Nach der Cucina Cipriano kehrt Andrea Cipriano mit neuem Konzept zurück: weniger Anlassrestaurant, mehr italienischer Alltag. Im Mittelpunkt steht die Familie.
GastroNews zur bevorzugten Google-Quelle machen Gastro.News zur bevorzugten Google-Quelle machenEin Name, viele Frauen
Rita heißt Andreas Mutter. Und Rita heißt auch die Tochter von Carmela und Andrea. Dass die neue Trattoria diesen Namen trägt, ist kein Zufall.
Rita ist der Name meiner Mama und meiner Tochter, aber es geht um alle Frauen der Familie
erzählt Andrea. Die Frauen seiner Familie und die Erinnerungen an ihre Küche prägen die Idee für das Lokal.
Gemeinsam mit Carmela führte Andrea fast acht Jahre lang die Cucina Cipriano, ein Fischrestaurant in der Aegidigasse 15. Nach ihrem Rückzug übernahm dort vorübergehend das Partenope. Nun ist Andrea mit der Rita Trattoria zurück – am vertrauten Ort, aber mit einer neuen Idee.

Vom Fischrestaurant zur Trattoria
Andrea arbeitete zwischenzeitlich als Privatkoch und im Lebensmittelbereich. Der Wunsch, selbst am Herd zu stehen, blieb. Diesmal sollte es kein Restaurant nur für besondere Anlässe werden, sondern ein Ort, an dem man spontan auf ein Glas Wein mit ein bisschen Prosciutto vorbeischauen kann. Kinder sind willkommen. „Es ist ein lockeres Konzept“, sagt Andrea. „Es geht um Geselligkeit, guten Wein und die Freude, gemeinsam Zeit zu verbringen.“

Küche von Nord bis Süd
Die Karte ist breiter geworden: Fisch bleibt, dazu kommen Fleischgerichte sowie vegetarische und vegane Optionen. Andrea kombiniert dabei italienische Tradition mit Ideen, die er von Reisen und aus anderen Küchen mitbringt.
So serviert er etwa ein Bio-Ei mit Thunfischsauce und Katsuobushi, getrockneten Bonitoflocken. Eine Anspielung auf Vitello tonnato, aber mit eigener Handschrift. Auch Carpaccio von Wildfang-Goldbrasse aus Grado zählt zu den Spezialitäten.
Die Karte verändert sich laufend und passt sich den Saisonen an. Größere Wechsel sind etwa alle sechs Wochen vorgesehen, einzelne Gerichte können spontan hinzukommen. Andrea erzählt vom Marktbesuch, vom Gespräch mit Produzent:innen und davon, lieber wenige gute Produkte einzukaufen als große Mengen auf Vorrat.

Eine rosa Neustart
Auch der neu gestaltete Raum passt zum Neustart. Farben, Sessel, Tischgestaltung und Bilder wurden verändert. Rosa spielt eine auffällige Rolle, Frauenfiguren tauchen in den Motiven und sogar auf den neuen T-Shirts des Teams auf. Bei der Einrichtung setzten die Betreiber auch auf Vintage-Möbel als Zeichen eines Umgangs mit Ressourcen, der ihnen als Eltern wichtig ist.
Der Hauswein wird sogar in einer Karaffe serviert, die von Andreas Mutter stammt. Die Auswahl bei den Weinen ist überwiegend italienisch, daneben finden sich Weine aus Österreich und Frankreich sowie alkoholfreie Getränke kleiner Produzent:innen.

Dessert wie zu Hause
Zum Schluss kommen die Nachspeisen an den Tisch. Tiramisu wird aus der Form portioniert, dazu gibt es etwa luftige Schokoladenmousse mit Rosmarin oder Panna cotta. „Wir servieren direkt wie zu Hause“, sagt Andrea. Genau darum geht es bei Rita: um eine Küche, die persönlich bleibt.

Auch die Preise sollen den Besuch alltäglicher machen. Im Gespräch nennt Andrea kleine Vorspeisen ab acht Euro und Gerichte bis etwa 25 Euro. Das Konzept ist nicht mehr das seltene große Fischdinner, sondern die Trattoria, in die man gern wiederkommt.
Aegidigasse 15, 1060 Wien
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