Die Cucina Cipriano, ein gehobenes Fischlokal im sechsten Bezirk schließt. Am 3. Jänner 2026 endet der Restaurantbetrieb an diesem Standort. Was bleibt, ist Dankbarkeit und der Blick nach vorne. Keine Angst, wir müssen uns nicht ganz verabschieden.
„Wir schließen.“
„Wir schließen. Ja, wir schreiben es genau so. Ohne Umschweife.“ Mit diesen Worten kündigen Andrea und Carmela, die Betreiber des Lokals, das Ende der Cucina Cipriano an. „Am 3. Jänner 2026 wird Cucina Cipriano an diesem Ort seine Türen schließen.“ Der Satz, schreiben sie, berühre sie selbst. Denn das Lokal sei „nie nur ein Restaurant“ gewesen, sondern „ein Zuhause. Ein Rückzugsort. Ein Ort der Begegnungen, des Lachens, der gemeinsam geteilten Stille“.
Der Dank richtet sich an alle, „die ihr uns einmal gewählt habt“, an jene, „die immer wieder zurückgekommen seid“, und an alle, „die Teil unserer Familie geworden sind“. Die Gastgeber bedanken sich bei ihren vielen Stammgästen für Vertrauen, Nähe, und Treue.

Küche mit Haltung
Zur Identität des Lokals gehörte eine Küche, die Nähe zum Produkt suchte. Täglich gegen fünf Uhr früh erhält Andrea Cipriano eine Videonachricht von seinen Fischern von der Adriaküste. Nach Auswahl und Absprache kommen die frischesten Selektionen nach Wien.
Besonders beliebt war die gemischte Crudo-Platte auf der Brassen, Sardinen, Garnelen und Co zu finden waren, eben von allem ein bisschen was. Aber auch Pasta, wie die sardische Fregola Sarda war immer ein Highlight und schmeckt nach Urlaub am Meer.
Familie im Mittelpunkt
Kurz vor Weihnachten teilte Andrea Cipriano ein Bild aus der Küche, gemeinsam mit seiner Tochter. „In der Küche mit ganz besonderen Helferinnen“, schreibt er. Zwischen Teig, Lächeln und kleinen Händen gehe es um etwas, „das noch wichtiger ist als die Arbeit: gemeinsame Zeit“. Kochen bedeute für ihn nicht nur, Gerichte zu schaffen, sondern Werte weiterzugeben. Und Eltern zu sein solle „niemals heißen, die eigenen Träume aufzugeben“.
Diese Haltung findet sich auch in der Entscheidung zur Schließung wieder. „Jede Phase im Leben ist für etwas anderes bestimmt“, schreiben Andrea und Carmela. Nach der Zeit der Träume, Projekte und endlosen Nächte sei nun „eine neue Zeit gekommen. Die Zeit, langsamer zu werden. Die Zeit, sich der Familie, den Töchtern und dem zu widmen, was echte Präsenz verlangt.“

Aber zuerst wird gefeiert
Bevor sich die Türen schließen, laden die Gastgeber zu einem gemeinsamen Abschied ein: Am 9. Jänner ab 18 Uhr findet eine Abschiedsparty statt: „ein großes gemeinsames Anstoßen“, um den Weg gemeinsam zu beenden und zugleich einen neuen Anfang zu feiern.
Ab dem 15. Januar wird es eine neue Führung geben. „Cucina Cipriano, so wie ihr es kennt, wird an diesem Ort nicht weiterbestehen.“ Doch ganz endet die Geschichte nicht. „Wir gehen nicht wirklich“, schreiben Andrea und Carmela. Die Cucina Cipriano komme zu den Gästen nach Hause: mit Private Dinners, besonderen Anlässen und intimen Tafeln. Die Art zu kochen, zu empfangen und sich um Menschen zu kümmern lebe weiter, „nur in einer neuen Form“. Denn, so ihr Schlussgedanke: „Schöne Dinge enden nicht immer. Manchmal verwandeln sie sich einfach.“ Und man darf gespannt sein, was den Ciprianos noch so einfällt bzw. wie es mit dem bestehenden Lokal weitergeht.
Cucina Cipriano
Aegidigasse 15, 1060 Wien













