Ein Krügerl um 3,90 Euro, weißer Spritzer um 2,90 Euro und Leberkäse für weniger als fünf Euro: Im neuen Stehsopherl in der Webgasse setzt man auf einfache Abläufe, Selbstbedienung und möglichst leistbare Preise.
Wer in Wien gemütlich auf ein Bier gehen möchte, muss dafür nicht unbedingt tief in die Tasche greifen. Das beweist das neue Stehsopherl in der Webgasse 45 in Mariahilf. Hinter dem kleinen Lokal stehen Gastronom und Food-Blogger Jing Chen sowie Stefan Doppelbauer, Restaurantleiter im Sopherl am Naschmarkt. Ihr Konzept ist bewusst unkompliziert: Bier und Spritzer kommen frisch über die Theke, dazu gibt es Leberkäse – und die Preise bleiben niedrig.

Weniger Service, weniger Kosten
„Wir wollten hier mit den Preisen so weit runter wie möglich“, sagt Chen. Ein Krügerl kostet 3,90 Euro, der weiße Spritzer 2,90 Euro. Beim Bier stehen Zwettler und Weitra vom Fass zur Auswahl, ausgeschenkt wird im Steinkrug. Auch alkoholfreies Bier gibt es vom Fass. Wer regelmäßig vorbeischaut, profitiert außerdem von einem Stempelpass: Nach zehn Getränken ist das elfte gratis.
Beim Essen bleibt die Auswahl überschaubar. Verschiedene Sorten Leberkäse aus dem oberösterreichischen Michelbach kosten jeweils weniger als fünf Euro. Möglich werden die Preise laut Chen durch das reduzierte Konzept: „Dass sich diese Preise ausgehen, funktioniert nur mit Selbstbedienung und einer punktgenauen Kalkulation.“ Das Lokal war zuvor ein Bowl-Geschäft, das nicht wie erhofft funktionierte und anschließend rund ein halbes Jahr leer stand. Nach zwei Monaten Umbau wurde daraus das Stehsopherl.

Ein Platz zum Zusammenkommen
Für Restaurantleiter Doppelbauer steckt hinter dem Projekt auch ein persönlicher Bezug zur Wirtshaus- und Bierkultur. Der Oberösterreicher ist mit einem Wirtshaus aufgewachsen und betreibt dieses heute selbst. „In meiner Gegend hat die Bierkultur einen wichtigen Stellenwert. Das wollen wir fördern“, erklärt er. Dabei soll das Stehsopherl mehr sein als eine Adresse für ein günstiges Bier.
„Es soll ein Ort sein, an dem man sich trifft, zusammensitzt und auch einmal mit Leuten ins Gespräch kommt, die man vorher vielleicht nicht kannte“, sagt Doppelbauer. Das Stehsopherl versteht sich damit als unkomplizierter Treffpunkt für die Nachbarschaft – mit wenig Schnickschnack, kurzer Karte und Preisen, die auch einen spontanen Besuch ermöglichen.
Stehsopherl
Webgasse 45
1060 Wien
www.stehsopherl.at
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstagvon 14 bis 23 Uhr












