Bud Spencers Power-Bohnen

Avatar photo Angelika Kraft

© Bud Power

Bud Spencers Bohnen sind zurück – diesmal nicht auf der Filmleinwand, sondern im Supermarktregal. Seine Enkel machen mit dem Kultgericht des Schauspielers ein Millionen-Geschäft und wollen nach dem Start in Italien, Österreich und Deutschland nun auch Osteuropa erobern.

Wer bei Bud Spencer unweigerlich an Prügeleien, markige Sprüche und Terence Hill denkt, sollte auch die Bohnen nicht vergessen. Denn bei den Dreharbeiten zu den Kultfilmen mussten die beiden Schauspieler immer wieder Szenen absolvieren, in denen sie Bohnen aus der Pfanne aßen. Weil manche Einstellungen zehn- bis 15-mal wiederholt wurden, bereitete Spencer die Bohnen schließlich selbst so zu, wie er sie mochte. Aus diesem Rezept entstand die „Fagioli alla Bud Spencer“, piemontesische Bio-Bohnen kombiniert mit Zwiebeln, geräuchertem Speck und Gewürze – heute das bekannteste Produkt der italienischen Lebensmittelmarke Bud Power.

Die Geschäftsidee entstand während des Corona-Lockdowns, 2022 gründeten die Enkel Alessandro und Carlo Pedersoli das Unternehmen. Zunächst wurden Proteinriegel angeboten, den großen Durchbruch brachten jedoch die charakteristischen Dosen mit dem Konterfei des Filmstars. Produziert wird nicht selbst: Bud Power entwickelt die Rezepturen, beschafft die Zutaten, kontrolliert die Produktionsstandards und arbeitet mit ausgewählten Herstellern zusammen. Auch Verpackung, Marketing und Logistik bleiben in den Händen des Unternehmens. Das Geschäft läuft entsprechend rund: Der Umsatz kletterte von rund 700.000 Euro 2023 auf 2,7 Millionen Euro 2024 und acht Millionen Euro 2025. Für heuer werden zwölf Millionen Euro angepeilt.

Bud Spencer © picture alliance / Collection Christophel /NZ

Oma hat das letzte Wort

Nach Italien, Österreich, Deutschland, der Schweiz und Ungarn soll die Bohnenreise weitergehen: Polen und Tschechien stehen als nächste Märkte auf dem Plan. Besonders in Osteuropa sind Bud-Spencer-Filme bis heute beliebt. In Italien wiederum kommt die Marke nach eigenen Angaben bei verzehrfertigen Beilagen auf rund 55 Prozent der Verkäufe im Lebensmittelhandel. Auch das Sortiment wächst: Ein Bier erinnert an die legendäre Bier-und-Wurst-Szene aus „Zwei außer Rand und Band“, dazu kommt ein „Pizzone alla Bud Spencer“, dessen Form den markanten Schlag des Schauspielers darstellen soll.

Bei neuen Produkten gilt allerdings ein ziemlich strenges Familiengericht: Nach den ersten Tests durch den Hersteller verkostet die Großmutter der Gründer die Rezepturen. „Wir fragen sie, ob sie das Produkt zu Hause mit ihrem Mann gegessen hätte“, erzählt Alessandro Pedersoli. Schmeckt es ihr zu industriell, fliegt das Produkt wieder raus. Eine kulinarische Qualitätskontrolle mit Familienanschluss also. Und ganz im Sinne des Namensgebers, der 1929 als Carlo Pedersoli in Neapel geboren wurde, Leistungsschwimmer, Jurist, Unternehmer, Musikproduzent und Bestsellerautor war und 2016 im Alter von 86 Jahren starb, darf es offenbar ruhig ordentlich deftig sein.

© Bud Power
GastroNews zur bevorzugten Google-Quelle machen