Neueröffnung MORGEN in Wieden

Ina Dieringer

Mehr als zwei Jahre haben Gabi und Miłosz nach dem richtigen Ort gesucht. Dann ging plötzlich alles schnell. Mit MORGEN 1040 haben die beiden nicht einfach ein weiteres Frühstückslokal eröffnet, sondern auch persönlich ein neues Kapitel begonnen. Für Gabi ist es der Einstieg in die Gastronomie, für Miłosz die Rückkehr in eine Branche, bei der ihm vor allem eines gefehlt hat: die Menschen.

„Wir sind seit vielen Jahren ein Paar, arbeiten schon lange zusammen und haben immer wieder gemeinsame Ideen und Projekte entwickelt“, erzählt Gabi im Gespräch mit Gastro.News. Während Miłosz viele Jahre in der Gastronomie gearbeitet hat, kommt sie selbst ursprünglich aus einer ganz anderen Richtung. „Ich liebe neue Herausforderungen, habe wenig Angst vor Risiko und fühle mich besonders wohl, wenn viel passiert.“ Irgendwann sei deshalb klar gewesen: „Wenn wir diesen Schritt machen, dann gemeinsam.“

von links: Anita (Küchenchefin), Miłosz und Gabi

Zwei Jahre auf der Suche

Ganz so schnell wie der Entschluss kam das passende Lokal allerdings nicht. Mehr als zwei Jahre suchten Gabi und Miłosz nach einer Location. Erst als sie ihren Platz im vierten Bezirk gefunden hatten, nahm das Projekt Fahrt auf. „Als wir schließlich unseren Platz in 1040 gefunden hatten, ging plötzlich alles sehr schnell und aus der Idee wurde MORGEN.“

Für Miłosz bedeutete das zugleich eine Rückkehr. Nach vielen Jahren in der Gastronomie hatte er die Branche verlassen – und mit der Zeit gemerkt, was ihm daran fehlte. „Vor allem die Menschen“, sagt Gabi. „Neue Leute kennenzulernen, Gastgeber zu sein, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und dafür zu sorgen, dass sie sich wohlfühlen.“ Genau dieses Gastgebersein soll nun auch MORGEN prägen. „Von Anfang an wollten wir einen persönlichen Ort schaffen, an dem man sich ein bisschen wie zu Hause fühlt. Einen Ort, an dem man nicht einfach nur Gast ist, sondern irgendwann ein bekanntes Gesicht.“

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Ein Name mit persönlicher Bedeutung

Dass das Lokal MORGEN heißt, ist dabei kein bloßer Verweis aufs Frühstück. „MORGEN bedeutet für uns viel mehr als nur Frühstück und den Beginn eines Tages. Für uns steht der Name vor allem für einen Neuanfang“, erklärt Gabi. Denn nicht jeder startet gleich in den Tag. „Manche kommen voller Energie zu uns, andere hatten vielleicht eine schwierige Nacht oder einfach einen stressigen Start. Wir wissen nie, was jemand gerade mit sich trägt, wenn er durch unsere Tür kommt.“ Ein Kaffee, ein Frühstück, ein Gespräch oder einfach ein paar Minuten Ruhe sollen diesen Start ein wenig schöner machen.

Der Name passt aber auch zur eigenen Geschichte. Für Gabi bedeutet MORGEN den Einstieg in die Gastronomie, für Miłosz die Rückkehr zu etwas, das ihm lange gefehlt hat, für beide ein gemeinsames neues Kapitel. Gabi bringt es so auf den Punkt: „Egal, wie gestern war – morgen beginnt etwas Neues.“

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Slow Morning statt Frühstück nach Vorschrift

Dazu passt auch das Motto „Slow Mornings“. Wobei „slow“ nicht zwingend heißt, stundenlang beim Frühstück zu sitzen. „Ein guter Tag beginnt nicht mit Eile bedeutet für uns nicht, dass jeder Morgen langsam sein muss“, sagt Gabi. „Manche haben Zeit für ein langes Frühstück, andere ein paar Minuten für einen Kaffee.“

Vielmehr gehe es um einen bewussten Moment im Alltag: „Slow Mornings ist weniger eine Frage der Zeit als vielmehr ein Gefühl. Es geht um diesen kleinen Moment, den man sich bewusst nimmt und genießt – mitten in einem vielleicht sehr schnellen Leben.“

Und weil ein Morgen nicht für alle um sieben Uhr beginnt, hält man es bei MORGEN auch mit den Frühstückszeiten locker. Serviert wird bis 16 Uhr. „Manchmal hat man einfach um 14 Uhr Lust auf Eggs Benedict, Pancakes oder einen Avocado-Toast. Warum eigentlich nicht?“, sagt Gabi. „Jeder Mensch hat seinen eigenen Rhythmus – und wir möchten unseren Gästen nicht vorschreiben, wann für sie Frühstückszeit ist.“

Wiener Partner und Anita am Herd

Beim Angebot setzen Gabi und Miłosz auf hochwertige und regionale Produkte und wollen, wo immer möglich, lokale Betriebe unterstützen. Die Kaffeebohnen kommen von der Wiener Rösterei GOTA Coffee, Brot und Gebäck von der Bäckerei Felzl, die Marmeladen zum French Toast von Unverschwendet. Dazu gibt es hausgemachte Kuchen und Mehlspeisen. „Wir glauben, dass man gute Qualität nicht unnötig kompliziert machen muss. Wenn die Grundprodukte stimmen, schmeckt man das am Ende auch auf dem Teller“, sagt Gabi. Eine Person darf dabei nicht fehlen: Küchenchefin Anita. „Sie ist längst viel mehr als das – sie ist ein echtes Herzstück von MORGEN“, erzählt Gabi. Mit viel Einsatz, Gefühl und Liebe zum Detail sorge sie dafür, „dass unsere Ideen am Ende geschmacksvoll auf dem Teller landen“.

Aus Gästen sollen bekannte Gesichter werden

Am Ende soll MORGEN dennoch nicht allein über Eggs Benedict, Pancakes und Kaffee funktionieren. „Natürlich freuen wir uns, wenn jemand wegen unseres Frühstücks, eines guten Kaffees oder unserer hausgemachten Kuchen und Mehlspeisen zu uns kommt. Aber wir wünschen uns auch, dass MORGEN am Ende für mehr steht als nur für gutes Essen.“ Wer alleine auf einen Kaffee vorbeikommt, mit Freunden frühstückt oder mit der Familie am Tisch sitzt, soll sich gleichermaßen willkommen fühlen. „Wir möchten unsere Gäste kennenlernen und nicht nur bedienen. Genau diese Nähe macht Gastronomie für uns aus.“

Dass dieser Plan aufgehen könnte, zeigt sich für Gabi und Miłosz bereits kurz nach der Eröffnung. „Vielleicht ist das gerade das Schönste, was wir seit unserer Eröffnung erleben: zu sehen, wie bereits jetzt aus einem ersten Besuch ein zweiter wird und aus neuen Gästen langsam bekannte Gesichter werden.“ Für ein Paar, das mehr als zwei Jahre nach dem richtigen Platz gesucht hat, dürfte genau darin der eigentliche Anfang von MORGEN liegen.

Wiedner Hauptstraße 71, 1040 Wien
täglich von 08:00 bis 16:00 Uhr geöffnet

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