Gegen den Strom

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Marc Mößmer © Biofisch

Wie lässt sich Fisch jenseits von Massenzucht und Überfischung nachhaltig produzieren? Das Wiener Unternehmen Biofisch zeigt seit Jahren, dass es anders geht: mit klaren Prinzipien, viel Geduld und einem konsequenten Blick auf natürliche Kreisläufe. Wer die Produkte von Gründer Marc Mößner probieren möchte, hat ab 6. Mai beim Biofisch-Heurigen in Wien-Hetzendorf Gelegenheit.

Es gibt diese Orte, die sich nicht laut ankündigen. Man stolpert eher zufällig hinein und bleibt dann länger als geplant. Der Heurige des Wiener Unternehmens Biofisch in Hetzendorf ist so ein Ort. Ein Innenhof, ein paar hohe Pappeln, Holztische, die sich langsam füllen. Ein paar Minuten nur von der S-Bahn entfernt – und doch fühlt es sich an, als wäre man schon ein gutes Stück draußen aus der Stadt. Ab dem 6. Mai wird hier wieder aufgegrillt, eingeschenkt und musiziert.

© Biofisch

Fisch, der Zeit hatte

Hinter dem Ganzen steht Marc Mößmer, einer der Pioniere der biologischen Fischzucht in Europa. Was hier serviert wird, beginnt nicht in einer anonymen Lieferkette, sondern im Waldviertel – im Teichgut Haslau. Dort wachsen Karpfen, Schleien, Hechte oder Zander in einem über Jahrhunderte gewachsenen Teichsystem heran. Gespeist von Regen und Schnee, eingebettet in Schilf und Wiesen, ist dieser Ort weniger Produktionsstätte als vielmehr Ökosystem.
Die Fische haben Zeit. Sie ernähren sich weitgehend von natürlicher Nahrung, bewegen sich viel, wachsen langsam. Das Ergebnis ist kein Produkt im klassischen Sinn, sondern ein Lebensmittel mit Charakter. Dass Mößmer bereits in den 1990er-Jahren an Richtlinien für biologische Fischzucht mitgearbeitet hat, merkt man seinem Ansatz bis heute an: Hier geht es nicht um Effizienz um jeden Preis, sondern um ein Gleichgewicht. Dass sein Betrieb als erster Demeter-zertifizierter Fischzüchter weltweit gilt, ist dabei fast nur eine logische Konsequenz.

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Heuriger, aber anders

Und dann ist da dieser Heurige, der eigentlich keiner im klassischen Sinn ist. Kein Schweinsbraten, keine Massenabfertigung, kein „schnell noch ein Achterl“. Stattdessen Steckerlfisch, der frisch vom Grill kommt, Räucherfisch mit feiner Würze, Fischburger, Ceviche und erstaunlich viele vegetarische Optionen. Dazu Bio-Weine, Biere und Säfte, sorgfältig ausgewählt, aber ohne große Inszenierung.
Was den Ort besonders macht, ist die Atmosphäre. Familien sitzen neben Stammgästen, junge Paare neben älteren, die offenbar schon lange wissen, dass es sich lohnt, hierherzukommen. An manchen Abenden wird live gespielt – Wiener Lied, aber in Varianten, die man so nicht erwartet. Mal leise und melancholisch, mal überraschend wild. Es ist dieses Nebeneinander aus Bodenständigkeit und Experiment, das den Abend trägt. Geöffnet ist von Mittwoch bis Samstag, bis in den frühen Herbst hinein. Wenn das Wetter hält, bleibt man gern länger sitzen, bestellt noch ein Glas nach und wundert sich irgendwann, wie schnell die Zeit vergangen ist.

© Biofisch

Biofisch
Hetzendorfer Straße 59
1120 Wien
Tel.: 01/8025295
www.biofisch.at
Ab Hof: Donnerstag und Freitag von 9 bis 18 Uhr, Samstag von 9 bis 13 Uhr

Heuriger
6. Mai bis 30. September 2026
Mittwoch bis Samstag von 16 bis 22 Uhr (Küche bis 21 Uhr)
Hetzendorfer Straße 59
1120 Wien

Märkte: Hier bekommen Sie Biofisch:
1010 Wien, Freyung
1020 Wien, Karmelitermarkt
1060 Wien, Naschmarkt
1160 Wien, Yppenmarkt
1080 Wien, Lange Gasse
1180 Wien, Kutschkermarkt

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