In der Operngasse 14 wird seit Jahren türkische Küche am offenen Holzkohlengrill zelebriert. Seit Kurzem jedoch ist dort aber vieles noch etwas besser geworden. Marko Locatin war vor Ort.
Der Standort
Jahrelang wurde das Lokal von den Betreibern einer türkischen Kette geführt, seit rund einem Jahr tritt Sultan Lif hier als Gastgeber auf. Das geräumige Restaurant mit großen Fensterfronten und offenem Holzkohlengrill wirkt freundlich, einladend, lebendig. Am Grill steht meist der routinierte Küchenchef Ibrahim Can – laut Lif auch der Mann hinter sämtlichen Rezepten. Bei unserem Besuch allerdings vertritt ihn ein jüngerer Kollege am Pass, der seine Sache ebenfalls souverän erledigt. Orientalische Klänge in angenehmer Lautstärke sorgen für passende Hintergrundstimmung.
Mezze & Kebap
Zum Auftakt die Vorspeisen, ganze 24 stehen zur Wahl. Wir konzentrieren uns auf die kalten, eindrucksvoll präsentiert auf einer große Platte. Darunter Klassiker mit gehackten Paradeisern, mehrere Varianten mit Melanzani (sehr gut: die geräucherte Auberginencreme) sowie Joghurtgerichte wie cremiger Haydari mit frischer Minze. Dazu kommt knusprig-fluffiges Fladenbrot. Alles frisch, geschmackvoll und liebevoll präsentiert, insgesamt, auch dem australischen Gaumen geschuldet, eher zurückhaltend gewürzt.

Bei uns ist alles frisch. Es ginge auch gar nicht anders, denn die eigentliche Küche ist klein und zum Aufbewahren hätten wir gar keinen Platz”
Sultan Lif, Betreiber und GF
Nun aber zum Kebap. Es hat mit dem, was so über der Gasse an diversen Ständen angeboten wird, nur den Namen gemeinsam. By the way: Kebap“ (auch „Kebab“ oder „Kebap“) kommt aus dem Türkischen und bedeutet schlicht: „gegrilltes oder gebratenes Fleisch.”
Dreierlei vom Spieß – Lamm, Lammfaschiertes und Huhn ist schon einmal fantastisch: so rauchig, aromatisch, gleichzeitig saftig kann Gegrilltes sein. Liegt allerdings auch an der herausragenden Fleischqualität. Wie tomatisierter Reis sieht die Beilage aus, entpuppt sich jedoch als Weizengrüzte, besser bekannt als Bulgur.
Noch eindrucksvoller kommt die Fleischqualität in den hernach verkosteten Lammkoteletts zur Geltung. Zart, weich, zergeht auf der Zunge und “lampelt” nicht. Aus Uruguay und Irland beziehe man das Fleisch, erzählt Gastgeber Lif, denn: “Es ist von konkurrenzloser Qualität”. Ein weiteres Geheimnis betrifft die Vorbereitung. Nur so viel: “Wir marinieren mit Öl mit ganz wenigen Zutaten, um den feinen Geschmack und die Textur des des Fleisches nicht zu zerstören.”
Die orientalische Küche ist für Süßes bekannt. Wir wählen süß glacierten Kürbis Kabak Tatlısı mit gehackten Walnüssen veredelt und natürlich: Türkischen Kaffee.

Fazit
Gehobene Türkische Küche gleich bei der Staatsoper. Auch die werte Kollegenschaft von Kurier, Standard, Bühne, Falstaff war begeistert – und wir sind es auch. Brot und Vorspeisen waren schon sehr gut, herausragend aber ist die Fleischqualität. Das halal-zertifizierte Ali Grillhouse präsentiert sich besser denn je – auch dank Gastgeber Sultan Lif, der sich aufmerksam um Gäste und Betrieb kümmert. Ob es das “beste türkische Restaurant” der Stadt ist, ist natürlich kaum zu beurteilen. Fleischqualität und Zubereitung wird man, so viel ist sicher, weit und breit kaum besser finden.
Tipp: Unbedingt Lammkoteletts nehmen. Dazu passt: Ayran.
Ali Grillhouse
Operngasse 14
1010 Wien
So–Do: 12:00 – 23:00 Uhr
Fr–Sa: 12:00 – 02:00 Uhr
VS: 6,50 – 13 Euro
HP: 24 – 37 Euro
www.aligrillhouse.com












