Ein Gmundner Jungunternehmer will den italienischen Balsamico vom Thron stoßen – mit einer süßeren und „komplett österreichischen“ Alternative. Benjamin Brameshuber hat mit „Balsamikö“ ein Produkt geschaffen, das Salatfans begeistert und zeigt, dass Innovation manchmal einfach anders schmecken darf.
Wenn Benjamin Brameshuber über seine Produkte spricht, leuchten seine Augen. „Ich wollte etwas schaffen, das man direkt über den Salat geben kann – ohne zu verdünnen, ohne Zucker, einfach pur“, erzählt der 35-jährige Gründer aus Gmunden. Was dabei herauskam, ist Balsamikö, eine Essigzubereitung, die den klassischen italienischen Balsamico charmant herausfordert.
Angefangen hat alles 2015, als Brameshuber die „Benjamin Gut GmbH“ gründete und mit exotischen Fruchtessigen experimentierte. „Damals hatten wir Mango-, Passionsfrucht- oder Himbeeressige. Das kam gut an, aber ich wollte mehr Richtung Genuss und Alltagstauglichkeit gehen.“ Aus dieser Idee entstand die Marke „Pura Vida“, spezialisiert auf frische, natürliche Salatdressings. Der nächste Schritt war dann fast logisch: „Viele Kunden sagten, sie lieben Balsamico, aber ihnen ist er oft zu sauer. Da wusste ich: Genau da liegt unsere Chance.“

Mild, fruchtig, österreichisch
Das Ergebnis ist kein klassischer Essig – und darf laut EU-Verordnung auch nicht so heißen. Denn mit weniger als fünf Prozent Säure zählt Balsamikö offiziell zur Kategorie „Essigzubereitung“. „Für mich ist das aber kein Nachteil, sondern genau der Punkt“, sagt Brameshuber lachend. „Unsere Mischung ist mild, fruchtig und ready to use – man braucht keinen Zucker, kein Öl, kein Wasser. Einfach Flasche auf, Salat anmachen, fertig.“
Die Basis bildet österreichischer Weinessig, veredelt mit Birnen- und Traubensaft, die zu einem dichten, karamellisierten Konzentrat eingekocht wird. „Das bringt diese malzig-karamellige Note, die viele an unserem Produkt lieben.“ Produziert und abgefüllt wird in Wien – ganz bewusst, wie Brameshuber betont: „Wir wollten ein komplett österreichisches Produkt schaffen, vom Weinbauern bis zur Abfüllung.“
Was Balsamikö besonders macht, ist seine Vielseitigkeit. Ob auf Blattsalaten, Mozzarella, Käse oder sogar Desserts – der fruchtig-süße Geschmack verleiht allem einen besonderen Twist. „Ich sehe Balsamikö nicht als Konkurrenz, sondern als Weiterentwicklung“, sagt Brameshuber. „Der italienische Balsamico ist großartig, aber wir zeigen, dass Österreich mindestens genauso genussvoll kann. Nur eben mit weniger Säure und mehr Schmäh.“
Zwischen Genuss und Geduld
Trotz der hohen Qualität war der Markteintritt kein Kinderspiel. „Als kleines Unternehmen wirst du im Handel oft belächelt“, erzählt Brameshuber offen. Balsamikö ist derzeit im Online-Shop und in ausgewählten Feinkostläden und Supermärkten erhältlich, aber die Platzierung zwischen internationalen Marken sei hart umkämpft. „Du stehst neben den Großen, zahlst dieselben Regaleinmietungen, aber ohne deren Werbebudget. Das ist schon zäh.“
Doch aufgeben kam für Brameshuber nie infrage. Aus dem Grund gründete er – mit seinen zwei Co-Inhabern – dressupmysalad.com, eine Onlineplattform für alle, die Salate lieben. „Wir wollen dort nicht nur unsere Produkte zeigen, sondern eine ganze Community rund um das Thema Dressing aufbauen – mit Rezepten, Ideen und Lieblingsprodukten von Foodies aus Österreich.“
Mit Leidenschaft, Geschmack und einer Portion österreichischem Erfindergeist hat Benjamin Brameshuber den Balsamico neu gedacht. Balsamikö ist mehr als nur eine Essigzubereitung – es ist ein Stück Genusskultur „made in Austria“. Und wer einmal probiert hat, versteht schnell, warum Brameshuber überzeugt sagt: „Man schmeckt einfach, dass Liebe drin ist.“












