Das Café Ansari in der Wiener Praterstraße steht erneut vor einer ungewissen Zukunft: Über die Betreibergesellschaft wurde am 4. September ein Konkursverfahren eröffnet. Es ist bereits die zweite Insolvenz des bekannten Lokals.
Das Café Ansari in der Praterstraße 15 in der Leopoldstadt gehört seit Jahren zur Wiener Gastronomieszene. Nun sorgt die gleichnamige Restaurant Betriebs-GmbH erneut für Schlagzeilen: Am 4. September 2026 eröffnete das Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren. Der Antrag kam nicht vom Unternehmen selbst, sondern von einem Gläubiger. Eine Eigenverwaltung gibt es nicht. Wie hoch die aktuellen Verbindlichkeiten sind und was konkret zur neuerlichen Zahlungsunfähigkeit geführt hat, ist derzeit noch offen. Die Insolvenzursachen und die Vermögensverhältnisse sollen erst im weiteren Verfahren geprüft werden. Gläubiger können ihre Forderungen bis 9. November anmelden. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist für 23. November angesetzt.

Bewegte Geschichte
Für das Café Ansari ist es bereits die zweite Insolvenz. Schon 2017 war über dieselbe Gesellschaft ein Konkursverfahren eröffnet worden. Damals führten die Betreiber, Nana und Nasser Ansari, die finanziellen Schwierigkeiten vor allem auf die Kosten des Restaurantumbaus zurück. Das Projekt habe die ursprünglich kalkulierten Kosten massiv überschritten. Dennoch gelang es, den Betrieb fortzuführen. Auch die Corona-Pandemie setzte dem Lokal zu: 2020 wandte sich die Geschäftsführerin mit einem Spendenaufruf an die Öffentlichkeit. Für Warenlieferungen und notwendige Instandsetzungsarbeiten wurden mindestens 10.000 Euro benötigt, letztlich kamen rund 7.900 Euro von 83 Unterstützer*innen zusammen.
Die Wurzeln des Betriebs reichen an den Karmelitermarkt zurück, wo Nana und Nasser Ansari zunächst mit einem kleinen Pavillon auf sich aufmerksam machten. Das spätere Lokal in der Praterstraße etablierte sich mit georgisch geprägter Küche als bekannte Adresse. Auch die zuletzt verfügbaren Bilanzzahlen zeichnen kein unmittelbares Bild einer akuten Schieflage: Für 2024 wurden rund 1,2 Millionen Euro Bilanzsumme, rund 661.500 Euro Eigenkapital, ein Jahresüberschuss von rund 98.200 Euro und Verbindlichkeiten von rund 479.700 Euro ausgewiesen. Wie es mit dem Café Ansari weitergeht, ist derzeit offen.












