De Luca hat den Konkurs überstanden

Ina Dieringer

Inhaber Davide de Luca im Diego's © Redaktion

Die Wiener Gastro-Szene steht unter Druck. In den vergangenen Monaten häufen sich die Konkursmeldungen. Steigende Energiepreise, höhere Mieten und eine spürbare Zurückhaltung bei den Gästen haben ein Klima geschaffen, in dem selbst gut geführte Lokale ins Wanken geraten. „Viele kämpfen gerade“, sagt Davide de Luca. „Das ist keine Ausnahme mehr, das ist die Realität.“

De Luca kennt diese Realität aus nächster Nähe. Der Gastronom betreibt mit I Terroni in der Westbahnstraße, I Carusi in der Kirchengasse und Diego’s, ebenso in der Westbahnstraße, drei Lokale in 7. Wiener Bezirk – und musste selbst durch einen Konkurs gehen. Heute ist die Sanierung gelungen. Ein Comeback, das viel Arbeit bedeutet hat. „So etwas kann passieren“, sagt de Luca. „Wichtig ist, dass man nicht liegen bleibt.“

Der Moment, in dem für ihn klar wurde, dass es wieder nach vorne geht, war zu spüren, dass er nicht alleine dasteht. „Mein Team hat immer an mich geglaubt. Und meine Gäste auch.“ Viele hätten ihm zugesprochen: Egal, was passiert – wir stehen hinter dir. Du machst gutes, ehrliches Essen. „Das vergisst man nicht. Aufzugeben habe ich nie in Erwägung gezogen.”

Personal habe man reduzieren müssen – vor allem Teilzeitkräfte und Aushilfen. „Das war schwer“, sagt er. „Zumindest waren es keine Vollzeitstellen, die wir streichen mussten.“ Heute beschäftigt de Luca weiterhin über 20 Mitarbeiter:innen. „Mir war wichtig, ehrlich zu bleiben.“ Seinen Alltag lebt er näher am Betrieb als je zuvor. „Ich arbeite sieben Tage die Woche selbst mit“, sagt er. „Als Pizzakoch, als Chefkoch, als Kellner.“ Das sei anstrengend, aber notwendig.

Trotz explodierender Kosten hält er an einem Prinzip fest, das für ihn unverrückbar ist: leistbares Essen. „Bei uns kostet eine Margherita nur 7 Euro, eine Marinara 6,50.“, sagt er. „Das bekommst du fast nirgends mehr. Vielleicht in Neapel.“ Dass sich diese Preise wirtschaftlich nur schwer ausgehen, verschweigt er nicht. „Aber mir ist wichtig, dass auch junge Menschen essen gehen können.“ Essen dürfe kein Luxus werden. „Es soll gut schmecken – und der Preis soll fair bleiben.“ Die Rahmenbedingungen seien für die Branche weiterhin schwierig, sagt de Luca. „Alles wird teurer. Verkehrsstrafen sind gestiegen, das Jahresticket der U-Bahn um rund 100 Euro.“ Die Folge: Die Menschen geben weniger aus. „Viele gehen statt zweimal pro Woche nur noch einmal essen.“

Die Konkurszahlen in Wiens Gastronomie werden so schnell nicht zurückgehen. Doch zwischen Schließungen und Unsicherheit gibt es auch andere Geschichten. Die von Davide de Luca ist eine davon – ein Beispiel dafür, dass Sanierung, Verantwortung und Weitermachen möglich sind.