Die Aperitivo Days am 8. und 9. August 2025 verwandeln die Weinstadt Retz für zwei Abende in ein mediterranes Genusszentrum. Mitten auf dem Hauptplatz entsteht ein kulinarischer Raum, der südliches Lebensgefühl mit regionalem Anspruch verbindet. Und mit der Taverna von Andreas Flatscher zieht erstmals auch Wiener Barkultur ins Herz des Weinviertels.
Retz hat viele Gesichter – historisch, charmant und weinkulturell geprägt. Doch an zwei Sommerabenden zeigt sich die Stadt von einer ganz anderen Seite. Dann flaniert man zwischen Lichterketten und Stehtischen, hört Musik, die sich unaufdringlich in die Gespräche mischt, und erlebt eine Atmosphäre, die eher an eine italienische Piazza als an ein niederösterreichisches Stadtzentrum erinnert. Die Aperitivo Days machen genau das möglich – und schaffen damit ein Format, das konsequent auf Qualität, Herkunft und Gastlichkeit setzt.
Organisiert vom Slow Food Village Retz, steht das zweitägige Open-Air-Festival für eine bewusste Form des Genusses. Regionale Produzentinnen, handwerklich arbeitende Köche und engagierte Gastgeberinnen gestalten ein kulinarisches Erlebnis, das weit über die üblichen Standards hinausgeht. Auf dem historischen Marktplatz treffen Pizza aus 56-Stunden-Teig auf Biofleisch vom Grill, frisch gezapfter Spritz auf Naturweine aus dem Umland. Fast alles ist handgemacht, vieles bio, alles mit Liebe zur Region gedacht.
Ein besonderes Highlight in diesem Jahr: die Teilnahme der Wiener Taverna von Andreas Flatscher. Der gebürtige Retzer bringt sein vielfach beachtetes Cicchetteria-Konzept aus der Josefstadt mit in seine Heimatstadt – samt Barkultur, kleinen Gerichten und südlicher Eleganz. Flatscher versteht es, Atmosphäre zu schaffen: Er serviert keine Show, sondern Substanz – geschmacklich präzise, gestalterisch zurückhaltend, aber stets mit starker Handschrift. Seine Taverna bringt einen Hauch Wien, viel Italien und spürbare Begeisterung nach Retz.
„Was die Aperitivo Days besonders macht, ist die Kombination aus Lebensfreude und super Geschmack aus hochwertigen Lebensmitteln“, sagt Michael Vesely vom Slow Food Village Retz. „Wir wollen ein Fest für alle – die Lebensfreude und Wertschätzung verbindet.“ Diese Haltung zeigt sich auch in der Entscheidung, die Veranstaltung weiterhin ohne Eintritt anzubieten – ein klares Statement für Offenheit, Zugänglichkeit und echte Gastfreundschaft.
Wenn gegen Abend die Sonne hinter den Fassaden der Renaissancehäuser verschwindet, wenn die Piazza leise zu leuchten beginnt, wenn Menschen stehen bleiben, um zu kosten, zu reden, zu verweilen – dann ist da dieses Gefühl, das schwer zu beschreiben, aber sofort zu spüren ist. Der Süden ist plötzlich ganz nah. Nicht geografisch, sondern emotional.
Und genau das bleibt: zwei Abende voller Leichtigkeit, Kulinarik und gelebter Gastlichkeit. Die Aperitivo Days machen Retz nicht größer, sondern offener – Nicht lauter, sondern lebendiger.












