Crudo: Neues Monte-Ofelio-Projekt in Mariahilf

Anna Gugerell

Ein Blick in Wiens jüngste Adresse für Wein, Aperitivo und Italo Vibes.

Das ehemalige If Dogs Run Free in der Gumpendorfer Straße 10 wirkt seit Mitte November wie ausgewechselt. Wo früher ein Barklassiker des Bezirks war, hat die Monte-Ofelio-Crew ihr neues Lokal Crudo eröffnet. Der reduzierte Vibe der vorherigen Cocktailbar wurde behalten: ein fast grafisch wirkender Raum aus Schwarz, Grau und fließenden Lichtbahnen. Von der Decke hängen lange Papierstreifen, die wie beiläufige Notizen wirken und Confessions und funny facts offenbaren. Das Soft Opening am 12. November lief, wie Standortleiterin Ester Sökjer-Petersen sagt, „ziemlich tutto gas“.

Ein neuer Fokus

Der Name ist Programm. „Crudo bedeutet Roh“ erklärt die Managerin und Sommeliere. Sie freut sich vor allem darauf, den Fokus hier mehr auf den Wein zu legen. Der Betrieb importiert traditionell viele italienische Weine selbst, doch Crudo soll das Spektrum erweitern. „Hier möchten wir auch französische und österreichische Weine anbieten“, sagt sie. Der Weinkühlschrank, der noch einziehen wird passt dazu: größer, präziser, sichtbarer.

Da der Standort am Augarten gerade vorübergehend schließen musste (keine Angst, er kommt wieder!), hat das Team vollen Fokus auf neue Projekte.

Auch beim Essen bleibt man nah an den bekannten Monte-Ofelio-Codes, hebt aber neue Elemente hervor. „Aperitivo, Häppchen, Cornetti, ein bisschen mehr, auch ein größeres Angebot“ beschreibt Sökjer-Petersen die Richtung. Auf der Karte stehen italienische Kleinigkeiten, eingelegtes Gemüse in großen Gläser, Bruschette, Stracciatella, Schiacciata-Sandwiches sowie die süßen Cornetti mit Vanille, Pistazie oder Schoko. Die Produktvitrine – gefüllt mit Mortadella, Artischocken, Würsten und farbigen Pickles ist das Highlight des monochromen Raumes und macht hungrig.

Eine Besonderheit ist die neue Kooperation mit MiSa Matcha. Die Karte soll sich stärker verändern als in den anderen Standorten. „Wir wollen es lebendig halten und variieren.“

Perfekt zum Aperitivo: Bruschette.

Mehr Events bitte

Der Gastraum mit der fancy Beleuchtung ist jetzt schon stylisch, auch wenn vieles noch im Werden ist. Ein Schild vor der Tür fehlt noch und auch der Extraraum im Keller wird erst später geöffnet, etwa als Separee oder Partyraum – man wird sehen. Step by step.

Crudo hat mehr Platz als andere Monte-Ofelio-Standorte. Das schafft Freiraum für Veranstaltungen. Winemakers Dinners sind geplant, langfristig womöglich sogar kleine Präsentationen der Winzer:innen selbst. „Vielleicht eine Mini-Messe, irgendwann, schauen wir mal“, erzählt Ester.

Entspanntes Ankommen in Mariahilf

Noch läuft Crudo im Soft-Opening-Modus. Die Weihnachtssaison sei traditionell dicht, sagt Sökjer-Petersen, Vollbetrieb kommt erst im neuen Jahr. Dass das Konzept gut angenommen wird, zeigt der Andrang der ersten Tage. Viele Stammgäste aus den Standorten im ersten und zweiten Bezirk seien sofort vorbeigekommen. „Alle, die hier wohnen, freuen sich, dass hier wieder was los ist und sie am Samstag nicht so weit für die Cornetti fahren müssen.“

Für die Cornetti mit Füllung kommen die Wiener:innen von überall her.

Das Team dahinter ist bekannt: Dario und Luca Formisano sowie Ester Sökjer-Petersen, Sommelierin und Standortleiterin. Die Verbindung zu den anderen Häusern – darunter die Pizzeria Belle de Montefelio in Kooperation mit der Praterstraße – bleibt bestehen und das Team ist flexibel. Crudo soll aber seinen eigenen Charakter entwickeln. Ein Teil davon ist die klare, reduzierte Gestaltung; ein anderer die Idee eines dynamischen Speise- und Weinangebots.

Crudo

Gumpendorfer Straße 10, 1060 Wien