Nah am Gast

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© Kottersteger

Im Terentnerhof verbindet Harry Engl alpine Naturerlebnisse mit kulinarischer Leidenschaft und familiärer Herzlichkeit. Ein Haus, das Bewegung, Begegnung und Genuss auf besondere Weise vereint.

Auf dem Hochplateau von Terenten im Pustertal liegt der Terentnerhof , ein Haus, das sich bewusst zwischen klassischem Hotelbetrieb und familiärer Atmosphäre positioniert. Hier geht es weniger um Inszenierung als um Alltag im besten Sinn: um Begegnungen, um Routinen, um die vielen kleinen Momente, die einen Aufenthalt prägen. Einer, der diesen Alltag maßgeblich gestaltet, ist Harry Engl. Er steht für die kulinarische Linie des Hauses, ist aber gleichzeitig Gastgeber und Teil eines Familienbetriebs, in dem die Rollen ineinanderfließen. Küche, Service, Rezeption, Gespräche mit Gästen – vieles passiert hier nicht strikt getrennt, sondern im Zusammenspiel.

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In der Küche des Terentnerhofs geht es um klare, bodenständige Gerichte mit regionalem Bezug. Engl arbeitet mit Produkten aus der Umgebung, orientiert sich an der Saison und versteht Kochen vor allem als Handwerk. Es geht weniger um große Gesten als um Konsistenz und Genauigkeit im täglichen Tun. Dabei ist die Küche eng mit dem Ort verbunden. Das Pustertal liefert nicht nur Produkte, sondern auch den Rahmen: Berge, Jahreszeiten, Wetterwechsel – all das fließt indirekt in die Arbeit ein, ohne dass daraus ein Konzept gemacht wird.

Was den Terentnerhof prägt, ist die geringe Distanz zwischen den Bereichen. Gäste treffen den Gastgeber nicht nur beim Check-in oder beim Dinner, sondern zwischendurch – im Gespräch, beim Essen, auf der Terrasse oder im Garten. Diese Nähe ist kein Programm, sondern ergibt sich aus der Struktur des Hauses. Harry Engl nimmt darin eine Rolle ein, die bewusst nicht klar abgegrenzt ist. Er kocht, organisiert, spricht mit Gästen und bewegt sich selbstverständlich zwischen den Bereichen. Vielleicht ist es genau diese Unaufgeregtheit, die den Charakter des Hauses ausmacht: nichts Überzeichnetes, sondern ein Betrieb, der im eigenen Rhythmus funktioniert. Wir haben den engagierten Hotelier zum Kurz-Interview gebeten.

Auf den Punkt

Persönliche Fragen – ehrliche Antworten.

Was ist das Erste, das Sie morgens machen?
Ich stehe früh auf, frühstücke in Ruhe und verbringe danach oft noch ein bisschen Zeit am Handy. Danach geht es direkt in die Küche: Überblick verschaffen, Waren kontrollieren, Qualität prüfen und gemeinsam mit dem Team den Tag besprechen.

Was empfinden Sie als größten Luxus in Ihrem Leben?
Zeit für meine Familie und für mich selbst zu haben – das ist für mich der größte Luxus.

Wie entspannen Sie am besten nach einem anstrengenden Arbeitstag?
Wenn es die Zeit zulässt, nutze ich die Nachmittagspause gerne für eine Runde mit dem Mountainbike. In der Natur unterwegs zu sein hilft mir am besten abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen.

Ihr allerliebster Zeitvertreib?
Ganz klar Mountainbiken! Wenn das Wetter im Sommer passt, bin ich gut vier bis fünf Mal in der Woche auf dem Bike.

Ihre absolute Leibspeise?
Ich koche und esse am liebsten gute, hochwertige Zutaten – einfache Gerichte, die für sich sprechen, wie ein perfekt gebratenes Stück Fleisch oder frischer Fisch.

Was ist Ihr wertvollster Besitz?
Meine Erfahrung und mein Gespür für Lebensmittel, das ich mir über viele Jahre in der Küche angeeignet habe.

Ihr Lieblingswort?
Ich mag das Wort „echt“, weil es in der Küche und im Leben genau darum geht: echte Produkte, echte Menschen, echte Qualität.

Ihre Stärken und Schwächen?
Meine größte Stärke ist meine Konsequenz und mein sehr hoher Qualitätsanspruch. Meine Schwäche? Ich bin manchmal zu perfektionistisch und schwer zufrieden zu stellen.

Welche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Die Fähigkeit, die Zeit zu verlangsamen – besonders im Abendservice wäre das manchmal sehr hilfreich. Gerade wenn es hektisch wird und viele Bestellungen gleichzeitig reinkommen, wäre es praktisch, kurz alles anzuhalten, um strukturiert durchzuarbeiten und wieder Ruhe reinzubringen.

Welches Buch oder welcher Film hat Sie zuletzt tief berührt?
Ich bin kein großer Bücherleser oder Filmeschauer. Abends schaue ich am liebsten Nachrichten oder Talkshows und informiere mich über das aktuelle politische Geschehen – das entspannt mich mehr, als ein Buch zu lesen.

Welche Eigenheit würden Ihre Arbeitskollegen sofort über Sie erzählen?
Dass ich sehr genau bin und keine Verschwendung mag. Lebensmittel wegzuwerfen stört mich sehr – deshalb wird bei uns in der Küche so gut wie alles sinnvoll verwertet. Das wissen auch meine Mitarbeiter und achten entsprechend darauf.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich gerne ins Ohr flüstern?
Bleib neugierig, aber setz dich nicht zu sehr unter Druck. Gute Qualität braucht Zeit. Nicht alles muss sofort perfekt sein.

Ihr Lebensmotto?
Einfach machen, Verantwortung übernehmen und am Ende hinter dem stehen, was man tut.

© Kottersteger

Terentnerhof
Pustertaler Sonnenstraße 7
39030 Terenten
www.terentnerhof.com