Österreichs Getränkekonsum verändert sich: Während Bier und andere alkoholische Getränke an Bedeutung verlieren, steigen die Ausgaben für Kaffee, alkoholfreie Alternativen und Functional Drinks. Vor allem jüngere Konsument*innen setzen auf bewussteren Genuss und Getränke mit Zusatznutzen.
Bier gehört zwar weiterhin zu den wichtigsten Getränkekategorien Österreichs, doch die Dynamik lässt nach. Laut aktuellen Daten von RegioData sind die Ausgaben für Bier im Lebensmittelhandel zuletzt um 6,6 Prozent zurückgegangen. Auch andere alkoholische Getränke entwickeln sich schwächer, während Wein weitgehend stagniert. Betrachtet man die Entwicklung über einen längeren Zeitraum, wird der Wandel noch deutlicher: Seit 2016 sind die Preise in Österreich insgesamt um nahezu 50 Prozent gestiegen, die Ausgaben für Alkohol jedoch nur um rund 15 Prozent. Real betrachtet geben die Österreicher damit heute deutlich weniger für alkoholische Getränke aus als noch vor einigen Jahren.
Besonders stark zeigt sich die Veränderung bei jüngeren Menschen. Der Anteil der 12- bis 17-Jährigen, die mindestens einmal pro Woche Alkohol trinken, sank laut RegioData von 14 Prozent im Jahr 2011 auf zuletzt 8,7 Prozent. Gesundheit, Fitness und bewusster Konsum gewinnen gegenüber dem klassischen Feierabendbier oder dem Alkohol beim Ausgehen an Bedeutung. Davon profitieren alkoholfreie Alternativen: Alkoholfreies Bier hat sich vom Nischenprodukt zu einer etablierten Kategorie entwickelt – nicht nur im Handel, sondern auch in der Gastronomie.

Kaffee wird zum Lifestyle-Getränk
Während Alkohol an Boden verliert, entwickelt sich Kaffee zunehmend zum Genuss- und Lifestyleprodukt. Im Lebensmittelhandel werden dafür 2026 durchschnittlich rund 125 Euro pro Kopf und Jahr ausgegeben. Vor zehn Jahren waren es noch etwa 70 Euro. Specialty Coffee, unterschiedliche Zubereitungsarten und hochwertige Bohnen machen Kaffee längst zu einer Kategorie, bei der Herkunft, Qualität und Geschmack eine wichtige Rolle spielen.
Auch andere alkoholfreie Getränke profitieren vom veränderten Konsumverhalten. Die Ausgaben für Frucht- und Gemüsesäfte liegen 2026 bei 49,70 Euro pro Kopf, gegenüber 39,60 Euro im Jahr 2016. Gleichzeitig gewinnen Zero- und Sugarfree-Produkte, Energy Drinks und Functional Drinks an Bedeutung. Gerade jüngere Zielgruppen greifen verstärkt zu Getränken, die neben Geschmack einen zusätzlichen Nutzen versprechen – etwa Energie, Fokus oder Proteine. Für die Gastronomie bedeutet dieser Wandel: Auf der Getränkekarte wird die Auswahl jenseits von Bier, Wein und klassischen Softdrinks immer wichtiger.













