Ende Juli verlässt das 3-Hauben-Lokal Oak107 die Mariahilfer Straße 47 und zieht in den ersten Bezirk – genauer in die Fichtegasse 2a. Neue Adresse, neues Kapitel – aber kein radikaler Neustart. Das Haus nimmt mit, was es stark gemacht hat, und schafft Platz für mehr.
Mehr als große Cuts
Japanisches Wagyu, zertifiziertes Kobe-Beef und internationale Premium-Cuts bleiben das Rückgrat des Oak107. Doch wer das Restaurant nur auf Steak reduziert, greift zu kurz. Längst spielen auch die Tellergerichte eine zentrale Rolle: Fisch, Gemüse, kräftige Saucen, feine Säure, klare Aromen.
Am neuen Standort soll diese Breite noch deutlicher werden. Die großen Stücke bleiben. Gleichzeitig bekommt jene Küche mehr Raum, die Daniel Werner in den vergangenen Jahren aufgebaut hat – Gerichte, die nicht bloß zum Steak hinführen, sondern selbst den Ton angeben. Drei Hauben bei Gault&Millau und eine Empfehlung im Guide Michelin zeigen, dass dieser Weg längst wahrgenommen wird.
Daniel Werner: Präzision ohne Show
Werner kochte im Carpe Diem in Salzburg, später mehrere Jahre im Wiener Steirereck, zuletzt als Produktionsleiter. Diese Erfahrung ist in seiner Küche spürbar, aber nie ausgestellt.
Er arbeitet genau, ohne verkopft zu werden. Saucen haben Druck, Säure setzt Akzente, Produkte bleiben klar erkennbar. Bei stark marmoriertem Wagyu zählt Zurückhaltung. Bei den Tellergerichten darf es weiter gehen: mehr Kontrast, mehr Textur, mehr Saison.
Genau darin liegt die Entwicklung des Oak107. Das Fleisch bleibt wichtig, aber es ist längst nicht mehr die einzige Sprache, die hier gesprochen wird.

Sebastian Butzi komplettiert das Team
Für den nächsten Schritt bekommt Werner Verstärkung von Sebastian Butzi. Der gebürtige Wiener mit kärntner Wurzeln, absolvierte seine Lehre im Wiener Vestibül, arbeitete danach mehrere Jahre bei den Brüdern Obauer in Werfen und wechselte anschließend ins Steirereck. Dort kochte er gemeinsam mit Werner unter Heinz Reitbauer. Zuletzt leitete Butzi die Küche im 3 Hauben Restaurant “Das Wolf” in Langenlebarn.
Die beiden kennen einander also nicht nur, sie kennen auch denselben Anspruch: präzises Handwerk, starke & hochwertig(st)e Produkte, klare Entscheidungen. Danach gingen sie unterschiedliche Wege. Jetzt treffen diese Erfahrungen wieder aufeinander.
Butzi bringt österreichische Grundlagen mit, ohne daraus Folklore zu machen. Gemüse, Kräuter, Säure, Jus, Fleisch und Fisch stehen bei ihm nicht in Konkurrenz, sondern müssen miteinander funktionieren. Gerade bei den Tellergerichten dürfte diese Verbindung spannend werden.
Werner kennt das Oak107, seine Gäste und seine Entwicklung. Butzi bringt einen neuen Blick mit, aber keine Attitüden. Das kann der Küche genau jene zusätzliche Spannung geben, die es für den nächsten (großen?) Schritt braucht.

Im ersten Bezirk bahnt sich mehr an
Noch sind nicht alle Details öffentlich. Klar ist aber: Das Oak107 legt seine Identität nicht ab, es schärft sie. Kobe, Wagyu und große Cuts bleiben gesetzt, dazu kommt mehr Raum für eine Küche, die auch abseits des Steaks längst Haltung und Raffinesse zeigt.
Und das Oak107 dürfte im ersten Bezirk nicht allein bleiben. Rund um die neue Adresse formiert sich mit geballter Erfahrung aus der Spitzen- und Sternegastronomie offenbar noch mehr.
Was daraus wird?
Steakliebhaber und neugierige (Fine-Dine) Esser dürfen sich jedenfalls auf einiges gefasst machen.
Fotocredits:
Sebastian Butzi: (c) Das-Wolf
Food & Werner: (c) OAK107















