Sujet natürlich draufsteht. Na gut, ein bissl Mamma mia darf schon sein.

Aber im Kern geht es um etwas Einfacheres: sechs Jahre Italien, sechs Jahre Gastfreundschaft, sechs Jahre Menschen an einem Tisch.

Am Samstag, 5. September, ab 18 Uhr wird darauf angestoßen. Der Eintritt ist frei, eine Reservierung wird empfohlen.

Und wer vorbeikommt, sollte vielleicht nicht allzu streng auf die Uhr schauen.

Denn wenn Italien eines kann, dann ist es dieses wunderbare Gefühl, dass der nächste Termin ruhig noch ein bissl warten darf.

Sei anni, amici. Cin cin – und auf die nächsten sechs.

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