Spak: Vertrauen ist entscheidend

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Hans Peter Spak hat die österreichische Lebensmittelbranche über fünf Jahrzehnte mitgeprägt. Heute führt sein Sohn Peter das Familienunternehmen SPAK in dritter Generation. Im Gespräch mit Gastro.News erzählt Spak, was einen guten Klassiker ausmacht, wie sich die Ansprüche an Lebensmittel verändert haben und warum Loslassen zum Unternehmertum dazugehört.

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GASTRO NEWS: Was hat sich am Geschmack und Einkaufsverhalten der Menschen in den vergangenen 50 Jahren am stärksten verändert?

Hans Peter Spak: Der größte Unterschied ist wohl, dass die Menschen heute viel bewusster einkaufen und sich intensiver mit Lebensmitteln beschäftigen. Früher standen Verfügbarkeit, Geschmack und ein vernünftiger Preis stärker im Vordergrund. Heute spielen zusätzlich Herkunft, Zutaten, Qualität und Nachhaltigkeit eine große Rolle.

Gleichzeitig ist der Alltag schneller geworden, und Convenience-Produkte sind gefragter denn je. Was sich allerdings nicht verändert hat, ist der Wunsch nach gutem Geschmack und verlässlicher Qualität.

Was sich nicht verändert hat, ist der Wunsch nach gutem Geschmack und verlässlicher Qualität.

Was macht einen Klassiker aus, der über Jahrzehnte funktioniert?

Ein echter Klassiker muss vor allem eines sein: verlässlich. Der Kunde muss wissen, was er bekommt, und sich darauf verlassen können, dass Geschmack und Qualität stimmen.

Natürlich muss man ein Produkt laufend weiterentwickeln und an neue Anforderungen anpassen, aber man darf dabei nicht seinen Charakter verlieren. Ein Klassiker funktioniert dann über Jahrzehnte, wenn er für die Menschen selbstverständlich wird und sie ihn immer wieder gerne kaufen, wie zum Beispiel unsere Spak-Mayonnaise mit 80 Prozent Fett und Freilandei in der 500-ml-Packung.

Ein echter Klassiker muss vor allem eines sein: verlässlich.

Wie schwierig war es, die Verantwortung an Ihren Sohn Peter zu übergeben?

Das ist für einen Unternehmer, der so viele Jahre mit Herzblut dabei war, natürlich ein besonderer Schritt. Man hat das Unternehmen über Jahrzehnte aufgebaut, viele Entscheidungen selbst getroffen und fühlt sich für alles verantwortlich. Da ist es nicht immer leicht, loszulassen.

Gleichzeitig war es mir wichtig, rechtzeitig Verantwortung zu übergeben und meinem Sohn die Möglichkeit zu geben, seinen eigenen Weg zu gehen. Vertrauen ist dabei entscheidend. Man muss akzeptieren, dass die nächste Generation manches anders macht – und genau darin liegt auch eine Chance.

Man muss akzeptieren, dass die nächste Generation manches anders macht – und genau darin liegt auch eine Chance.

Welche Rolle haben Sie heute im Unternehmen, und was reizt Sie daran, weiterhin Ideen einzubringen?

Ich bin dem Unternehmen nach wie vor eng verbunden. Ein Familienunternehmen ist schließlich nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ein Stück Lebensgeschichte.

Durch meine Erfahrung kann ich Entwicklungen oft aus einer anderen Perspektive beurteilen und vielleicht den einen oder anderen wertvollen Hinweis geben. Mich reizt vor allem, zu sehen, wie sich das Unternehmen weiterentwickelt, welche neuen Möglichkeiten entstehen und wie man Bewährtes mit neuen Ideen verbinden kann. Wichtig ist mir dabei, die Verantwortung der nächsten Generation zu respektieren und sie nicht einzuschränken.

Was hat Sie 2007 daran gereizt, gemeinsam mit Ihrem Sohn HINK zu übernehmen?

