Insolvent: Traditionsbeisl “Krah Krah” setzt auf Sanierung

Ina Dieringer

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Während in der Wiener Innenstadt in den letzten Tagen vor Weihnachten die Lichterketten leuchten und sich das Bermudadreieck eigentlich auf umsatzstarke Abende einstellt, erreicht die Gastronomieszene eine weitere ernüchternde Nachricht. Mit dem Szenelokal „Krah Krah“ ist ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit ein weiteres traditionsreiches Beisl von einer Insolvenz betroffen. Über das Vermögen von Jennifer Salchenegger, Inhaberin der Krah Krah e.U., wurde am 18. Dezember 2025 am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.

Das Lokal am Rabensteig 8 zählt seit den 1980er-Jahren zu den bekannten Adressen der Wiener Innenstadt. Als klassisches Bierbeisl mit bodenständigem Angebot und langjähriger Stammkundschaft ist das „Krah Krah“ fest im nächtlichen Stadtbild des ersten Bezirks verankert.

920.000 Euro Schulden, 18 Beschäftigte betroffen

Die Passiva belaufen sich auf rund 920.000 Euro, betroffen sind 66 bis rund 70 Gläubiger. Im Betrieb sind derzeit 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, davon acht in Vollzeit und zehn in Teilzeit.

Den Gläubigern wurde eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme. Aus dem vorgelegten Finanzplan gehe hervor, dass eine positive Fortführung des Lokals möglich sei. Zum Insolvenzverwalter wurde der Wiener Rechtsanwalt Günther Hödl bestellt.

Weiterbetrieb geplant

Ziel des Verfahrens ist ausdrücklich die Sanierung und Weiterführung des Lokals. Ob die angebotene Quote letztlich als angemessen und erfüllbar bewertet wird, ist Teil des laufenden Prüfverfahrens.

Mit dem „Krah Krah“ reiht sich ein weiteres traditionsreiches Lokal in eine Serie von Insolvenzen im Bermudadreieck ein. Der Fall zeigt, wie stark wirtschaftliche Verflechtungen einzelne Gastronomiebetriebe belasten können – selbst dann, wenn der tägliche Betrieb stabil geführt wird.