Domino’s verlässt Österreich

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© Domino‘s Pizza

Nach knapp neun Jahren am heimischen Markt ist Schluss: Die US-Pizzakette Domino’s schließt mit Ende Mai 2026 alle zehn Wiener Filialen und zieht sich vollständig aus Österreich zurück. Trotz großer Expansionspläne, Rabattaktionen und internationaler Markenbekanntheit gelang es dem Lieferpizza-Riesen nicht, sich dauerhaft gegen die starke lokale Konkurrenz durchzusetzen.

Als Domino’s Ende 2017 in Wien startete, waren die Erwartungen groß. Die erste Filiale eröffnete in Floridsdorf, weitere Standorte folgten in mehreren Wiener Bezirken. Betreiber war die Daufood Austria GmbH als heimischer Franchise-Partner. Ursprünglich sprach man von bis zu 40 geplanten Filialen in Österreich – geworden sind es letztlich zehn, allesamt in Wien.
Am 26. Mai hat die Pizza-Kette nun ihren Rückzug aus Österreich bekannt gegeben. Bereits diesen Sonntag (31. Mai) gehen die Pizzaöfen endgültig aus. Die Abschiedsbotschaft des Unternehmens fiel emotional aus: „Leider müssen wir euch mitteilen, dass alle Pizzen aufgegessen wurden“, hieß es auf Social Media, „Danke für eure Unterstützung, eure Bestellungen und all die gemeinsamen Pizza-Momente in den letzten Jahren.“ Bis zuletzt wolle man die Gäste „weiterhin wie gewohnt“ versorgen. Für viele Fans der Marke kommt der Rückzug überraschend, auch wenn Branchenbeobachter bereits seit längerem von einem schwierigen Marktumfeld sprechen.

Harter Wettbewerb in Wien

Domino’s setzte in Österreich stark auf Liefergeschäft, digitale Bestellung und Rabattaktionen. Mit täglicher Happy Hour, Studentenangeboten sowie Bestellungen via App, Website und Plattformen wie Lieferando oder Foodora wollte die Kette insbesondere junge Zielgruppen ansprechen. Doch offenbar reichte das nicht aus, um sich langfristig am Wiener Markt zu behaupten. Denn gerade Wien gilt als besonders anspruchsvolles Pflaster für internationale Gastronomieketten. Zahlreiche lokale Pizzerien, italienische Familienbetriebe und etablierte Lieferdienste sorgen für intensiven Wettbewerb und hohe Preissensibilität. Gleichzeitig stiegen zuletzt Personal-, Energie- und Rohstoffkosten deutlich an. Branchenkenner sehen darin einen wesentlichen Grund, warum selbst globale Marken in Österreich nicht automatisch erfolgreich sind, eine Interview-Anfrage an Domino‘s blieb leider unbeantwortet.
Dass Domino’s nie über Wien hinaus expandierte, wurde in der Branche bereits als Warnsignal interpretiert. Offenbar blieb das Geschäft hinter den Erwartungen zurück. Ähnliche Erfahrungen machte die Kette übrigens auch in Italien: Dort zog sich Domino’s bereits 2022 nach nur sieben Jahren wieder zurück.

Signalwirkung für internationale Ketten

International bleibt Domino’s ein Schwergewicht der Systemgastronomie. Das Unternehmen wurde 1960 in Michigan gegründet und betreibt weltweit mehr als 22.000 Filialen in 65 Ländern. Der Rückzug aus Österreich zeigt jedoch, wie schwierig der österreichische Gastronomiemarkt für internationale Ketten sein kann und dass globale Bekanntheit allein kein Erfolgsgarant ist.

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