HINK war für uns eine interessante Investition, weil es eine andere Seite der Lebensmittelbranche zeigt. Bei den Pasteten und Feinkostprodukten spielen Tradition, Handwerk, Rezepturen und die besondere Qualität der Zutaten und Erzeugnisse eine große Rolle.

Uns hat die Möglichkeit gereizt, ein Unternehmen mit eigenständigem Charakter weiterzuentwickeln und seine Produkte einem breiteren Markt zugänglich zu machen. Gleichzeitig war es spannend, unser unternehmerisches Wissen in einem anderen Segment einzusetzen.

Was unterscheidet Alltagsprodukte von Feinkost aus unternehmerischer Sicht?

Bei Alltagsprodukten wie Ketchup, Mayonnaise oder Senf zählen vor allem gleichbleibende Qualität, Verfügbarkeit, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und große Produktionsmengen. Die Produkte müssen jeden Tag überzeugen.

Bei Feinkostprodukten wie den Pasteten von HINK stehen dagegen häufig die Besonderheit des Geschmacks, die Rezeptur und der Genussmoment stärker im Vordergrund.

Natürlich gelten für beide Bereiche dieselben hohen Qualitätsansprüche. Der Unterschied liegt vor allem darin, welche Erwartungen die Kunden an das jeweilige Produkt haben und in welcher Situation sie es genießen.

Woran erkennen Sie, ob ein Ernährungstrend dauerhaft bleibt?

Mit der Zeit lernt man, Trends mit einer gewissen Gelassenheit zu betrachten. Nicht alles, worüber heute gesprochen wird, wird morgen noch relevant sein.

Für mich ist entscheidend, ob ein Produkt einen echten Mehrwert bietet, geschmacklich überzeugt und in den Alltag der Menschen passt. Wenn ein Trend nicht nur durch Werbung oder kurzfristige Aufmerksamkeit getragen wird, sondern ein tatsächliches Bedürfnis erfüllt, hat er bessere Chancen, sich dauerhaft durchzusetzen. Letztlich entscheidet der Kunde mit seinem Einkaufsverhalten.

Nicht alles, worüber heute gesprochen wird, wird morgen noch relevant sein.

Wie schwierig ist es heute geworden, ein gutes Lebensmittel auf den Markt zu bringen?

Es ist anspruchsvoller geworden, weil die Erwartungen in vielen Bereichen gleichzeitig gestiegen sind. Die Menschen wollen hohe Qualität, guten Geschmack, faire Preise und möglichst nachhaltige Produkte.

Gleichzeitig sind Rohstoff-, Energie- und Produktionskosten wichtige Faktoren. Als Hersteller muss man daher sehr genau überlegen, wo man investiert und wie man effizient produziert, ohne bei der Qualität Abstriche zu machen.

Ich bin überzeugt, dass ein gutes Lebensmittel nach wie vor seinen Platz am Markt findet. Voraussetzung ist, dass man die Bedürfnisse der Kunden versteht und sein Handwerk beherrscht.

Was soll die nächste Generation im Familienunternehmen unbedingt anders machen als Sie?

Ich würde der nächsten Generation nicht vorschreiben wollen, was sie anders machen muss. Die Zeiten verändern sich, und jede Generation muss ihre eigenen Antworten auf neue Herausforderungen finden. Was früher richtig war, muss heute nicht automatisch der beste Weg sein.

Wichtig ist, offen für neue Technologien, neue Märkte und neue Ideen zu bleiben, ohne die eigenen Werte zu vergessen. Mein Rat wäre, mutig Entscheidungen zu treffen, den Kunden zuzuhören und die Qualität niemals aus den Augen zu verlieren.

Und vor allem: Freude an dem zu haben, was man tut. Denn ein Unternehmen lässt sich langfristig nur erfolgreich führen, wenn man mit Überzeugung dahintersteht.

Jede Generation muss ihre eigenen Antworten auf neue Herausforderungen finden.


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