Filmschaffende, Naturwein und argentinische Jause: Lukas Valenta Rinner und Yael Svoboda starten in Neustift am Walde eine Pop-up-Buschenschank mit Wiener Wein und Buenos-Aires-Flair.
Empanadas, Pét Nat und der Blick über die Wiener Weingärten: An vier Tagen im Sommer und Frühherbst wird eine kleine Hütte auf der Salmannsdorfer Höhe zur Bühne für Finca Obskura. Hinter dem jungen Weingut stehen Lukas Valenta Rinner und Yael Svoboda, die bisher vor allem als Produzent:innen internationaler Filme bekannt waren. Nun schenken sie dort aus, wo ein Teil ihrer Weine entsteht.
Die ersten Termine der Pop-up-Buschenschank sind für den 25. Juli, den 29. August sowie den 26. und 27. September 2026 angesetzt. Die beiden Septembertage fallen mit dem Wiener Weinwandertag zusammen. Schauplatz ist die Salmannsdorfer Höhe 10 in Neustift am Walde.

Brettljause trifft Buenos Aires
Kulinarisch orientiert sich das Pop-up am vertrauten Prinzip der Buschenschank, übersetzt es jedoch in eine argentinisch-wienerische Variante. Auf die Bretter kommen Empanadas, Bondiola, argentinischer Schopfspeck, Käse, Oliven und Pickles. Dazu gibt es Sándwiches de miga, jene dünn belegten, entrindeten Sandwiches, die in Argentinien zum klassischen Aperitivo gehören.
Zu Trinken gibt’s die ungefilterten Weine, Pét Nats und den Wiener Wermut von Finca Obskura. Damit verbindet das Projekt zwei biografische Linien: den Wiener Weingarten, in dem Rinner und Svoboda heute arbeiten, und die Familiengeschichte von Yael Svoboda. Ihre Urgroßeltern produzierten in der argentinischen Weinregion San Juan einst Vino Patero – Naturwein, dessen Trauben traditionell mit bloßen Füßen gepresst wurden.
Vor dem Einstieg in den Weinbau absolvierten Rinner und Svoboda eine Ausbildung in Weinbau und Kellerwirtschaft an der Österreichischen Weinakademie. 2023 begannen sie unter dem Namen Finca Obskura mit Mikrochargen aus Trauben befreundeter Winzer:innen. Seit 2024 bewirtschaften sie eigene Weingärten in Neustift am Walde.

Alte Reben, kleine Chargen
In den Rieden wachsen Grüner Veltliner, Riesling, Chardonnay und Gemischter Satz. Ein Teil der Rebstöcke ist bis zu 80 Jahre alt. Bewirtschaftet werden die Flächen nach biodynamischen Prinzipien und im Sinne der Low-Intervention-Methode. Die Arbeit erfolgt von Hand, im Keller setzen die beiden auf spontane Gärung, kleine Chargen und alte Fässer. Zusatzstoffe und nachträgliche Korrekturen sollen vermieden werden.
Der Name Finca Obskura schlägt dabei die Brücke zu ihrem zweiten Berufsfeld. Er ist von der Camera obscura abgeleitet, jener optischen Apparatur, mit der Licht als Bild festgehalten wird.

Zwischen Filmfestival und Weinkeller
Ganz aus der Filmwelt verabschiedet haben sich die beiden nicht. Mit ihrer Nabis Filmgroup produzieren Rinner und Svoboda Filme, die auf internationalen Festivals von Berlin bis Cannes und Venedig gezeigt wurden.
Zu den jüngeren Produktionen der Nabis Filmgroup zählt „Dracula“ des rumänischen Regisseurs Radu Jude. Der Film ist seit Anfang Juli 2026 in ausgewählten österreichischen Kinos zu sehen.
Mit der gepachteten Hütte im Weingarten bekommt nun auch die Arbeit von Finca Obskura einen eigenen Schauplatz. Statt einer dauerhaft geöffneten Buschenschank setzt das Duo vorerst auf einzelne Termine. Der Rahmen bleibt überschaubar: Wein aus kleinen Chargen, eine Jause zwischen Neustift und Buenos Aires und ein Abend mitten in den Reben.
Finca Obskura Pop-up-Buschenschank
25. Juli, 29. August, 26. und 27. September 2026
Salmannsdorfer Höhe 10, 1190 Wien
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