MARI übernimmt ATG Entertainment

Ina Dieringer

(c) ATG

Im internationalen Live-Entertainment steht ein großer Besitzerwechsel bevor: MARI, das von Ariel Emanuel gegründete Unternehmen für Live-Entertainment und Events, will ATG Entertainment von Providence Equity Partners übernehmen. ATG betreibt weltweit 70 Spielstätten – und plant auch in Wien ein neues Musicaltheater.

ATG Entertainment ist in den Bereichen Spielstättenbetrieb, Produktion und Ticketing tätig und zählt zu den führenden internationalen Theaterunternehmen. Das Portfolio erstreckt sich über Großbritannien, die USA, Deutschland und Spanien. Darunter befinden sich sieben Theater am Broadway und zehn Häuser im Londoner West End sowie zahlreiche regionale Theater. Jährlich finden in den Spielstätten rund 16.000 Vorstellungen für mehr als 18 Millionen Besucher statt.

Neben dem Betrieb der Häuser produziert und koproduziert ATG auch für das West End und den Broadway. In Deutschland bringt das Unternehmen unter anderem Moulin Rouge! Das Musical, Das Phantom der Oper und Starlight Express auf die Bühne. Zum deutschen Portfolio gehören der Admiralspalast Berlin, das Capitol Theater Düsseldorf, der Musical Dome Köln, das Theater am Großmarkt Hamburg und das Starlight Express Theater in Bochum.

Neues Musicaltheater für Wien

Auch in Österreich hat ATG Pläne: Im Wiener Prater soll 2027 ein neues Musicaltheater eröffnen. Das geplante Haus ist mit 1.800 Plätzen vorgesehen. Der Besitzerwechsel des Mutterkonzerns scheint für das Wiener Projekt vorerst keine Änderung zu bedeuten.
ATG soll nach Abschluss der Transaktion weiterhin unter seiner bestehenden Marke und Führung operieren und seine kreative Unabhängigkeit bewahren. MARI beabsichtigt, die Theater langfristig zu erhalten und weiterzuentwickeln. Geplant sind Investitionen in die Modernisierung der Häuser und ein verbessertes Besuchererlebnis. Gleichzeitig sollen neue Produktionen unterstützt werden.

Auch das regionale Netzwerk spielt in den Plänen eine Rolle: MARI will die Stellung der ATG-Spielstätten vor Ort stärken, neue Möglichkeiten für lokale Künstler schaffen und den Zugang zu Live-Theater erweitern. Die angekündigten Investitionen sollen sich auf das gesamte Portfolio erstrecken – von den Regionaltheatern bis zu den Häusern im West End und am Broadway.

MARI erweitert sein Geschäft

Für MARI bedeutet die Übernahme den Einstieg in den Theaterbereich. Das bisherige Portfolio des Unternehmens umfasst Live-Formate aus Sport, Kunst, Entertainment und Lifestyle. Dazu zählen unter anderem die Kunstmesse Frieze, das US-Auktionshaus für Sammlerfahrzeuge Barrett-Jackson, die Miami Open, die Mutua Madrid Open und das Hyde Park Winter Wonderland. In der Unternehmensbeschreibung wird außerdem die TodayTix Group genannt.
Ariel Emanuel bezeichnet die Übernahme als langfristige Investition in die Zukunft des Live-Entertainments. Er verweist dabei auch auf seine eigenen Anfänge im Theater und die aus seiner Sicht wachsende Bedeutung von Live-Erlebnissen.

Auch ATG-CEO Melanie Smith sieht MARI als passenden Partner für die nächste Phase des Unternehmens. Entscheidend seien dabei das Verständnis für Live-Entertainment sowie der Umgang mit den Theatern, den Beschäftigten und den Beziehungen zu Produzenten, Künstler und Publikum.

Abschluss noch ausständig

Fix abgeschlossen ist die Übernahme noch nicht. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der erforderlichen kartellrechtlichen Genehmigungen und der üblichen Abschlussbedingungen. Bis zum Abschluss werden MARI und ATG Entertainment weiterhin als eigenständige Unternehmen operieren.

ATG befand sich in den vergangenen 13 Jahren im Portfolio von Providence Equity Partners. Laut Providence wurde in dieser Zeit unter anderem die internationale Expansion vorangetrieben, in Spielstätten investiert und das Unternehmen durch strategische Akquisitionen erweitert.

Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Als Finanzberater für MARI waren The Raine Group und Moelis & Company tätig, als Rechtsberater Akin Gump Strauss Hauer & Feld und als Steuerberater EY. ATG und Providence wurden federführend von LionTree finanziell sowie von Kirkland & Ellis rechtlich beraten. Auch Goldman Sachs, Jefferies und Barron International Group waren als Finanzberater beteiligt.

GastroNews zur bevorzugten Google-Quelle machen