Mit dem Tod von Willy Turecek verliert die Wiener Gastronomie eine ihrer bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten. Kaum ein Gastronom in der Stadt, der seinen Namen nicht kannte – und kaum ein Branchenthema der vergangenen Jahrzehnte, das nicht auch seine Handschrift trug.
Als Fachgruppenobmann der Gastronomie in der Wirtschaftskammer Wien war Turecek über viele Jahre eine bekannte Größe – insbesondere im ersten Bezirk, wo sich touristischer Druck, steigende Kosten und die Interessen kleiner, oft familiengeführter Betriebe immer wieder überschnitten. Turecek galt als jemand, der zwischen Behörden, Kammerpolitik und Wirten vermittelte – leise, beharrlich und lösungsorientiert.
Sein Fokus lag klar auf den kleinen und mittleren Gastronomiebetrieben, deren Spielraum angesichts von Mietpreisen, Auflagen und strukturellem Wandel zunehmend enger wurde. Gerade in Zeiten wachsender Internationalisierung und veränderter Besucherströme setzte er sich dafür ein, gewachsene Wiener Wirtshaus- und Lokalstrukturen sichtbar zu halten.
Über die Gastronomie hinaus engagierte sich Turecek für sozialpolitische Reformen zugunsten der Selbständigen. In Zusammenarbeit mit dem damaligen SVS-Obmann Christoph Leitl wurden unter anderem Verbesserungen bei der sozialen Absicherung sowie Maßnahmen zur Stärkung der Vorsorge umgesetzt.
Christoph Leitl würdigte Turecek mit klaren Worten:
Willy Turecek hat diese Linie mit großer Haltung, Kompetenz und Handschlagqualität mitgetragen und entscheidend geprägt. Unser gemeinsames Motto ‚Vorsorgen ist besser als heilen‘ konnten wir in sozialpartnerschaftlichem Zusammenwirken umsetzen – dafür bin ich ihm dankbar.
Sein Wirken hat die Rahmenbedingungen für die Gastronomie in Wien nachhaltig geprägt – und damit weit über seine Funktion hinaus Spuren hinterlassen. Die Branche verliert mit ihm eine starke Stimme. Sein Einsatz und seine Haltung werden in Erinnerung bleiben. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie sowie allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern.












