Ein eigenes Café, Kuchen wie bei der Oma und ein Ort, an dem man am liebsten ein bisserl länger sitzen bleibt: In der Hirschengasse hat Melanie Mayerl Anfang August Mels Place eröffnet. Wo zuvor der Grüne Salon zuhause war, stehen nun Familienrezepte, hausgemachte Mehlspeisen und ein kleines Frühstücksangebot auf der Karte.
Mit Mels Place hat sich Melanie Mayerl einen Wunsch erfüllt, der offenbar schon länger auf der persönlichen To-do-Liste stand. Seit 7. August empfängt sie in der Hirschengasse 8 im 6. Bezirk ihre Gäste und zwar möglichst so, dass sich der Besuch weniger nach Lokal und ein bisschen mehr nach Zuhause anfühlt. Mayerl spricht von ihrem „wahr gewordenen Traum vom eigenen Café mit Wohnzimmer-Atmosphäre“, wo sie zukünftig „alle lieben Menschen auf der Welt herzlich willkommen heißen“ möchte, „die Café und Kuchen genauso lieben wie ich“.

Oma und Uroma backen mit, zumindest auf dem Papier. Denn einen Teil der Rezepte hat Mayerl aus der eigenen Familie mitgebracht. „Zwischen traditionellen Familienrezepten von meiner Oma und Uroma gibt es auch vegane Köstlichkeiten sowie mehlfreie“, erzählt sie. Gerade bei Letzteren ist ihr eine Klarstellung wichtig: Mehlfrei bedeutet bei Mels Place nicht automatisch glutenfrei. „Dazu zu sagen ist bei den mehlfreien Kuchen, dass sie auf gar keinen Fall glutenfrei hergestellt werden, da dies in meiner kleinen Produktionsbackstube nicht möglich wäre.“
Was genau in der Vitrine landet, wechselt: Hausgemachte Tageskuchen und Torten gehören fix zum Programm. Und weil selbst der größte Mehlspeisenfan zwischendurch etwas Pikantes braucht, bleibt es nicht bei Süßem. „Neben Sweets gibt’s bei mir auch ein kleines Frühstücks- bzw. Snackangebot“, sagt Mayerl. Auf der Karte stehen etwa Focaccia – vegetarisch, mit Fleisch oder vegan –, Sandwiches in denselben Varianten sowie Joghurt mit Früchten und Granola. Ziemlich wienerisch wird es beim Schnittlauchbrot mit Butter und Frischkäse.

Auch bei allem, was nicht aus der eigenen Backstube kommt, wollte Mayerl nicht irgendwo zugreifen. „Bei der Zusammenarbeit mit meinen Lieferanten habe ich größten Wert auf Qualität gelegt, sodass das Gesamtkonzept stimmig mit meinen Qualitätsansprüchen bei meinen eigenen Kreationen ist.“ Zum Kuchen gibt es die üblichen Verdächtigen von Espresso und Verlängertem über Cappuccino und Flat White bis zum Affogato. Wer gerade keine Lust auf Kaffee hat, findet Chai und Matcha Latte, Tee, Kakao oder hausgemachte Drinks. Und Mels Place kann auch ein bisserl später am Tag: Wiener Weiß und Fräulein Rosé vom Weingut Mayer am Pfarrplatz stehen ebenso auf der Karte wie Schremser Bier, Radler, Frizzante, Aperol und Weiß Gespritzter.

Große gastronomische Verrenkungen braucht es dafür offenbar nicht. Mayerl setzt lieber auf ein überschaubares Angebot, ihre eigene Backstube, gute Produkte und jene Wohnzimmeratmosphäre, die schon im Namen ein wenig mitschwingt. Und wer überprüfen möchte, ob das aufgeht, bekommt von der Gastgeberin ohnehin eine recht eindeutige Einladung: „Ich freue mich, dass du auf mich aufmerksam geworden bist und noch mehr, wenn du mal auf einen Kuchen und Café vorbeischaust, um dich selbst von meinem Konzept zu überzeugen!“
Hirschengasse 8, 1060 Wien
Dienstag bis Samstag, 8 bis 17 Uhr












