Sechs Weintalente stellen sich dem Publikum
Am Ende steht ein Titel. Interessanter ist allerdings der Weg dorthin. Sechs junge Winzerinnen und Winzer kommen über mehrere Monate nach Wien, schenken ihre Weine aus, erzählen von ihrer Arbeit und stellen sich nicht nur einer Fachjury, sondern auch dem Publikum. Da lässt sich wenig verstecken. Was im Glas ist, zählt.
Im Oktober startet die Schlossquadrat-Trophy in ihre 17. Runde. Seit 2009 suchen das Wiener Schlossquadrat und die Österreich Wein Marketing gemeinsam das „Weintalent des Jahres“. Für die Ausgabe 2027 haben sich sechs Betriebe qualifiziert: fünf aus Niederösterreich, einer aus dem Burgenland. Vertreten sind Thermenregion, Weinviertel, Traisental und Leithaberg.
Mit dabei sind Ferdinand Gebeshuber aus der Thermenregion, Michael Kiss vom Leithaberg, Maximilian Pröll aus dem Weinviertel, Michael Hecher aus der Thermenregion, Sophie Hromatka aus dem Traisental und Thomas Honsig aus dem Weinviertel. Den ersten Abend bestreitet Ferdinand Gebeshuber am 8. Oktober 2026 im Restaurant Gergely’s in Wien-Margareten.
Ein Wettbewerb, der sich Zeit lässt
Das Interessante an der Trophy ist weniger der Titel als ihr Format. Statt sechs Betriebe an einem Abend möglichst schnell durchzuverkosten, bekommt jedes Weingut einen eigenen Termin. Die Gäste sitzen am Tisch, probieren gemeinsam und können mit der Winzerin oder dem Winzer direkt über Weine, Herkunft und Arbeitsweise sprechen. Dazu gibt es Fingerfood aus der Schlossquadrat-Küche.
Das klingt zunächst unspektakulär. Ist es aber nicht. Gerade für junge Winzerinnen und Winzer ist es eine recht unmittelbare Form der Rückmeldung. Wer seine Weine selbst vor Publikum einschenkt, bekommt schnell mit, welche Geschichten funktionieren – und vor allem, welche Weine.
Was vor mehr als eineinhalb Jahrzehnten begann, ist heute ein fixer Termin im Weinjahr – und mit jedem Jahrgang junger WinzerInnen weitergewachsen.
Jürgen Geyer, Initiator der Schlossquadrat-Trophy
Dass sich der Wettbewerb über 17 Ausgaben gehalten hat, hat wohl auch damit zu tun, dass er nicht nur innerhalb der Branche stattfindet. Das Publikum ist hier nicht Dekoration, sondern Teil der Entscheidung. Die Stimmen aus den Einzelverkostungen fließen später in das Gesamtergebnis ein.
Wien als Treffpunkt
Für den Winzernachwuchs bedeutet die Teilnahme außerdem: raus aus dem eigenen Weingut und hinein in einen Markt, der für österreichischen Wein nach wie vor wichtig ist. In Wien sitzen Gastronomen, Händler, Journalisten, Branchenleute und ganz normale Weintrinker oft näher beieinander, als man denkt. Kontakte entstehen dabei nicht im Konferenzraum, sondern meistens mit einem Glas in der Hand.
Die Schlossquadrat-Trophy gibt jungen Talenten die Möglichkeit, ihre Weine in Wien zu präsentieren und wertvolle Kontakte zu knüpfen – das ist für den Nachwuchs enorm viel wert.
Chris Yorke, Geschäftsführer Österreich Wein Marketing
Neu ist heuer eigentlich nur der Wochentag. Die Einzelverkostungen finden künftig immer donnerstags statt. Am Ablauf wird nicht groß herumgeschraubt: Es gibt weiterhin zwei Durchgänge mit fixen Sitzplätzen, einen von 17 bis 19 Uhr und einen zweiten von 19.30 bis 21.30 Uhr.
Sechs Abende bis zum Finale
Nach Ferdinand Gebeshuber am 8. Oktober folgt am 12. November Michael Kiss vom Winzerhof Kiss am Leithaberg. Am 14. Jänner 2027 ist Maximilian Pröll aus dem Weinviertel an der Reihe, am 11. Februar Michael Hecher aus der Thermenregion. Sophie Hromatka vom Erber Winzerhof im Traisental präsentiert sich am 11. März, Thomas Honsig vom Familienweingut Honsig im Weinviertel beschließt die Einzeltermine am 8. April.
Am 13. Mai kommen schließlich alle sechs im Schlossquadrat-Innenhof zusammen. Dort entscheidet sich, wer den Titel „Weintalent des Jahres 2027“ mit nach Hause nimmt. Das Ergebnis setzt sich aus den Publikumsstimmen der Einzelverkostungen, der Bewertung einer Fachjury und einem Live-Voting beim Finale zusammen.
Das nächste ‚Weintalent des Jahres‘ wird von Publikum und Fachjury gemeinsam gekürt.
Jürgen Geyer, Initiator der Schlossquadrat-Trophy
Für die Gewinnerin oder den Gewinner gibt es ein Paket aus Sach-, Medien- und Unterstützungsleistungen verschiedener Partner, darunter Flaschenetiketten, ein Handelsgutschein der Österreich Wein Marketing und redaktionelle Porträts. Nett und für einen jungen Betrieb durchaus brauchbar. Entscheidend dürfte aber etwas anderes sein: über Monate mit den eigenen Weinen vor Publikum zu stehen und dabei sichtbar zu werden.
Denn Nachwuchs im Weinbau entsteht nicht mit Mascherl und Urkunde. Dahinter stehen Weingärten, Kellerarbeit, Entscheidungen, manchmal Fehlversuche und ziemlich viele Stunden, die später niemand mehr sieht. Die Schlossquadrat-Trophy kann diesen Weg nicht abkürzen. Aber sie kann zeigen, wer gerade unterwegs ist – und bei wem es sich lohnt, genauer hinzuschmecken.
Termine und Verkostungen
8. Oktober 2026: Ferdinand Gebeshuber, Weingut Gebeshuber, Thermenregion
12. November 2026: Michael Kiss, Winzerhof Kiss, Leithaberg
14. Jänner 2027: Maximilian Pröll, Weingut Pröll, Weinviertel
11. Februar 2027: Michael Hecher, Hecher Wein, Thermenregion
11. März 2027: Sophie Hromatka, Erber Winzerhof, Traisental
8. April 2027: Thomas Honsig, Familienweingut Honsig, Weinviertel
Ort: Restaurant Gergely’s, Schlossgasse 21, 1050 Wien
Slot 1: 17 bis 19 Uhr
Slot 2: 19.30 bis 21.30 Uhr
Kostbeitrag: 18 Euro inklusive Fingerfood, Brot und Wasser
Anmeldung: info@schlossquadr.at
Finale: 13. Mai 2027, ab 17.30 Uhr, Schlossquadrat-Innenhof. Kostbeitrag: 40 Euro inklusive Kostproben aus der Schlossquadrat-Küche, Brot und Wasser.
Fotocredits: (c) Adrian Almasan
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