Schauspielhaus – Was kann die neue Kantine?

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Pad Krapau. Bild: Marko Locatin

Kürzlich wurde die Kantine beim Schauspielhaus in der Porzellangasse umgebaut und neu übernommen. Geblieben ist eine einfache Thai-Küche. Noch läuft nicht alles rund, meint Genuss-Autor Marko Locatin.

Die Kantine heißt zwar Kantine, ist jedoch weder im Schauspielhaus direkt untergebracht, noch auf Self-Service ausgelegt. Aber sie wird auch von Besuchern des benachbarten “Schauspielhaus” frequentiert. Auf der Homepage prangen derzeit noch die Fotos, die ein bestens gelauntes Team beim Umbau zeigen. Der ist nun “grosso Modo” abgeschlossen, hier und da fehlen noch Kleinigkeiten wie Pflanzen oder ein Bild des bekannten österreichischen Malers Walter Vopava. Ziemlich Industrie-Stil hier, blanke Wände, hohe Räume, eine Galerie, wo etwa ein DJ-Pult Platz findet. Nicht groß verändert hingegen sei die Küchenlinie, wobei, wie der junge Mann vom Service meinte, die Besetzung noch nicht optimal sei. Zwei thailändische Küchenhilfen jedenfalls werken ebendort. Apropos Küche: Sie besteht aus Klassikern wie diversen Currys, Pad Thai, Pad Gaprao, Dazu einige Suppen, Salate, Fingerfood sowie Desserts.

Klasssische Thom Kha Gai. Bild: Marko Locatin

Laab Gai, der Hühnerfleischsalat ist leider bar jeder Schärfe und Säure. Wobei stets Soja- und Austernsauce sowie Essig- und Chili an den Tisch kommen (doch ein wenig Self-Service). Besser gelingen da die frittierten Schmetterlings-Shrimps Gung Tempora. Leichter Teig, geschmacklich nicht aufregend, doch in Ordnung. Getunkt wird in jene Standard-Süß-Saure-Sauce, die in vielen Thais und Chinesen zum Einsatz kommt. Auch beim Red Curry mit gebratener Ente oder dem Pad Craprao Nuea, gebratenes Beiried mit Zwiebeln, Thai-Basilikum plus Spiegelei (siehe Titelbild) ist noch viel Luft, respektive Geschmack, “nach oben.”

Hühnerfleisch-Salat. Bild: Marko Locatin

Fazit

Sympathische Neuübernahme eines Grätzel-Thailänders. Das motivierte Team sorgt für entspannte Atmosphäre, die Küche ist bis dato, wie auch von den Betreibern bestätigt, noch nicht richtig auf Kurs. Schade auch, dass in Sachen Natural-Wein – trotz einer Nähe zur empfehlenswerten Weinhandlung Weinskandal (ein Betreiber ist dort beteiligt) – derzeit bloß ein Grüner Veltliner von Karasek vorrätig ist. Einen tadellosen Eindruck dagegen macht das fein-herbe, sorgfältig gezapfte Trumer-Pils und die Cocktails.

Kantine 1090

Porzellangasse 19
1090 Wien
Mo-Sa: 17.00 – 01.00 (Küche bis 21.30)
VP: 7,90 – 12,90
HS: 12,90 – 19,90

www.kantine1090.com

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